sagen:graessepreussenii110
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| + | ====== Die Sage von der Lorelei ====== | ||
| + | S. Geib S. 639 etc. | ||
| + | Kaufmann, Quellenangaben zu Simrock' | ||
| + | Reumont S. 120 etc. | ||
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| + | Nahe bei Goarshausen, | ||
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| + | Nach einer Sage wäre dieses Echo die Stimme eines Weibes, welche durch ihre außerordentliche Schönheit alle Männer bezauberte, nur den nicht, den sie selbst liebte. Sie entschloß sich daher in ein Kloster zu gehen, wohin sie drei ihrer Liebhaber begleiteten. Da sie auf die Höhe des Felsens gekommen war, sah sie unten auf dem Rheine ihren Geliebten dahinfahren. Verzweiflungsvoll stürzte sie sich in den Fluß hinab. Ihr folgten die Ritter in gleichem Gefühle. Man nennt daher denselben Felsen auch den Dreiritterstein, | ||
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| + | Einst lebte ein Pfalzgraf bei Rhein hier zu Bacharach, der einen kräftigen schönen einzigen Sohn hatte. Ihn hatte einst die Nixe erblickt, als er unterhalb des Felsens, der einen Vorsprung bildet, badete; schon wollte sie ihren Zaubergesang anstimmen und sich dem in den Fluthen spielenden Jüngling in ihrer ganzen Schönheit zeigen, als sie Mitleid mit ihm fühlte, denn sie empfand wirkliche Liebe für ihn. Lange Zeit hörte man jetzt nichts mehr von der Wasserjungfrau und ohne Gefahr konnten die Fischer selbst unter dem Felsen ihre Netze auswerfen, den jungen Pfalzgrafen aber schien seit diesem Augenblicke in Allem, was er unternahm, das Glück zu verfolgen. Wenn er auf der Jagd ganz erschöpft und verdurstet niedersank, da sprudelte auf einmal ein silberheller Quell neben ihm auf und er sah sich mitten in ein reiches Bett von süßen Waldbeeren versetzt; wollte er ausruhen, so fand er eine kühle Felsengrotte mit weichem Mooslager, kurz es schien ein freundlicher Schutzgeist ihn überallhin zu begleiten. | ||
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| + | Eines Abends als er von der Jagd zurückkehrte, | ||
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| + | Plötzlich war die Jungfrau verschwunden und er fand sich wie aus einem Traume erwachend auf dem rechten Wege wieder, der hinab zum Flusse führte. Seit diesem Abenteuer konnte der Jüngling aber den Gedanken an das wunderbare Frauenbild nicht wieder los werden, er dachte Tag und Nacht an sie, stets klang die Melodie ihres Zaubergesanges vor seinen Ohren und schien ihn nach jenem Felsen hinzulocken. Die Folge davon war, daß er für ritterliche Spiele und seine frühere Lieblingsbeschäftigung, | ||
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| + | Am Tage vor seiner Abreise aber bat er seinen alten Erzieher mit ihm hinauszuziehen zum Rheine, um sich das letzte Mal mit Fischen auf dem Strome zu belustigen. Derselbe konnte es ihm nicht abschlagen und so fuhren sie denn mit dem Netze über die Fluthen dahin und die reichste Beute ward ihnen zu Theil. Der Junker lenkte aber den Kahn nahe am Ufer hin, aber immer dem gefährlichen Felsen näher, ohne daß sein Gefährte, des glücklichen Fanges sich freuend, es bemerkte; da auf einmal, als der Mond in seiner ganzen Pracht hinter dem Lurlei auftauchte und sein freundliches Licht auf den Höhen leuchtete und in den Wellen zitterte, da erblickte der Jüngling hoch oben auf der Platte die Jungfrau in ihrem vollen Zauberreize, | ||
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| + | Als aber der Mond am andern Abend aufging, da umstellten Reisige den ganzen Felsen, und wie das Gestirn hoch über der Platte stand, da war auch die Nixe wieder da. Muthig ging der alte Knappe auf sie los und fragte sie, wo der Jüngling sei, sie aber gab keine Antwort, sondern deutete nur auf die Wogen hinab, die auf einmal grollend aufbrausten. Da warf sie ihr kostbares Perlenhalsband hinab, welches dieselben zu beruhigen schien, sang noch eine Zauberweise, | ||
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sagen/graessepreussenii110.1737485453.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
