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sagen:graessepreussen489-01

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-====== Der Ritterkeller auf dem Kiffhäuser (Grässe) ======+====== Der Ritterkeller auf dem Kiffhäuser ======
  
 Einst richtete ein guter, aber armer Mann aus [[geo:Tilleda]] eine Kindtaufe aus, und das seine achte. Er mußte dabei den Gevattern nach Sitte des Landes einen Schmauß geben. Bald war der Landwein, den er seinen Gästen vorzusetzen hatte, ausgetrunken und sie forderten mehr. »Geh«, sagte er im Scherze zu seiner ältesten Tochter, einem hübschen sechszehn Jahre alten Mädchen, »und hole uns noch bessern Wein aus dem Keller.« »Aus welchem Keller denn?« fragte das erstaunte Mädchen. »Ih«, antwortete der Vater, »aus dem großen Weinkeller der alten Ritter auf dem [[region:kyffhäuser|Kiffhäuser]].« Das Mädchen geht in ihrer Einfalt, weil sie wirklich glaubte, ihr Vater spreche im Ernst, mit einem kleinen Eimer in der Hand den Berg hinan; in der Mitte desselben erblickt sie am verfallenen Eingange eines großen Kellers, den sie freilich nie zuvor gesehen, eine Schaffnerin in ganz ungewöhnlicher Tracht, mit einem großen Schlüsselbunde an der Seite. Sie verstummt vor Erstaunen, doch freundlich fragt sie die Alte: »Gewiß willst Du Wein holen aus dem Ritterkeller?« »Ja«, sagte das Mädchen, »aber Geld habe ich nicht.« »Komm mit mir«, sprach die Schaffnerin, »Du sollst umsonst Wein haben, und bessern Wein, als Dein Vater je gekostet hat.« Einst richtete ein guter, aber armer Mann aus [[geo:Tilleda]] eine Kindtaufe aus, und das seine achte. Er mußte dabei den Gevattern nach Sitte des Landes einen Schmauß geben. Bald war der Landwein, den er seinen Gästen vorzusetzen hatte, ausgetrunken und sie forderten mehr. »Geh«, sagte er im Scherze zu seiner ältesten Tochter, einem hübschen sechszehn Jahre alten Mädchen, »und hole uns noch bessern Wein aus dem Keller.« »Aus welchem Keller denn?« fragte das erstaunte Mädchen. »Ih«, antwortete der Vater, »aus dem großen Weinkeller der alten Ritter auf dem [[region:kyffhäuser|Kiffhäuser]].« Das Mädchen geht in ihrer Einfalt, weil sie wirklich glaubte, ihr Vater spreche im Ernst, mit einem kleinen Eimer in der Hand den Berg hinan; in der Mitte desselben erblickt sie am verfallenen Eingange eines großen Kellers, den sie freilich nie zuvor gesehen, eine Schaffnerin in ganz ungewöhnlicher Tracht, mit einem großen Schlüsselbunde an der Seite. Sie verstummt vor Erstaunen, doch freundlich fragt sie die Alte: »Gewiß willst Du Wein holen aus dem Ritterkeller?« »Ja«, sagte das Mädchen, »aber Geld habe ich nicht.« »Komm mit mir«, sprach die Schaffnerin, »Du sollst umsonst Wein haben, und bessern Wein, als Dein Vater je gekostet hat.«
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