sagen:graessepreussen489-10
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| ====== Die goldenen Kohlen auf dem Kiffhäuser ====== | ====== Die goldenen Kohlen auf dem Kiffhäuser ====== | ||
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| Nach Sommer, Sagen aus Sachsen und Thüringen. Halle 1846. S. 2 etc. | Nach Sommer, Sagen aus Sachsen und Thüringen. Halle 1846. S. 2 etc. | ||
| - | Nach einer ebenfalls in der Umgegend des [[region: | + | Nach einer ebenfalls in der Umgegend des [[region: |
| - | Ein armer [[typ:Schäfer]] hatte gehört, daß einst eine Bande [[typ: | + | Ein armer Schäfer hatte gehört, daß einst eine Bande Musikanten dem Kaiser Otto ein Ständchen auf dem Berge gebracht und von seinem Kastellan jeder mit einem grünen Zweige beschenkt worden seien, die sie zwar bis auf einen weggeworfen hätten, allein welche, wie man aus dem einzigen übriggebliebenen gesehen, von purem Golde gewesen seien. Er trieb nun immer auf den Kiffhäuser und dachte: »Wenn ich nur den Weg wüßte, der in den Berg zum Kaiser Otto führt; da er ein so reicher, wohlthätiger Herr ist, so würde ich ihm meine Armuth klagen und er würde sich gewiß meiner annehmen.« |
| - | Und wie er einst auch wieder so bei sich dachte, bemerkte er vor seinen Füßen eine Fallthür, die er nie zuvor gesehen hatte. Er öffnete sie und stieg eine lange Treppe in den Berg hinab bis in einen weiten hochgewölbten Saal. Dort saß der Kaiser Otto mit seinem langen rothen Bart an einem großen steinernen | + | Und wie er einst auch wieder so bei sich dachte, bemerkte er vor seinen Füßen eine Fallthür, die er nie zuvor gesehen hatte. Er öffnete sie und stieg eine lange Treppe in den Berg hinab bis in einen weiten hochgewölbten Saal. Dort saß der Kaiser Otto mit seinem langen rothen Bart an einem großen steinernen Tisch und um ihn her saßen viele Ritter und Schildknappen in voller Rüstung. Schüchtern blieb der Hirt am Fuße der Treppe stehen, doch der Kaiser winkte ihm freundlich und sprach: »Ich weiß schon, weshalb Du kommst; hier nimm Dir soviel Du brauchst, und wenn Du heimkommst, grüße Dein Weib und Deine Kinder von mir!« Und damit wies er auf einen Haufen glühender Kohlen, der in einem Winkel lag. Der Hirt beugte sich ängstlic |
| Da lachte der Kaiser und rief: »Greif nur zu, es brennt nicht; doch nimm nicht zu wenig.« »Ja zu wenig«, dachte der Hirt, »wenn nur was zu nehmen wäre. Um Kohlen zu verschenken und arme Leute auszulachen, | Da lachte der Kaiser und rief: »Greif nur zu, es brennt nicht; doch nimm nicht zu wenig.« »Ja zu wenig«, dachte der Hirt, »wenn nur was zu nehmen wäre. Um Kohlen zu verschenken und arme Leute auszulachen, | ||
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