sagen:graessepreussen428
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| + | ====== Der unterirdische Gang im Nonnenkloster zu Langensalza ====== | ||
| + | Nach Variamandus, | ||
| + | Leipzig 1738 in 8. S. 67. etc. | ||
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| + | Zu Langensalza war vor der Zeit ein Nonnenkloster zu St. Bonifacius, dasselbe ward nach der Säcularisation in die fürstliche Amtsschreiberei verwandelt. In diesem Gebäude befindet sich nun ein Keller, der von den Amtsschreibern zu ihrer Haushaltung benutzt ward. Stieg man von oben zehn bis zwölf Stufen in denselben hinab, so kam man in einen zweiten ziemlich langen Vorkeller. Zur rechten Hand ging er weit hinaus und am Ende desselben war eine Thüre, wodurch man abermals in einen andern Keller gelangte, wo früher eine Malzdarre stand, die dazu gebraucht ward, das Malz zu dem Hausbiere zu dörren, welches der Amtsschreiber für sich und seine Familie brauen durfte. Der andere Vorkeller, welcher gerade durchging, wenn man die Treppe hinabkam, führte zu einer Treppe, welche ohngefähr 6-8 Stufen weiter hinab in einen andern Keller führte. In diesem hintersten Keller war ganz hinten in der Wand eine zugemauerte Thüre, welche gegen Anfang des vorigen Jahrhunderts aus folgendem Grunde zugemauert ward. Es hatte sich nämlich ein Schreiber des damaligen Amtsschreibers beikommen lassen, aus Neugierde durch die früher hier befindliche Thüre in den dahinter verborgenen geheimen Gang zu gehen, weil er vermeint hatte, darin einen Schatz zu finden. Er hatte zu diesem Zwecke mit der Hausmagd, welche den Schlüssel zu diesem Keller hatte, es so abgeredet, daß er zu einer gewissen Zeit in der Nacht in diese Höhle oder Gang gehen wolle. Die Magd aber hatte ihm vorher versprechen müssen, im Keller vor der Thüre mit einem brennenden Lichte zu warten, bis er wieder herausgekommen sein werde. Nachdem sich der Schreiber mit einigen Lichtern, auch mit einer guten Pechfackel versehen, tritt er mit zwei brennenden Lichtern seinen Marsch in den finstern Gang an. Die Magd verliert ihn gar bald aus den Augen, bis endlich derselbe auf Händen und Füßen ohne einiges Licht wieder herausgekrochen kommt, und so ohnmächtig ist, daß er kein Wort reden kann. Er wird auch hierauf so krank, daß man sich im Hause nicht genug hat wundern können, woher bei diesem Menschen eine so große Veränderung entstanden ist. Endlich ist soviel herausgekommen, | ||
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