sagen:graessepreussen296
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| + | ====== Das eingemauerte Kind am Krökenthor zu Magdeburg ====== | ||
| + | Nach Relßieg Bd. I. S. 3 etc | ||
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| + | Das jetzige Krökenthor ist unter dem Erzbischof Albert II. zugleich mit der hohen Pforte erbaut worden, man hat aber bei dieser Gelegenheit zwei steinerne Füße als ein altes Wahrzeichen mit eingemauert, | ||
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| + | Als nämlich Kaiser Otto die Stadt Magdeburg zu einer Festung machen wollte, da trug es sich zu, daß das alte Krökenthor jedesmal, wenn es fertig geworden war, wieder einstürzte, | ||
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| + | So ist es auch geschehen, das herzlose Frauenzimmer hat trotzdem, daß ihr die Richter vorher nochmals vorgestellt, | ||
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| + | Seit diesem Augenblicke hat sich auch Niemand weiter um das eingemauerte Kind bekümmert und die gräßliche Unthat ist gänzlich in Vergessenheit gerathen. Da ist über funfzig Jahre später, um das Jahr 987 ein altes Mütterchen zu dem Erzbischof Gieseler gekommen und hat denselben fußfällig gebeten, er möge doch die Gnade haben, in dem steinernen Mauergewände der Eingangspforte, | ||
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| + | Hierauf erzählte sie dem staunenden Erzbischof ihre Geschichte und fügte hinzu, sie habe seit jener Zeit gefoltert von Gewissensbissen in Thüringen bei Verwandten gelebt, da sei ihr seit vielen Wochen ihr Knabe im Traume erschienen und habe ihr gesagt, er sei noch am Leben, denn ein Vogelpaar, welches über ihm genistet, habe ihm 50 Jahre lang die ihm nothwendige Nahrung mit den Schnäbeln zugetragen. Sie habe also an ihrem bisherigen Wohnorte nicht mehr bleiben können und sich hierher gebettelt; als sie aber an das Thor und an jene Stelle gekommen, wo einst ihr Knäblein eingemauert worden sei, da habe sie aus dem Gestein mehr als einmal »Mutter« rufen hören, als wenn sie durch diesen Ruf aufgefordert werde, seine Erlösung aus dem Gemäuer zu veranlassen. | ||
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| + | Der Erzbischof hat ihrer Bitte auch gewillfahret, | ||
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| + | Der Körper wurde nach christlichem Gebrauche beerdigt, die unnatürliche Mutter aber war verschwunden, | ||
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