sagen:graessepreussen292
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| + | ====== Der Todtengräber zu Magdeburg ====== | ||
| + | Nach Gengenbach S. 84-86, und kurz bei Vulpius S. 302. | ||
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| + | Es sind jetzt über 200 Jahre verflossen, als in [[geo: | ||
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| + | Eine Weile nachher, am [[zeit: | ||
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| + | Indessen verfing er sich immer mehr in des Satans Stricken; er war dem Gesöff und allerlei gottlosen Wesen ergeben; er konnte es nicht leiden, daß sein Weib die Kinder zum Gebet anhielt, sondern er sagte, sie sollten in des Teufels Namen beten; er half den Gotteskasten in der St. Johanniskirche bestehlen und verschwindelte das Geld, so er davon mitbekommen. Zwar ging er einmal in sich und er versuchte nun des Satans los zu sein. Er hatte nämlich gehört, er werde frei sein, wenn er Andern seine Kunst beibringe und dieselben dem Teufel zuführe. Derohalben bot er einmal einem Knaben von funfzehn Jahren seine Salbe an, und er solle niemals beschädigt werden, wenn er sich mit andern Jungen herumschlüge. Der Junge wollte indessen nichts mit ihm zu thun haben. Ein andermal, als er einen jungen Kerl antraf, der Lust zu seinen Künsten hatte, trank er ihm diese zu in seines Bruders Namen, das heißt in des Teufels Namen, denn er nannte den höllischen Feind nicht anders als seinen Bruder, oder den Herrn Edelmann oder [[wesen: | ||
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| + | Allein der Satan hatte doch nicht von ihm gelassen, sondern gebrauchte ihn noch zu vielen gottlosen Thaten. So gab er ihm einmal im Jahre 1636 im Frühjahr ein graues Pulver in einem weißen Papier, und hieß ihn dasselbe in den Gassen der Stadt ausstreuen, daß die Pest daraus erfolgen möchte. Und wie er nun nicht Alles ausstreute, sondern einen großen Theil in die Elbe warf, da trat auf einmal der Teufel zu ihm und wollte ihn strafen; wie er sich aber in seiner Angst gesegnete und betete: das Blut Jesu etc., da ist der Böse von ihm gewichen. Im Herbste desselben Jahres entstand wirklich die schreckliche Pest, die nicht blos die Stadt Magdeburg, sondern auch die benachbarten Provinzen verheerte. Ein andermal im Jahre 1656 befahl ihm der Satan durch eine grobe Stimme, die er wohl erkannte, ein Kind von drei Wochen, so denselbigen Tag auf dem St. Peterskirchhofe begraben worden war, auszugraben und von dessen Gliedern ein Pulver zu machen, solches aber auszustreuen, | ||
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| + | Aber das Maaß seiner Bosheit war erfüllt und der gerechte Gott hatte beschlossen, | ||
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| + | Nachdem der Bösewicht also seine Schandthaten bekannt, ist er durch einen Rathsspruch zum Tode verurtheilt und darauf mit dem Rade hingerichtet worden. Dies ist geschehen am 26. October 1657. Der Satan aber hat Gewalt über ihn behalten bis an sein Ende; denn obgleich die ihm zuverordneten Prediger allen Fleiß an ihm thaten, so hat er doch, wie er zum Tode geführt wurde, von starken Getränken sehr viel zu sich genommen und nichts denn gottlose Worte gebraucht. | ||
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