sagen:graessepreussenii008
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| + | ====== Die Rose im Bergischen Wappen ====== | ||
| + | Romantisch behandelt bei Montanus Bd. II. S. 270 etc. | ||
| - | //Quelle: [[autor: | + | Graf Adolf I. von Berg und Altena, der Großvater des oben (S. 1) erwähnten Adolf hatte sich gegen das Jahr 1038 mit des Herzogs von Lothringen Tochter Adele vermählt und mit dieser zwei Söhne gezeugt, Adolf und Bruno. Die zwei Gatten liebten sich innig und treu, da trat der Fall ein, daß nach siebenjährigem Zusammenleben der Kaiser Heinrich III. den Grafen von Berg aufforderte, |
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| + | Adele trug nämlich von der Stunde ihrer Geburt an an ihrem sonst schneeweißen Halse ein Muttermaal in Form und Farbe einer aufgeblühten rothen Rose. Aus weiblicher Eitelkeit hatte die Gräfin von jeher vermieden, sich von irgend einer Dienerin ankleiden oder ausgekleidet sehen zu lassen, sie trug stets eine dichte Krause von selbstgewobenem Linnen um den Hals, die sie nie ablegte, sodaß nur ihre Eltern und Gemahl um das Geheimniß wußten. Der tückische Burgvogt hatte längst etwas dergleichen vermuthet; da er nun als von Kindheit an im Schlosse Berg aufgewachsen alle geheimen Thüren und Schlupfwinkel darin kannte, war es ihm einst gelungen durch einen nur ihm bekannten Zugang in das Schlafzimmer der Gräfin zu gelangen, während dieselbe gerade im Nebengemache vor ihrem Betaltar lag und für die baldige Rückkehr ihres Gemahls betete. Auf einem Tische hatte Adele ihren Verlobungsring, | ||
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| + | Er habe einst nach der Abreise des Grafen mit dem Junker Walther beim Becher gesessen, und wie dann die heitere Weinlaune das menschliche Herz zu Mittheilungen, | ||
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| + | Zwar stiegen während seiner Erzählung in des Grafen Brust einige Zweifel auf, allein die ihm vorgelegten Beweise sprachen so klar für die Wahrheit des Erzählten, daß zusammengehalten mit jenen empfehlenden Worten bei seiner Abreise er vollständig von der Treulosigkeit seiner Gemahlin überzeugt ward und nichts mehr wünschte, als seine Ehre in dem Blute der Ehebrecherin rein zu waschen. Darum litt es ihn auch nicht eine Stunde länger im kaiserlichen Lager, er bestieg sein bestes Roß und ruhte nicht eher, als bis er die Thürme seines Stammschlosses wieder vor sich sah. Nun war es aber die tägliche Gewohnheit seiner edeln Gemahlin, Früh und Abends einen kleinen Rosengarten zu besuchen, den ihr ihr Gemahl angelegt hatte. Denn er hatte schon als ihr Bräutigam von ihrer leidenschaftlichen Vorliebe für diese herrlichen Blumen gehört, die ihr schon in ihrer Heimath den Namen der Rosenprinzessin oder Rosenwärterin verschafft hatte. In diesem Gärtchen befand sich auch eine Nische mit dem Bilde der Mutter Gottes und hier betete sie täglich für ihren abwesenden Gemahl. So hatte sie sich denn auch an diesem Abend, wo ihr Gemahl, freilich ohne ihr Wissen zurückgekehrt war, aufgemacht um einsam an dieser heiligen Stätte seiner zu denken und für ihn und ihre Kinder zu beten, und wie sie so auf den Knieen dalag, da kam es über sie wie ein seliger Traum und sie sah sich wie früher an der Brust ihres Gemahls und fühlte im Geiste seinen Kuß und hatte die Gegenwart völlig vergessen. Aber ihr Adolf war nicht fern mehr, sondern er stand dicht hinter ihr und sein böser Geist spiegelte ihm vor, daß seine Gemahlin in dieser Stunde nicht an ihn denke, sondern zur heiligen Jungfrau um baldige Rückkehr ihres Buhlen bete, und so zückte er in rasender Leidenschaft das Schwert und hieb damit von hinten in den Nacken der Betenden, sodaß er das verborgene Maal mitten durchschnitt und den Kopf vom Rumpfe trennte. Ohne einen Laut von sich zu geben stürzte sie zusammen, der Graf aber vermochte sein Opfer nicht anzusehen, sondern stürzte eiligen Laufs ins Schloß zurück. Dort kamen seine beiden Kleinen ihm froh entgegen, allein rauh stieß er sie von sich und befahl dem Ritter von der Aue, diese Brut der Schande und Sünde im Walde auszusetzen, | ||
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| + | Der Blutfleck auf den Wappenschildern der Bergischen Grafen war zwar mit der Erscheinung der versöhnten Adele verschwunden, | ||
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sagen/graessepreussenii008.1724311180.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
