sagen:graessepreussen352
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| + | ====== Der auf Rosen wandelnde Esel zu Halle ====== | ||
| + | Nach Schäfer in der Illust. Zeitung 1858, S. 34, wo eine Abbildung. | ||
| + | Ueber die Rolande überhaupt s. Zöpfl, Alterthümer des deutschen Reichs. Bd. III. Leipzig 1861. | ||
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| + | Dieses Wahrzeichen befindet sich an der glatten Wand der Ostseite der am Markte von Halle gelegenen und im Jahre 1529 aus der alten im 13. Jahrhundert bereits erbauten Marien- und der wahrscheinlich noch ältern Gertrudenkirche entstandenen und 1554 völlig vollendeten Haupt- und Oberpfarrkirche zu Uns. L. Frauen, der sogenannten Marktkirche, | ||
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| + | »Die Arbeit und den Nutz, darin zu Hall besteht\\ | ||
| + | Das Salzwerk, zeiget an, der hier auf Rosen geht.«\\ | ||
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| + | Olearius((Haligraphia S. 23.)) giebt an, daß es den Nießbrauch des edlen Salzwerkes oder der sauren Arbeit bei demselben liebliche Nutzbarkeit anzeigen solle. Brückmann((Epistol. Itiner. Wolfenbüttel 1732 in 4°. Ep. XLIX. p. 19.)) dagegen behauptet, es solle damit die Billigkeit des Getreides zu der Zeit, wo man gerade die Kirche erbaut habe, angezeigt werden. Letztere Erklärung, die außerdem sehr gesucht ist, paßt übrigens schon darum nicht, weil das Jahr 1532 durchaus nicht ein sogenanntes wohlfeiles Jahr war. Wie dem nun auch sein mag und wie bei vielen andern Wahrzeichen es der Fall ist, die eigentliche Entstehungsursache ist in Vergessenheit gekommen und der Volkswitz hat sich eine beliebige zusammenreimen müssen. Die erste Volkssage darüber lautet aber so: | ||
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| + | Als einst der Kaiser Otto (I.?) zu Halle erwartet wurde, wollten die Hallenser ihn vor dem Rannischen Thore, wo er seinen Einzug halten sollte, mit einigem Pomp empfangen, sie hatten ihm also zu diesem Ende Blumen gestreut. Da war plötzlich wahrscheinlich in Folge starker Regengüsse im Oberlande in der Aue eine Ueberschwemmung entstanden, so daß der Kaiser nicht den geraden Weg über Brosen, sondern über die hohe Brücke durch das Schifferthor, | ||
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| + | So schön nun auch diese Sage klingen mag, so harmonirt sie doch nicht mit dem Relief selbst, denn es ist keineswegs ein auf gestreuten Blumen wandelnder Esel, sondern ein auf einem Zweige einherschreitender. Andere Quellen nennen übrigens statt Otto I. Otto II. und noch Andere den Kaiser Friedrich Barbarossa. | ||
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| + | Eine zweite Sage (s. oben S. 305) erzählt, dieses Wahrzeichen beziehe sich eben auf jenen Bischof, der einst den Halloren erlaubt habe, die Stadt Halle zu erbauen und den man, als er wiedergekommen, | ||
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| + | Man hat endlich dieses Bild auch, doch ohne allen Grund, mit dem Vorgeben in Verbindung bringen wollen, daß der Erzbischof Albert deshalb sich zum Niederreißen der alten Marienkirche veranlaßt gefühlt, weil er bei den Hausmannsthürmen einen verborgenen Schatz und die Urkunden von der Entstehung der Stadt zu finden vermeinte, wozu ihm sein Günstling, Hans von Schönitz, aber nur in der selbstsüchtigen Absicht, damit seinem Hause, das an der Stelle der ehemaligen Lampertskapelle lag, eine freiere Aussicht zu verschaffen, | ||
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sagen/graessepreussen352.1710358811.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
