sagen:graessepreussen349
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| + | ====== Die Erbauung von Halle und die Rechte der Halloren ====== | ||
| + | Nach Sommer S. 70 | ||
| + | und Keferstein, Ueber die Halloren. Halle 1843 in 8°. S. 7 etc. | ||
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| + | In alter Zeit standen dort, wo nun die [[geo: | ||
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| + | Im Jahre 803 wurde der Meteritzbrunnen gegraben, wozu das Geld ein Mädchen gab, welche es mit ihrem Leibe verdient hatte. Der Hackenborn ist erst später im Jahre 884 von einem Ritter von Hacken gegraben worden. | ||
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| + | Als nun wie gesagt um diese Zeit eines schönen Tages die Halloren vor ihren Hütten saßen, kam der Bischof vorbei, welchem damals das ganze Land gehörte und welcher zu Giebichstein seinen Sitz hatte. Den baten sie um Erlaubniß, an dieser Stelle eine Stadt zu bauen. Der Bischof lachte und fragte sie, ob sie einen guten Käufer für ihre Lumpen gefunden hätten, daß sie davon Städte erbauen wollten; denn sie sahen sehr ärmlich aus. Sie aber antworteten: | ||
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| + | »Han wir hüte Water und Holt,\\ | ||
| + | So han wir morne Silber und Gold.«\\ | ||
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| + | »Nun so baut in Gottes Namen mit Wasser und Holz«, rief der Bischof, »und es leuchte Euch Sonne, Mond und Sterne«. Und zum Andenken an jenen Ausspruch stehen noch jetzt im Wappen der Stadt Halle Sonne, Mond und Sterne. Ein Jahr darauf kam der Bischof wieder des Weges und nun sah er die schöne Stadt Halle an der Stelle jener Hütten stehen und die Halloren eilten ihm entgegen und dankten ihm fußfällig, | ||
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| + | Der Sage nach wäre nun unter den Rechten, welche die Halloren von Karl dem Großen empfangen, das größte das gewesen, daß sie selbst Gericht halten und über Tod und Leben entscheiden durften. Zum Zeichen dafür habe er ihnen den Roland in ihre Stadt gestellt, der noch jetzt auf dem Markte zu Halle steht. Auch erlaubte er der Brüderschaft, | ||
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| + | Die Halloren sind unzweifelhaft keltischen Ursprungs, also weder Slaven noch Franken, und die Ureinwohner des Landes, worauf zum Theil noch einzelne in ihrem Dialekt vorhandene alte Ausdrücke hindeuten, sind ein eigenthümlicher Menschenschlag und von schlanker und hoher Statur, am ähnlichsten dem Tyrolerstamme. Eigenthümlich ist ihnen noch heute eine gewisse alterthümliche Kleidung, an der die Mode der verschiedenen Jahrhunderte wohl nur wenig geändert hat. Ihre gewöhnliche Tracht besteht in Schuhen, weißen Strümpfen, kurzen schwarzen Beinkleidern und langen Westen mit hohen Knöpfen. Zu dem Ehrenkleide gehört ein dreieckiger besonders geformter Hut, ein Rock von altherkömmlichem Schnitt, ein Mittelding zwischen Leib- und Oberrock ohne Kragen, von auffallender, | ||
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| + | Die wichtigste Festlichkeit der Halloren ist aber die Pfingstversammlung der Brüderschaft oder das Pfingstbier, | ||
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| + | Bei der Huldigung eines neuen Landesherrn ziehen die Halloren mit fliegenden Fahnen auf den Markt, kommt nun der neue Landesherr geritten und ist vor dem Rathhause abgestiegen, | ||
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| + | Die noch jetzt den Halloren zuständigen Privilegien sind aber: 1) daß das Salzsieden durch sie allein geschieht; 2) daß sie zur Huldigung eine Fahne bekommen und mit dem landesherrlichen Pferde die Salzbrunnen bereiten; 3) daß sie vom Amte Giebichenstein den sogenannten Bischofsthaler und ein Gewisses an Bier, Brod, Mehl, Holz und Backgeld erhalten; 4) daß sie in gewissen Distrikten den Fisch- und Vogelfang haben (früher kam hiezu das Feilhalten gewisser Waaren und Fleischwerks, | ||
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