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sagen:graessepreussen633

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-In dem Thale zwischen [[geo:blankenburgharz|Blankenburg]] und [[geo:Quedlinburg]] bemerkte einst ein [[typ:Bäcker]], daß ihm immer einige der gebackenen [[typ:brot|Brode]] fehlten und doch war der [[typ:Dieb]] nicht zu entdecken. Dieser beständig fortdauernde geheime [[typ:Diebstahl]] machte, daß er allmälig verarmte. Endlich kam er auf den Verdacht, daß die [[typ:zwerg|Zwerge]] an seinem [[typ:Unglück]] Schuld sein könnten. Er schlug also mit einem Geflechte von schwanken Reisern so lange um sich her, bis er die [[typ:Nebelkappe]] einiger Zwerge traf, die sich nun nicht mehr verbergen konnten. Es wurde [[typ:Lärm]]. Man ertappte bald noch mehrere Zwerge bei Diebereien und nöthigte endlich den ganzen Ueberrest des Zwergvolkes auszuwandern. Um aber die Landeseinwohner einigermaßen für das Gestohlene zu entschädigen und zugleich die Zahl der Auswandernden überrechnen zu können, wurde auf dem sogenannten Kirchberge bei dem Dorfe [[geo:Thale]], wo sonst Wendhausen lag, ein großes Gefäß hingestellt, worin jeder [[typ:Zwerg]] ein Stück [[typ:Geld]] werfen mußte. Dieses [[typ:Faß]] fand sich nach dem Abzuge der Zwerge ganz mit alten Münzen angefüllt. So groß war ihre Anzahl. Das Zwergvolk zog über [[geo:warnstedt|Wahrnstedt]] (einem Dorfe bei Quedlinburg) immer nach Morgen zu. Seit dieser Zeit sind die Zwerge aus dieser Gegend verschwunden. Nur selten ließ sich seitdem hier und da ein einzelner Zwerg sehen.+In dem Thale zwischen [[geo:blankenburgharz|Blankenburg]] und [[geo:Quedlinburg]] bemerkte einst ein Bäcker, daß ihm immer einige der gebackenen Brode fehlten und doch war der Dieb nicht zu entdecken. Dieser beständig fortdauernde geheime Diebstahl machte, daß er allmälig verarmte. Endlich kam er auf den Verdacht, daß die [[wesen:zwerg|Zwerge]] an seinem Unglück Schuld sein könnten. Er schlug also mit einem Geflechte von schwanken Reisern so lange um sich her, bis er die [[ding:Nebelkappe]] einiger Zwerge traf, die sich nun nicht mehr verbergen konnten. Es wurde Lärm. Man ertappte bald noch mehrere Zwerge bei Diebereien und nöthigte endlich den ganzen Ueberrest des Zwergvolkes auszuwandern. Um aber die Landeseinwohner einigermaßen für das Gestohlene zu entschädigen und zugleich die Zahl der Auswandernden überrechnen zu können, wurde auf dem sogenannten Kirchberge bei dem Dorfe [[geo:Thale]], wo sonst Wendhausen lag, ein großes Gefäß hingestellt, worin jeder Zwerg ein Stück Geld werfen mußte. Dieses Faß fand sich nach dem Abzuge der Zwerge ganz mit alten Münzen angefüllt. So groß war ihre Anzahl. Das Zwergvolk zog über [[geo:warnstedt|Wahrnstedt]] (einem Dorfe bei Quedlinburg) immer nach Morgen zu. Seit dieser Zeit sind die Zwerge aus dieser Gegend verschwunden. Nur selten ließ sich seitdem hier und da ein einzelner Zwerg sehen.
  
-In der Nähe dieses Dorfes, das auch Wehrstedt genannt wird((Diese Sage ist poetisch behandelt von Ziehnert Bd. III. S. 131 etc.)) und davon seinen Namen haben soll, daß bei einem gefahrvollen Ueberfall fremder barbarischer Völker, da die Landesbewohner schon der Uebermacht unterlagen, die Todten aus den [[typ:grab|Gräbern]] aufstanden und sich gegen diese Unholde tapfer wehrten und so ihre Kinder [[typ:rettung|retteten]], befinden sich zwei Berge, in denen man häufig [[typ:skelett|Gerippe]] und [[typ:knochen|Menschenknochen]], auch zuweilen [[typ:urne|Urnen]] ausgräbt. Der eine Berg auf der Nordseite dieses Berges heißt der Dingberg, wahrscheinlich weil hier früher die Grafen von Reinstein von Zeit zu Zeit [[typ:gericht|Gerichtstage]] (Ding) hielten. Der andere auf der Südseite, etwa eine Viertelstunde von dem Dorfe Thale (sonst Wend-Thal) und dem ehemaligen Wend-Haus, an dem Felsenriff, den das Volk die [[typ:Teufelsmauer]] nennt, ist ein flacher Bergrücken, der jetzt größtentheils in [[typ:acker|Ackerland]] verwandelt ist. Das Volk nennt denselben den Mäken-Kirchhof oder häufiger noch den [[typ:luttchen|Lüttgen]]-[[typ:friedhof|Kirchhof]], d.h. den Begräbnißplatz der kleinen Leute.+In der Nähe dieses Dorfes, das auch Wehrstedt genannt wird((Diese Sage ist poetisch behandelt von Ziehnert Bd. III. S. 131 etc.)) und davon seinen Namen haben soll, daß bei einem gefahrvollen Ueberfall fremder barbarischer Völker, da die Landesbewohner schon der Uebermacht unterlagen, die Todten aus den Gräbern aufstanden und sich gegen diese Unholde tapfer wehrten und so ihre Kinder retteten, befinden sich zwei Berge, in denen man häufig Gerippe und Menschenknochen, auch zuweilen Urnen ausgräbt. Der eine Berg auf der Nordseite dieses Berges heißt der Dingberg, wahrscheinlich weil hier früher die Grafen von Reinstein von Zeit zu Zeit Gerichtstage (Ding) hielten. Der andere auf der Südseite, etwa eine Viertelstunde von dem Dorfe Thale (sonst Wend-Thal) und dem ehemaligen Wend-Haus, an dem Felsenriff, den das Volk die [[ding:Teufelsmauer]] nennt, ist ein flacher Bergrücken, der jetzt größtentheils in Ackerland verwandelt ist. Das Volk nennt denselben den Mäken-Kirchhof oder häufiger noch den [[wesen:luttchen|Lüttgen]]-Kirchhof, d.h. den Begräbnißplatz der kleinen Leute.
  
 //Quellen:// //Quellen://
   * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 588;//   * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 588;//
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sagen/graessepreussen633.1709825346.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)