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sagen:graessepreussen781

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-====== Der Knüppelhund ======+====== Der Schatz in Wiedenbrück ======
  
-    S. Stahl S. 121.+    S. Stahl S. 119.
  
-In vielen Orten an der Ruhr und auch in manchen andern Gegenden Westphalens läßt sich des Nachts ein großer Hund sehenden man wegen eines großen Knüppelsden er am Halse trägtden Knüppelrüen (Knüppelhund) nennt. Der Hund thut jedoch Niemandem etwas zu Leideso lange man ihn in Ruhe läßtAuch in der Stadt Schwerte ist ein solcherder von Abends 10 Uhr bis zur Morgendämmerung durch alle Straßen läuftEinst waren in der Mähestrecke mehrere Leute in einem Hause des Nachts am Dreschenals sie draußen vor der Thüre etwas rascheln hörtenals wenn der Knüppelhund langsam vorbeikäme. Einer von den Dreschernder sich darauf verließ, daß die untere Scheunenthür verschlossen war, rief durch das Schlüsselloch: »Knüppelhundwo willst Du hin?« Aber da wurde das Thier wüthend und sträubte seine Haare empor und machte sich größer und wuchs so schnell in die Höhedaß es beinahe in demselbigen Augenblicke seine Vorderfüße oben auf die Scheunenthüre legte. Als nun Alle voll Angst davonliefen und auf eine Kammer oben im Hause flüchtetenda ward das Thier noch größer und legte auch seine Füße in das Kammerfenster hinein und schaute mit glühenden Augen durch die ScheibenAls es aber die Angst der Leute sah, that es Niemandem etwas, sondern ging nach einer Weile ruhig wieder fort.+In der Stadt Wiedenbrück in der langen Straße, nicht weit vom Langenbrücker Thore steht ein kleines Haus, hinter welchem sich ein großer Garten befindet. In diesem Garten hat früher ein Schloß gestandendas aber zerstört istin welchem vor Zeiten ein alter Geizhals gewohnt hatder Wittwen und Waisen betrogen und viel Geld zusammengescharret, und damit es ihm nicht gestohlen werde, in der Erde vergraben hatDas Geld liegt noch da und zur Strafe muß es der Geizige bewachen. Alle sieben Jahre kommt es beim Vollmonde zum Vorscheindann öffnet sich die Erde und das Geld glänzt im Mondenscheine, darüber aber sieht man eine blaue FlammeWie man diesen Schatz heben kann, hat man noch nicht entdecken können. 
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 +In dem Hause, zu dem dieser Garten gehörtwohnte einmal eine Magddie sich oft verschlief und daher von ihrer Frau ausgeschimpft wurde. Einstmals erwachte dieselbe und wie sie sah, daß es schon ganz hell war, glaubte sie es wieder verschlafen zu haben. Sie kleidete sich deshalb schnell an und ging in die Küche, um Feuer anzumachen. Wie sie aber währenddessen durch das Küchenfenster in den Garten sahgewahrte sie darin ein kleines Feuer, weshalb sie Stahl und Feuerstein bei Seite legte, eine Schippe nahm und damit in den Garten auf das Feuer zuging, um sich lebendige Kohlen zu holen. Sie steckte die Schippe in das Feuer und zog eine Menge Kohlen hervor, mit diesen ging sie in die Küche zurück. Als sie dieselben aber auf den Heerd legtegingen sie aus, weshalb sie noch einmal in den Garten ging und sich welche holte. Doch auch diese gingen aus, als sie sie wieder auf den Heerd legte, weshalb sie zum dritten Male in den Garten ging. Als sie aber jetzt an das Feuer kam, ging eine furchtbare Stimme daraus hervordie rief: »Kommst Du noch einmal, so drehe ich Dir den Hals um!« Da ließ sie vor Schrecken die Schippe fallen und eilte in das Haus zurück. In dem Augenblicke schlug die Uhr EinsAm andern Morgen aber lagen auf dem Feuerheerde lauter schöne Dukaten.><88Fast dieselbe Sage ist oben S. 465 und 642 aus dem Harz erzählt.<<<<<<99
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 732-733;// +  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates 1–2]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 731-732;// 
  
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sagen/graessepreussen781.1724249338.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)