sagen:graessepreussen793
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| Das malerische und romantische Westphalen S. 78 etc. | Das malerische und romantische Westphalen S. 78 etc. | ||
| - | In der ehemaligen Abtei Corvei an der Weser, die jetzt ein Schloß des Fürsten Hohenlohe-Bartenstein-Schillingsfürst im Regierungsbezirk Minden in Westphalen ist, wurde, wenn einer der Brüder sterben sollte, dessen Tod vorher angezeigt, doch auf eine andere Weise als in Merseburg (s. oben S. 331). An einem ehernen Kranze im Chor hing eine Lilie und diese wurde auf wunderbare Weise im Stuhle desjenigen Bruders gefunden, der in drei Tagen sterben sollte, und diese Todesandeutungen sollen Jahrhunderte lang bemerkt worden sein. Einstmals fand diese Todeslilie ein junger Ordensbruder auf seinem Sitze, der keine Lust zu sterben hatte und legte sie auf den Stuhl eines alten Geistlichen. Dieser erschrack über den Anblick und den widrigen Geruch der Todtenblume und ward gefährlich krank, allein auch bald wieder gesund und der junge Bruder starb darum doch am dritten Tage eines schnellen Todes. | + | In der ehemaligen |
| - | Einmal war aber ein sehr strenger Abt zu Corvei, der den früher verwöhnten Brüdern auch nicht das Geringste nachsah. Mancher von ihnen, der sonst Tage lang im Sollinge sich herumgetrieben hatte auf der Fährte der Hirsche und wilden Schweine, durfte jetzt die enge Zelle nicht verlassen und mußte seine Zeit dem Abschreiben alter Handschriften widmen und Mancher, der auf den Bauerhöfen der Nachbarschaft wohl allzubekannt war, mußte jetzt Tag und Nacht in den bestaubten Chorstühlen sitzen oder in endlosen Kasteiungen seinen widerspenstigen Leib züchtigen. So kam die Reihe an Alle und es ist kein Zweifel, daß Klagen und Verwünschungen in hohem Maße laut wurden gegen den strengen Zeloten. Indeß wagte Keiner sich zu widersetzen und selbst der munterste Lebemann aus der Zahl der Mönche des Klosters, Theobald geheißen, konnte nicht anders, er mußte sich den strengen Pönitenzen und Fasten fügen, die ihm der Abt nicht eben selten auferlegte. Indeß beschloß er sich zu rächen. An einem schönen Sonntagsmorgen eilte er, noch ehe die Sterne erblichen, hinab in den Klostergarten, | + | Einmal war aber ein sehr strenger Abt zu Corvei, der den früher verwöhnten Brüdern auch nicht das Geringste nachsah. Mancher von ihnen, der sonst Tage lang im Sollinge sich herumgetrieben hatte auf der Fährte der Hirsche und wilden Schweine, durfte jetzt die enge Zelle nicht verlassen und mußte seine Zeit dem Abschreiben alter Handschriften widmen und Mancher, der auf den Bauerhöfen der Nachbarschaft wohl allzubekannt war, mußte jetzt Tag und Nacht in den bestaubten Chorstühlen sitzen oder in endlosen Kasteiungen seinen widerspenstigen Leib züchtigen. So kam die Reihe an Alle und es ist kein Zweifel, daß Klagen und Verwünschungen in hohem Maße laut wurden gegen den strengen Zeloten. Indeß wagte Keiner sich zu widersetzen und selbst der munterste Lebemann aus der Zahl der Mönche des Klosters, Theobald geheißen, konnte nicht anders, er mußte sich den strengen Pönitenzen und Fasten fügen, die ihm der Abt nicht eben selten auferlegte. Indeß beschloß er sich zu rächen. An einem schönen Sonntagsmorgen eilte er, noch ehe die Sterne erblichen, hinab in den Klostergarten, |
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