sagen:graessepreussen284
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| + | ====== Das Loos um das Leben ====== | ||
| + | Nach Petrus de Duisburg, Chron. Pruss. P. III. c. 86, | ||
| + | und Vulpius a.a.O. S. 326 etc. | ||
| + | Ganz anders bei Relßieg Bd. I. S. 349 etc. | ||
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| + | Eine sonderbare Historie hat sich Anno 1261 mit einem vornehmen Magdeburger zugetragen. Es hatten die alten heidnischen Preußen diesen Gebrauch, daß sie die Kriegsgefangenen, | ||
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| + | Denn als die damaligen Preußen unter ihrem Feldherrn Hercus Monte (welcher, da er sich kurz vorher in Deutschland aufgehalten und getauft worden war, den Namen Heinrich angenommen hatte, hernach wieder vom christlichen Glauben abgefallen war und gegen die Kreuzherren Krieg geführt hatte) eine Schlacht gewonnen, auch verschiedene Kreuzherren gefangen bekommen, haben sie die armen Gefangenen gezwungen, das Loos zu werfen, wer unter ihnen den Götzen geopfert werden sollte. Da ist das Loos auf den Magdeburger Hirschhals gefallen, der sich an den Feldherrn Hercus Monte gewandt und ihm die vielfältigen Wohlthaten, so er von Magdeburg genossen, vorgehalten hat, ihn bittend, er möchte ihn von diesem schmählichen Tode helfen. Hercus fand sich auch hierzu willig, ließ das Loos noch einmal unter ihnen werfen, allein das hat den ehrlichen Magdeburger abermals getroffen, und da hat Hercus, um ihn zu erhalten, noch ein drittes Mal loosen lassen, wo denn Hirschhals abermals getroffen worden ist. | ||
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| + | Solches betrachtend, | ||
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| + | Nach einer andern Sage hätte jener Hirschhals aber zwei Söhne gehabt, die jener Hercus Monte darum freigelassen hätte, weil er zu der Zeit, wo er Christ geworden war, in ihrem Hause zu Magdeburg auf dem Breitenwege bei ihnen gut aufgenommen worden sei und die Liebe ihrer Schwester erlangt hätte. Nun klagten ihn die Heiden deshalb als Verräther an, führten ihn nach Zörbig und wollten ihm dort dieselbe Strafe wie dem Ritter Hirschhals auflegen, nämlich den Feuertod. Allein die Magdeburger kamen ihm zu Hilfe, befreiten ihn und führten ihn mit sich fort. | ||
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| + | Zwar ward er wieder als Christ angenommen, allein als Buße durfte er ein ganzes Jahr das schöne Mädchen wohl sehen und besuchen, aber kein Wort mit ihr sprechen. Er ging täglich vom Prälatenwege, | ||
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