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sagen:graessepreussen444

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-====== Der Zauberer zu Naumburg ======+====== Das weinende und lachende Brautpaar im Dom zu Naumburg ======
  
-    S. Lercheimer S. 55.+    Etwas verschieden erzählt bei Ziehnert, Bd. III. S. 29 etc.  
 +    S. Berckenmeyer, Antiquarius S. 658.
  
-Es haben etliche Leute beisammen zu Naumburg an der Saale in einem Wirthshause bei Tische gesessen und einen gebratenen Fisch vor sich gehabt. Da kommt ein Abenteurer hereintritt zum Tische und spricht: »Wie könnt Ihr von einer Kröte essen?« Der Wirth antwortet: »Was für eine Kröte? Ist es doch ein Fisch.« Indem wird der Fisch zur Krötedarüber erschracken sie Allees kommt ihnen ein Widerwillen und Ekel an und sie müssen hinaus und sich übergebenAls sie wieder hereinkommenwar's wieder der vorige Fischallein Keiner wollte mehr an den Tisch. Hätten diese den gemeinen Gebrauch der Wirthshäuser nicht gehalten, sondern zuvor gebetetwie es sich für Christenleute geziemtwenn sie sich zu Tische setzenso wäre ihnen solches nicht begegnet, sondern sie wären vor dem Zauber bewahrt gewesen.+Im Dome zu Naumburg findet man zwei Personen in Stein gehauen, von denen die eine lacht, die andere weintNach der einen Sage sollten diese Figuren zwei Verlobte darstellenvon denen die eine, der Bräutigam, sich durch kein BittenWeinen und Flehen seiner Braut von seiner Reiselust abhalten ließ und fröhlich und wohlgemuth in die weite Welt zog; inzwischen begab sich die herzlich betrübte Braut ins Kloster, läßt den berühmten Dom bauen und verlacht hernachmals den wiederkommenden und nunmehr herzlich betrübten Bräutigam mit gleicher BeständigkeitNach einer andern Sage ist aber die Braut selbst die Ursache des Reisens des Verlobten gewesen, sie hat gesagtihr Bräutigam müsse sich erst in der Welt umsehen und Erfahrung sammelnehe er in den Stand der heiligen Ehe treten könne. Dies ist freilich demselben nicht recht gewesendenn er hat mehr das reiche Erbe des Mädchens als dieses selbst sein eigen nennen wollen. Da sie aber ihren Vater für ihre Meinung zu gewinnen wußteblieb dem Junker nichts anders übrig als sich zu fügen. Er ist also fortgegangenaber nicht allzuweit, sondern hat sich in den benachbarten Städten herumgetrieben und sich möglichst wohl sein lassen. Da ist die Nachricht zu ihm gedrungen, ihr Vater sei plötzlich gestorben, und sofort ist er nach Hause geeilt, um sich das reiche Erbe nicht entgehen zu lassen. Er fand aber seine Braut im Kloster und als er bis ins Sprechzimmer drang, um sein Schicksal auf ihrem eigenen Munde zu erfahren, da ist sie ihm mit lachendem Gesichte entgegengetreten[379] und hat ihm erklärt, sie habe sich den Herrn zum Bräutigam erwählt und wolle von ihrem Gelde demselben einen Tempel erbauen. So hat sie denn den Dom erbauen lassen und sich als Lachende, ihren Bräutigam aber als Weinenden in Stein darin anbringen lassen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 379;// +  * //[[autor:graesse|Johann Georg Theodor Grässe]]: [[buch:sagenbuchpreussen|Sagenbuch des Preußischen Staates]], Band 1, Glogau 1868/71, S. 379-380;//
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/2000494058X|www.zeno.org]]//+
  
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sagen/graessepreussen444.1710366542.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)