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sagen:graessepreussen499

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-====== Der rothe Stein ====== 
  
-    Nach Bechstein Bd. II. S. 27.+====== Die Goldlauter ======
  
-Wenn man von Suhl die Straße nach Zella zu geht, steht, ehe man in das sogenannte Oberland gelangt, ohnweit des Weges ein rothfarbiger Porphyrfels nackt zu Tage, der heißt der rothe SteinAn seinem Fuße entspringt eine Quelle, deren Rinnsal man das rothe Bächel heißtIn diesen Stein ist eine Jungfrau gebannt und gezaubert, welcher vergönnt ist, alle sieben Jahre zu erscheinen; da sitzt sie, strählt ihr Goldhaar und nießtEin Mann hörte sie sechsmal nießen und rief ihr freundlich sein »Gott helf!« hinauf; als sie aber zum siebenten Male nießte, ward er zornig und schleuderte einen Fluch zum rothen Stein hinaufDa rief eine klagende Stimme: »O hättest Du nur noch einmal gewünscht, daß Gott mir helfe, so wäre mir geholfen und ich erlöst worden! Nun muß ich im Steine bleiben bis zum jüngsten Tage.«+    Nach Bechstein BdIS29.
  
-Bisweilen geht, wenn sie erscheinen darf, die Jungfrau bis zum rothen Bächel hinabüberschreitet es und wäscht sich darinEines Tages schritt ein Hochzeitszug am rothen Steine vorübervielleicht hinauf nach dem Gasthause zum fröhlichen Mann, da rief es mit heller Stimme aus dem Steine heraus: »Heute rothüber's Jahr todt!« so daß allen im Brautzuge das Herz erschrackEin Jahr darauf aber war die junge Frau todtder als glückliche Braut die schaurige Weissagung gegolten hatte.+Der Ort, die [[geo:Goldlauter]]eine Stunde über [[geo:Suhl]], dankt seinen Ursprung wie seinen Namen dem Bergbau, der vor Zeiten in dieser Gegend schwunghaft betrieben ward. Davon zeugen noch häufige Halden und die Namen der Stollen, wie die Ueberlieferungen von reinen Funden an edlen Erzen. An der Hohenleite, am Rosenberge, an der Hirschzunge, lauter Namen von Bergdistricten, in denen sich Gruben befanden, fand man reichlich SilberDort an der Hirschzunge war der tiefe Stollen, am Rosenberge der Stollengenannt die weiße Lilie, an der Hohenleite der Stollen: die güldene Rose. Man fand gediegenes Silber und goldene Nierlein und erzählt von alten Ruthengängern, welche berichteten, daß die erzhaltigen Flötze vom Rosenberge sich hinauf bis zum Schneekopf unter die Teufelskruse ziehen, und durch den [[region:Schneekopf]] hindurch bis an den [[geo:gräfenroda|Gräfenröder]] Grund. 
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 +Ein Handelsmann von Willersdorf traf außerhalb [[land:Thüringen]] einen Mönch, der, als er erfahren, daß der Mann in dieser Gegend zu Hause seinach der Goldlauter fragte und nach deren Bergwerken. Da nun jener klagte, daß der Bergbau zum Erliegen gekommen sei, so antwortete der Mönch, das glaube er gern, das Bergwerk könne nicht in die Höhe kommen, weil dasselbe versetzt sei mit dem linken Fuße einer Stute, in welchen drei Nägel eingeschlagen seien. Würde der Zauber gehoben, so würde man nicht mehr sagen: Goldlauter, sondern: Lauter Gold. Wie der Reisende heimkam, wurden ihm Vorwürfe gemacht, daß er nicht tiefer in den Mönch gedrungen habe, um von ihm zu erfahren, wie denn jener Zauber vom Bergwerk zu heben und zu lösen sei. Jener versprach nun bei seiner nächsten Reise dem Mönche nachzuforschen, allein er kehrte nicht wieder heim, denn er hatte das Unglück in der [[region:Elbe]] zu ertrinkenNoch heißt eine Felswand nahe der Goldlauter: die Hoffnungswandund heißt die Vertrauenden hoffen. In der Hirschzunge endlich steht ein ganz goldener Hirsch, der einst erschlossen werden wird.
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 458-459;//+  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 459;//
  
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sagen/graessepreussen499.1710446260.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)