sagen:graessepreussenii016
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| Nach Montanus Bd. I. S. 97. | Nach Montanus Bd. I. S. 97. | ||
| - | In der Nähe des ehemaligen Deutschordenshauses Strunden, auch Herrstrunden, | + | In der Nähe des ehemaligen Deutschordenshauses Strunden, auch Herrstrunden, |
| Einst wohnte nun eine solche Zigeunerhorde in dem Theile des Waldes, wo die Spitze gelegen ist und der Bach, von dem hier die Rede ist, vorbeifloß. In tiefer Thalschlucht zeigt man heute noch eine wundersam gestaltete Höhle, wo ihre Wohnung war und wo sie von Landleuten häufig aufgesucht wurden, die sich für Geld und Lebensmittel von ihnen wahrsagen ließen und sie auch zum Beschwören von Ungewittern und Feuersbrünsten gebrauchten. Nun stand aber an der eben genannten Spitze eine Mühle, welche der Bach trieb, und der Müller war ein aufgeklärter Mann, der an kein Teufelswerk glaubte, also auch die Zigeuner nicht in Nahrung setzte, im Gegentheil Andere vor ihnen warnte. Nun hatten diese einige magere Kühe, welche sie natürlich auf den Wiesen der Dörfler weiden ließen. Diese ließen sich dies auch aus Furcht vor der Rache der Zigeuner ruhig gefallen, nur der Müller drohte, ob ihn wohl seine Freunde und Nachbarn davon abmahnten, wenn die Zigeuner ihr Vieh auf seinen Acker treiben würden, da solle ihn Niemand hindern, dasselbe ohne Gnade todtzuschießen. | Einst wohnte nun eine solche Zigeunerhorde in dem Theile des Waldes, wo die Spitze gelegen ist und der Bach, von dem hier die Rede ist, vorbeifloß. In tiefer Thalschlucht zeigt man heute noch eine wundersam gestaltete Höhle, wo ihre Wohnung war und wo sie von Landleuten häufig aufgesucht wurden, die sich für Geld und Lebensmittel von ihnen wahrsagen ließen und sie auch zum Beschwören von Ungewittern und Feuersbrünsten gebrauchten. Nun stand aber an der eben genannten Spitze eine Mühle, welche der Bach trieb, und der Müller war ein aufgeklärter Mann, der an kein Teufelswerk glaubte, also auch die Zigeuner nicht in Nahrung setzte, im Gegentheil Andere vor ihnen warnte. Nun hatten diese einige magere Kühe, welche sie natürlich auf den Wiesen der Dörfler weiden ließen. Diese ließen sich dies auch aus Furcht vor der Rache der Zigeuner ruhig gefallen, nur der Müller drohte, ob ihn wohl seine Freunde und Nachbarn davon abmahnten, wenn die Zigeuner ihr Vieh auf seinen Acker treiben würden, da solle ihn Niemand hindern, dasselbe ohne Gnade todtzuschießen. | ||
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| Dazu machte sie so sonderbare Geberden und verzerrte das Gesicht dermaßen, daß es dem Müller Angst wurde und da er eben den Mühlstein klappern hörte, als wenn keine Frucht mehr aufgeschüttet sei, so lief er in die Mühle. Aber wie erschrak er, als dort plötzlich Alles still ward und Rad und Getriebe ruhig standen, als wären sie festgebannt. Er zog an der Schleußenstange, | Dazu machte sie so sonderbare Geberden und verzerrte das Gesicht dermaßen, daß es dem Müller Angst wurde und da er eben den Mühlstein klappern hörte, als wenn keine Frucht mehr aufgeschüttet sei, so lief er in die Mühle. Aber wie erschrak er, als dort plötzlich Alles still ward und Rad und Getriebe ruhig standen, als wären sie festgebannt. Er zog an der Schleußenstange, | ||
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