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sagen:gau104

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 In [[geo:badblankenburg|Blankenburg]] wurde vor Zeiten die Feier des [[zeit:palmsonntag|Palmsonntags]] also begangen: Der Pfarrer führte an diesem Sonntag die versammelte Bürgerschaft aus der Stadt an einen Brunnen unweit des sogenannten Steingrabens. Hier wurde die Vorbereitung, den Einzug des Heilands nach Jerusalem vorzustellen, getroffen. Man weihte den Brunnen und das auf einem hölzernen Esel sitzende Bild, besteckte es mit grünen Zweigen und verkündete Ablaß. Auch die Gemeinde wurde mit geweihtem Brunnenwasser besprengt, weshalb diese Quelle den Namen Jesusborn bekommen und bis heute behalten hat. Von Sünden gereinigt, ging nun der ansehnliche Zug, welchem die Gläubigen aus der ganzen Umgegend sich angeschlossen hatten, in möglichster Stille durch Weinberge und Felder bis auf die Höhe des Ölbergs, eines Hügels am untern Tore der Stadt. Auf diesem Ölberg wurde in einer dazu errichteten Kapelle Messe gelesen, dann zog man mit dem Palmesel den Berg hinab, das Volk streute grüne Zweige und rief: »Hosianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn!« und begleitete seinen Palmesel und hölzernen Heiland mit Jauchzen und Frohlocken zum unteren Tore herein durch alle Gassen der Stadt bis zur Kirche, in welche die Versammlung einzog und den damals gewöhnlichen Gottesdienst verrichtete. Schmausereien und Trinkgelage beschlossen das Fest, das man »Eselsfresserei« nannte, und daher mögen auch die Blankenburger den Spottnamen »Eselsfresser« erhalten haben. In [[geo:badblankenburg|Blankenburg]] wurde vor Zeiten die Feier des [[zeit:palmsonntag|Palmsonntags]] also begangen: Der Pfarrer führte an diesem Sonntag die versammelte Bürgerschaft aus der Stadt an einen Brunnen unweit des sogenannten Steingrabens. Hier wurde die Vorbereitung, den Einzug des Heilands nach Jerusalem vorzustellen, getroffen. Man weihte den Brunnen und das auf einem hölzernen Esel sitzende Bild, besteckte es mit grünen Zweigen und verkündete Ablaß. Auch die Gemeinde wurde mit geweihtem Brunnenwasser besprengt, weshalb diese Quelle den Namen Jesusborn bekommen und bis heute behalten hat. Von Sünden gereinigt, ging nun der ansehnliche Zug, welchem die Gläubigen aus der ganzen Umgegend sich angeschlossen hatten, in möglichster Stille durch Weinberge und Felder bis auf die Höhe des Ölbergs, eines Hügels am untern Tore der Stadt. Auf diesem Ölberg wurde in einer dazu errichteten Kapelle Messe gelesen, dann zog man mit dem Palmesel den Berg hinab, das Volk streute grüne Zweige und rief: »Hosianna in der Höhe! Gelobet sei, der da kommt im Namen des Herrn!« und begleitete seinen Palmesel und hölzernen Heiland mit Jauchzen und Frohlocken zum unteren Tore herein durch alle Gassen der Stadt bis zur Kirche, in welche die Versammlung einzog und den damals gewöhnlichen Gottesdienst verrichtete. Schmausereien und Trinkgelage beschlossen das Fest, das man »Eselsfresserei« nannte, und daher mögen auch die Blankenburger den Spottnamen »Eselsfresser« erhalten haben.
  
-Die guten Leute waren aber für ihr Fest dermaßen eingenommen, dass sie sich für dasselbe sogar in einen blutigen Handel mit der Gemeinde Schwarza eingelassen haben.+Die guten Leute waren aber für ihr Fest dermaßen eingenommen, dass sie sich für dasselbe sogar in einen blutigen Handel mit der Gemeinde [[geo:schwarzarudolstadt|Schwarza]] eingelassen haben.
  
 Graf Heinrich [[familie:vonschwarzburg|von Schwarzburg]], welcher mit dem [[vip:friedrichiihrr|Kaiser Friedrich]] in das gelobte Land gezogen war, hatte bei seiner Rückkehr zum Tragen seines Heergerätes und seiner Beute einen Esel aus dem gelobten Lande mitgenommen und auf seine Burg Greifenstein gebracht. Dieses Tier wurde nachmals in den herrschaftlichen Stall nach Schwarza, wovon die Gegend noch heut der Tiergarten heißt, getan. Der Tierwärter, welcher bei dem Kauf des Esels zugegen gewesen war und das Tier genau kannte, erzählte dies einigen Bekannten als etwas ganz Besonderes. Seine Erzählung breitete sich unter den Leuten aus und gelangte auch zu den Ohren des damaligen Pfarrers in Schwarza, welcher sich bewogen fand, den Wärter darüber weiter zu befragen und das Tier selbst in Augenschein zu nehmen. Bald hatte sich bei ihm auch die Überzeugung gebildet, daß dieser Esel kein gewöhnlicher Esel sei, sondern in gerader Linie von der Eselin abstamme, auf der unser Heiland seinen Einzug in Jerusalem gehalten habe, wovon das Evangelium am Palmsonntag zeuge. Graf Heinrich [[familie:vonschwarzburg|von Schwarzburg]], welcher mit dem [[vip:friedrichiihrr|Kaiser Friedrich]] in das gelobte Land gezogen war, hatte bei seiner Rückkehr zum Tragen seines Heergerätes und seiner Beute einen Esel aus dem gelobten Lande mitgenommen und auf seine Burg Greifenstein gebracht. Dieses Tier wurde nachmals in den herrschaftlichen Stall nach Schwarza, wovon die Gegend noch heut der Tiergarten heißt, getan. Der Tierwärter, welcher bei dem Kauf des Esels zugegen gewesen war und das Tier genau kannte, erzählte dies einigen Bekannten als etwas ganz Besonderes. Seine Erzählung breitete sich unter den Leuten aus und gelangte auch zu den Ohren des damaligen Pfarrers in Schwarza, welcher sich bewogen fand, den Wärter darüber weiter zu befragen und das Tier selbst in Augenschein zu nehmen. Bald hatte sich bei ihm auch die Überzeugung gebildet, daß dieser Esel kein gewöhnlicher Esel sei, sondern in gerader Linie von der Eselin abstamme, auf der unser Heiland seinen Einzug in Jerusalem gehalten habe, wovon das Evangelium am Palmsonntag zeuge.
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