sagen:graessepreussenii002
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| + | ====== Die Brüder vom Berge oder die Gründung des Klosters Altenberg ====== | ||
| + | Nach A. Reumont, Rheinlands Sagen, Gesch. und Legenden. Cöln (1849) in 8. S. 25 etc. | ||
| + | Poetisch behandelt bei Montanus I. S. 9 und II. S. 174 etc. | ||
| + | nach einem Volksliede des 15. Jhdts. in W.v. Waldbrühl, Bardale. Quedl. 1830. | ||
| - | //Quelle: [[autor: | + | Um das Jahr 1100 wurden dem Grafen Adolf III. von Berg, den das Volk den Vogt vom Berge nannte, von seiner Gemahlin, der Gräfin Margaretha von Kefernberg, zwei Knaben geboren, die die Namen Adolf und Eberhard erhielten. Leider aber starb ihre Mutter kurz nach ihrer Geburt und nach Ende eines Jahres auch ihr Vater, so daß sie von ihrem Onkel Bruno, Erzbischoff von Cöln erzogen werden mußten. In allen ritterlichen Künsten erfahren, waren sie zu zwei stattlichen Rittern herangewachsen, |
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| + | Da begab es sich, daß Walram von Limburg die Hilfe der beiden Brüder gegen Gottfried von Brabant anrief. Vereint mit demselben schlugen sie die blutige Schlacht bei Thaldorf, allein obwohl sie den Sieg errangen, so war doch als der Abend über das Schlachtfeld herabsank, nur einer der Brüder, Adolf, frisch und munter zu Rosse, Eberhard aber ward vermißt; zwar durchsuchte man mit der ängstlichsten Sorgfalt die weite Ebene nach seinem Leichnam, allein derselbe fand sich nicht, so daß der tiefbetrübte Adolf ohne seinen Bruder nach Hause ziehen mußte. | ||
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| + | Eberhard war aber nicht todt, von einer gewichtigen Streitaxt niedergeschmettert war er lange leblos unter Todten und Verwundeten liegen geblieben, von der Nachtluft aufgeweckt kam er wieder zu sich, als er aber um sich überall die schrecklichen Folgen des Krieges sah, da fühlte er solche Reue über sein bisheriges Beginnen, daß er beschloß, nie wieder ein Schwert zu berühren und fortan nur dem Dienste des Herrn zu leben. Er raffte sich, wiewohl mit Mühe auf, fing sich ein herrenloses Roß ein und ritt auf diesem nach Altena an der Lenne, wo er hoffte, von seinem Bruder nicht gleich wieder gefunden zu werden. Hier ließ er sich heilen und begab sich dann auf eine Pilgerfahrt, | ||
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| + | Nach einigen Jahren, als er eines Tages in seiner Zelle saß und seinen frommen Gedanken nachhing, sah er von Ferne einen Zug von Reisigen und Frauen seinem Kloster zuziehen. Wie ward ihm aber, als er in der in tiefster Trauer an der Spitze des Zuges reitenden Rittersfrau seine einstige erste und einzige Liebe, Gisela von Cleve erkannte? Dieselbe bat den Abt um die Erlaubniß, ihrem Herrn Vetter, dem Grafen Eberhard, wenige Worte sagen zu dürfen. Als ihr diese gewährt worden war, bat sie ihn um seinen Segen und forderte ihn auf, das Schloß Jorisburg zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten zu einem Kloster einzurichten und demselben vorzustehen. Dies that er auch, allein als nach einigen Jahren Gisela starb, kehrte er nach Altenberg zurück. Mittlerweile war seines Bruders Gemahlin Adelheid auch gestorben und nun legte dieser zu Gunsten seiner Söhne die Regierung des Bergischen Landes nieder und zog sich ebenfalls nach Altenberg zurück, um sich nie mehr von seinem geliebten Bruder zu trennen. Am 21. Mai des Jahres 1152 starb Eberhard, seinem Bruder ein baldiges Ende verkündend, | ||
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sagen/graessepreussenii002.1724310926.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
