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sagen:gau063

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sagen:gau063 [2024/03/21 15:37] ewuschsagen:gau063 [2025/01/30 17:49] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
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 Gott wollte ihn aber nach seiner Barmherzigkeit von so großem Wahn bekehren und zur Erkenntnis führen, darum schlug er ihn mit einer gefährlichen Krankheit, wenn auch nicht ihm selber, so doch andern zur guten Lehre. Man rief seinen Arzt, einen rechtschaffenen und auserwählten Mann, der nicht allein in der Kenntnis der Natur, sondern auch in der Theologie mehr als gewöhnlich erfahren war. Zu diesem sprach der Fürst: »Ich bin sehr schwach, wie du siehest, darum wende deine Kunst an, daß ich genesen mag.« Der Arzt antwortete: »Herr, wenn der Tag Eures Todes kommt, so wird meine Kunst Euch nicht dem Tode entreißen können; wenn Ihr aber an dieser Krankheit nicht sterben sollt, so wird meine Arznei überflüssig sein.« Erstaunt über diese Worte, sprach der Landgraf: »Wie magst du so reden?« Wenn mir die Sorgfalt deiner Behandlung nicht zuteil und die vorgeschriebene Lebensweise nicht eingehalten wird, so werde ich von mir selbst und von andern aus Unkenntnis vernachlässigt werden und vor der Zeit sterben können.« Als der Arzt dieses gehört hatte, wurde er heiter und froh und antwortete also: »Herr, wenn Ihr meint, daß durch die Kraft der Arzneimittel Euer Leben verlängert werden könne, warum wollt Ihr nicht glauben an die Buße und an die Werke der Gerechtigkeit, welche Heilmittel der Seele sind? Ohne diese stirbt die Seele, und man gelangt nicht zur Gesundheit des künftigen Lebens.« Gott wollte ihn aber nach seiner Barmherzigkeit von so großem Wahn bekehren und zur Erkenntnis führen, darum schlug er ihn mit einer gefährlichen Krankheit, wenn auch nicht ihm selber, so doch andern zur guten Lehre. Man rief seinen Arzt, einen rechtschaffenen und auserwählten Mann, der nicht allein in der Kenntnis der Natur, sondern auch in der Theologie mehr als gewöhnlich erfahren war. Zu diesem sprach der Fürst: »Ich bin sehr schwach, wie du siehest, darum wende deine Kunst an, daß ich genesen mag.« Der Arzt antwortete: »Herr, wenn der Tag Eures Todes kommt, so wird meine Kunst Euch nicht dem Tode entreißen können; wenn Ihr aber an dieser Krankheit nicht sterben sollt, so wird meine Arznei überflüssig sein.« Erstaunt über diese Worte, sprach der Landgraf: »Wie magst du so reden?« Wenn mir die Sorgfalt deiner Behandlung nicht zuteil und die vorgeschriebene Lebensweise nicht eingehalten wird, so werde ich von mir selbst und von andern aus Unkenntnis vernachlässigt werden und vor der Zeit sterben können.« Als der Arzt dieses gehört hatte, wurde er heiter und froh und antwortete also: »Herr, wenn Ihr meint, daß durch die Kraft der Arzneimittel Euer Leben verlängert werden könne, warum wollt Ihr nicht glauben an die Buße und an die Werke der Gerechtigkeit, welche Heilmittel der Seele sind? Ohne diese stirbt die Seele, und man gelangt nicht zur Gesundheit des künftigen Lebens.«
  
-Der Landgraf überdachte den Wert und Ernst dieser Worte, und weil jener gut und verständig geredet hatte, sprach er zum Arzte: »Fortan sollst du der Arzt meiner [[typ:Seele]] sein, da mich Gott durch deine Zunge von einem großen Wahn und Irrtum befreit hat.«+Der Landgraf überdachte den Wert und Ernst dieser Worte, und weil jener gut und verständig geredet hatte, sprach er zum Arzte: »Fortan sollst du der Arzt meiner Seele sein, da mich Gott durch deine Zunge von einem großen Wahn und Irrtum befreit hat.«
  
 //Quelle: [[buch:gau|Sagen und Geschichten aus deutschen Gauen]], Verschiedene Autoren,//  //Quelle: [[buch:gau|Sagen und Geschichten aus deutschen Gauen]], Verschiedene Autoren,// 
sagen/gau063.1711031835.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)