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sagen:graessepreussen661

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-In der Gegend von [[geo:Halberstadt]] wohnte einst ein Graf, der sehr reich, aber auch sehr [[typ:habsucht|hab- und raubsüchtig]] war und die Bewohner des Landes um sich her schrecklich drückte. Seit vielen Jahren war er einem [[typ:Schäfer]] eine bedeutende Summe schuldig, wies aber diesen, so oft er ihn daran erinnerte und darum bat, allemal mit kurzen, schnöden Worten ab. Es verging eine Zeit nach der andern und der arme Schäfer erhielt nichts. Auf einmal hieß es, der Graf sei in fernen Landen [[typ:sterben|gestorben]]. Da jammerte der Schäfer laut, denn nun war seine Schuldforderung wohl für immer verloren. Er wandte sich an die [[typ:erbe|Erben]], diese aber jagten ihn mit seiner Forderung zur Burg hinaus. Da ging der Arme betrübten Gemüthes über Feld und kam zufällig in einen Wald. Hier trat plötzlich eine Gestalt auf ihn zu mit den Worten: »Wenn Du Deinen Schuldner sehen willst, so folge mir!« Der Schäfer folgte unwillkürlich, bis er mit seinem Führer vor einem hohen nackten Berge stand, der sich mit großem Geräusche öffnete. Sie gingen hinein und sogleich schloß sich der Berg wieder mit donnerähnlichem Gepolter. Im Innern des Berges war alles [[typ:Feuer]] und mitten inne saß der Graf auf einem glühenden [[typ:stuhl|Stuhle]], um den her aus dem Boden und den Wänden zahllose Flammen auf ihn losfuhren: »Willst Du [[typ:Geld]] haben, Schäfer«, rief diesem der Graf zu, »so nimm hier das [[typ:Tuch]] und übergieb es meinen Erben und erzähle ihnen, wie ich hier ewig im Höllenfeuer sitzen muß!« Mit diesen Worten wand er sich ein Tuch vom Kopfe und gab es mit seinen glühenden Händen dem Schäfer, der nun von seinem Führer geleitet eilig den Berg verließ. Er that nach des Grafen Willen und erhielt von den Erben die Zahlung seiner Schuld. Seit dieser Zeit heißt der Berg der Feuerberg; er liegt einige Stunden von Halberstadt und ist mit hohen [[typ:tanne|Tannen]] und [[typ:eiche|Eichen]] bewachsen.+In der Gegend von [[geo:Halberstadt]] wohnte einst ein Graf, der sehr reich, aber auch sehr hab- und raubsüchtig war und die Bewohner des Landes um sich her schrecklich drückte. Seit vielen Jahren war er einem Schäfer eine bedeutende Summe schuldig, wies aber diesen, so oft er ihn daran erinnerte und darum bat, allemal mit kurzen, schnöden Worten ab. Es verging eine Zeit nach der andern und der arme Schäfer erhielt nichts. Auf einmal hieß es, der Graf sei in fernen Landen gestorben. Da jammerte der Schäfer laut, denn nun war seine Schuldforderung wohl für immer verloren. Er wandte sich an die Erben, diese aber jagten ihn mit seiner Forderung zur Burg hinaus. Da ging der Arme betrübten Gemüthes über Feld und kam zufällig in einen Wald. Hier trat plötzlich eine Gestalt auf ihn zu mit den Worten: »Wenn Du Deinen Schuldner sehen willst, so folge mir!« Der Schäfer folgte unwillkürlich, bis er mit seinem Führer vor einem hohen nackten Berge stand, der sich mit großem Geräusche öffnete. Sie gingen hinein und sogleich schloß sich der Berg wieder mit donnerähnlichem Gepolter. Im Innern des Berges war alles Feuer und mitten inne saß der Graf auf einem glühenden Stuhle, um den her aus dem Boden und den Wänden zahllose Flammen auf ihn losfuhren: »Willst Du Geld haben, Schäfer«, rief diesem der Graf zu, »so nimm hier das Tuch und übergieb es meinen Erben und erzähle ihnen, wie ich hier ewig im Höllenfeuer sitzen muß!« Mit diesen Worten wand er sich ein Tuch vom Kopfe und gab es mit seinen glühenden Händen dem Schäfer, der nun von seinem Führer geleitet eilig den Berg verließ. Er that nach des Grafen Willen und erhielt von den Erben die Zahlung seiner Schuld. Seit dieser Zeit heißt der Berg der Feuerberg; er liegt einige Stunden von Halberstadt und ist mit hohen Tannen und Eichen bewachsen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
   * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 620-621;//   * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 620-621;//
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004942973|www.zeno.org]]// 
  
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sagen/graessepreussen661.1687164593.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)