sagen:graessepreussenii011
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| Während sie aber diesem frevelhaften Spiel, das sie das Herrgottspiel nannten, nachhingen, hütete ein armer Christensclave die Schafe eines bösen Heiden auf dem Lüderich und entsetzte sich, als er das Ungeheuerliche mit ansehen mußte. Da kam auf einmal ein Vöglein mit glänzendem Gefieder auf ihn zugeflogen, setzte sich auf eine hohe Buche und sang mit lieblicher Stimme: »Schäfer, daß Dich Gott verschone, treibe fort mit Deinen Schafen hinab ins Thal, Gott will diese Heiden strafen, der Lüderich wird gleich einstürzen!« Und der Hirt trieb schnell die Heerde zum untenfließenden Bach hinab. Da erhob sich in den Eingeweiden des Berges ein fürchterliches Brausen und Tosen, die Oberfläche desselben hob sich und berstete auseinander und alle Heiden, die auf und in den Schluchten des Berges und in ihren kostbaren Palästen waren, wurden von der Erde verschlungen. Aus dem Schooße desselben aber floß von Stund an ein von ihrem Blute rother Bach hervor und neben demselben ein zweiter, der von den vielen Thränen der gerade aus dem Thale zurückgekehrten um ihre Männer weinenden Heidenweiber entstanden war. Das Blutbächlein und die Thränenquelle werden noch heute den Neugierigen dort gezeigt, und ebenso der Eingang jener tiefen Gruben, aus denen sie einst ihre Schätze geholt hatten, der sogenannte Heidenkeller. Bei Nachtzeit aber geht Niemand dort vorbei, denn dort gehen die Geister der lebendig begrabenen Heiden um, und heraus aus dem Innern des Berges vernimmt man Klopfen und Hämmern, als wenn dort Bergleute arbeiteten. | Während sie aber diesem frevelhaften Spiel, das sie das Herrgottspiel nannten, nachhingen, hütete ein armer Christensclave die Schafe eines bösen Heiden auf dem Lüderich und entsetzte sich, als er das Ungeheuerliche mit ansehen mußte. Da kam auf einmal ein Vöglein mit glänzendem Gefieder auf ihn zugeflogen, setzte sich auf eine hohe Buche und sang mit lieblicher Stimme: »Schäfer, daß Dich Gott verschone, treibe fort mit Deinen Schafen hinab ins Thal, Gott will diese Heiden strafen, der Lüderich wird gleich einstürzen!« Und der Hirt trieb schnell die Heerde zum untenfließenden Bach hinab. Da erhob sich in den Eingeweiden des Berges ein fürchterliches Brausen und Tosen, die Oberfläche desselben hob sich und berstete auseinander und alle Heiden, die auf und in den Schluchten des Berges und in ihren kostbaren Palästen waren, wurden von der Erde verschlungen. Aus dem Schooße desselben aber floß von Stund an ein von ihrem Blute rother Bach hervor und neben demselben ein zweiter, der von den vielen Thränen der gerade aus dem Thale zurückgekehrten um ihre Männer weinenden Heidenweiber entstanden war. Das Blutbächlein und die Thränenquelle werden noch heute den Neugierigen dort gezeigt, und ebenso der Eingang jener tiefen Gruben, aus denen sie einst ihre Schätze geholt hatten, der sogenannte Heidenkeller. Bei Nachtzeit aber geht Niemand dort vorbei, denn dort gehen die Geister der lebendig begrabenen Heiden um, und heraus aus dem Innern des Berges vernimmt man Klopfen und Hämmern, als wenn dort Bergleute arbeiteten. | ||
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