sagen:graessepreussen530
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| ====== Der Blocksberg, das Blocksbergsgespenst und der Reinstein ====== | ====== Der Blocksberg, das Blocksbergsgespenst und der Reinstein ====== | ||
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| Es ist zu bezweifeln, daß die am Fuße des Brockens liegenden, zum Theil wunderbar aufgeschichteten verschiedenen Felsmassen, als der Scharfenstein, | Es ist zu bezweifeln, daß die am Fuße des Brockens liegenden, zum Theil wunderbar aufgeschichteten verschiedenen Felsmassen, als der Scharfenstein, | ||
| - | Der Brocken scheidet den Ober- von dem Unterharz; was von demselben im Westen liegt, heißt der Oberharz, und ist der höhere, größere und erzreichere Theil, was dagegen im Osten liegt, bildet an Fruchtbarkeit und Naturschönheit jenen übertreffend den Unterharz. Der Brocken selbst ist ein Urgebirge von mächtigen Granitlagern, | + | Der Brocken scheidet den Ober- von dem Unterharz; was von demselben im Westen liegt, heißt der Oberharz, und ist der höhere, größere und erzreichere Theil, was dagegen im Osten liegt, bildet an Fruchtbarkeit und Naturschönheit jenen übertreffend den Unterharz. Der Brocken selbst ist ein Urgebirge von mächtigen Granitlagern, |
| - | Daß von Venetianern und andern aus der Ferne und Nähe kommenden Kuxgängern in der Umgegend des Brockens, z.B. im Morgenbrodsthale, | + | Daß von [[wesen: |
| Sehr sonderbar ist das Klima auf dem Brocken, namentlich die schnelle Veränderung der Temperatur und des Wetters. Es ist eigentlich dort immer mit wenigen Ausnahmen rauh und kalt, selbst im Juni, Juli und September ist daselbst schon Schnee gefallen. Auffallend schnell entstehen bei dem geringsten Wechsel des Windes daselbst Nebel, z.B. von West nach Südwest oder nach Nordwest; selbst wenn kein Wölkchen am ganzen Horizonte zu entdecken ist, bezieht sich die Brockenkuppe augenblicklich mit Nebel und dies ist dann gewöhnlich ein Vorzeichen von bösem Wetter, weshalb von den Landleuten das Sprichwort gebraucht wird: Auf dem Brocken wird gebraut, oder: Der Brocken hat die Mütze auf. Der größte Feind des Brockens ist aber namentlich im Winter der Wind, namentlich der Südwest; unglaublich hohe Schneemassen und Eisstücke holt derselbe aus den Thälern und treibt sie in hohen langen Massen auf die Brockenfläche von einer Stelle zur andern, und zwar so schnell, daß da, wo am Abend eine große Schneebank lag, dieselbe am andern Morgen von dieser Stelle ganz verschwunden war und sich hundert bis zweihundert Schritte davon entfernt auf der entgegengesetzten Seite befand. Alle diese Naturphänomene mögen die Ursache sein, daß der alte Brocken so in Verruf gekommen ist und das gräßliche Brausen und Heulen des Sturmes, welcher alle nur mögliche Schauder erregende Töne hervorbringt, | Sehr sonderbar ist das Klima auf dem Brocken, namentlich die schnelle Veränderung der Temperatur und des Wetters. Es ist eigentlich dort immer mit wenigen Ausnahmen rauh und kalt, selbst im Juni, Juli und September ist daselbst schon Schnee gefallen. Auffallend schnell entstehen bei dem geringsten Wechsel des Windes daselbst Nebel, z.B. von West nach Südwest oder nach Nordwest; selbst wenn kein Wölkchen am ganzen Horizonte zu entdecken ist, bezieht sich die Brockenkuppe augenblicklich mit Nebel und dies ist dann gewöhnlich ein Vorzeichen von bösem Wetter, weshalb von den Landleuten das Sprichwort gebraucht wird: Auf dem Brocken wird gebraut, oder: Der Brocken hat die Mütze auf. Der größte Feind des Brockens ist aber namentlich im Winter der Wind, namentlich der Südwest; unglaublich hohe Schneemassen und Eisstücke holt derselbe aus den Thälern und treibt sie in hohen langen Massen auf die Brockenfläche von einer Stelle zur andern, und zwar so schnell, daß da, wo am Abend eine große Schneebank lag, dieselbe am andern Morgen von dieser Stelle ganz verschwunden war und sich hundert bis zweihundert Schritte davon entfernt auf der entgegengesetzten Seite befand. Alle diese Naturphänomene mögen die Ursache sein, daß der alte Brocken so in Verruf gekommen ist und das gräßliche Brausen und Heulen des Sturmes, welcher alle nur mögliche Schauder erregende Töne hervorbringt, | ||
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| Als man den 5. Juli Anno 1653 bei früher Tageszeit von Ballenstedt abgereiset, sind wir darauf, gleich gegen Mittag um 10 Uhr zu Blankenburg angelanget, von dannen wir uns alsofort und nach voreingenommener Mittagsmahlzeit nacher Reinstein hinauf (so nur 1/4 Meil Weges von Blankenburg) begeben und daselbst befunden, daß der Reinstein ein gar uralt und verwüstetes Haus oder Schloß ist, auf einem ziemlichen hohen Felsen gelegen und vordessen von denen nunmehr ganz verstorbenen Herren Grafen von Reinstein erbauet worden; ist ein seltzam Gebäude gewesen, in dem Alles, und fast alle Gemächer, darunter vornehmlich die Küche, Keller, die Kirche, Saal, Pferdeställe und dergleichen in den Stein ausgehauen ist, wie man denn, wenn man hineinkommt, | Als man den 5. Juli Anno 1653 bei früher Tageszeit von Ballenstedt abgereiset, sind wir darauf, gleich gegen Mittag um 10 Uhr zu Blankenburg angelanget, von dannen wir uns alsofort und nach voreingenommener Mittagsmahlzeit nacher Reinstein hinauf (so nur 1/4 Meil Weges von Blankenburg) begeben und daselbst befunden, daß der Reinstein ein gar uralt und verwüstetes Haus oder Schloß ist, auf einem ziemlichen hohen Felsen gelegen und vordessen von denen nunmehr ganz verstorbenen Herren Grafen von Reinstein erbauet worden; ist ein seltzam Gebäude gewesen, in dem Alles, und fast alle Gemächer, darunter vornehmlich die Küche, Keller, die Kirche, Saal, Pferdeställe und dergleichen in den Stein ausgehauen ist, wie man denn, wenn man hineinkommt, | ||
| - | Die gewöhnlichste Version der Sage von dem Hexentanze auf dem Berge hier oben im Munde des Volks ist nun die, daß wenn der Monat April mit seinen Schneeschauern und letzten Resten des Winters vorüber ist, in der Nacht vom letzten April zum ersten Mai von allen Seiten und Richtungen die Hexen zum Blocksberge eilen. Da ist ein wildes Gedränge und weil es der Eile bedarf, so tragen die Füße sie nicht schnell genug, sie kommen also durch die Luft den Berg herangezogen, | + | Die gewöhnlichste Version der Sage von dem [[ding: |
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