Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


sagen:gau042

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

Link zu dieser Vergleichsansicht

Nächste Überarbeitung
Vorhergehende Überarbeitung
sagen:gau042 [2024/03/21 15:20] – angelegt ewuschsagen:gau042 [2025/01/30 17:49] (aktuell) – Externe Bearbeitung 127.0.0.1
Zeile 7: Zeile 7:
     Ludwig Bechstein     Ludwig Bechstein
  
-Im Lande Limburg liegt ein altes Schloß, das ist Falkenberg genannt, darin es spukt und umgeht. Eine Stimme ruft gegen die vier Wände den Klageruf: »Mörder! Mörder!« – Zwei kleine Flämmchen flackern vor der Stimme her, aber den Rufer sieht keiner. Und das ist also seit sechshundert Jahren. Damals, vor so langer Zeit, stand das Schloß noch in seinem Glanze, zwei Brüder von Falkenberg wohnten darin, die hießen Waleram und Reginald, und sie liebten beide die schöne Tochter eines Grafen von Cleve, Alix. Waleram war der Glückliche, den die Jungfrau erkor, und feierte mit ihr glänzende Hochzeit. Dem verschmähten Reginald aber wandte der Rachegeist das Herz im Busen, und er ging hin und ermordete die Liebenden in ihrem Brautbette. Im Todeskampf griff Waleram in des Bruders Mordwaffe, schlug ihm die blutende Hand ins Gesicht und sank dann tot zurück. Der Mörder schnitt vom Haupte der von ihm erdolchten Braut eine Locke, war auch nirgends zu finden, als man die Toten fand und bejammerte und den Mörder ahnte.+Im Lande [[region:regionlimburg|Limburg]] liegt ein altes Schloß, das ist [[geo:valkenburg|Falkenberg]] genannt, darin es spukt und umgeht. Eine Stimme ruft gegen die vier Wände den Klageruf: »Mörder! Mörder!« – Zwei kleine Flämmchen flackern vor der Stimme her, aber den Rufer sieht keiner. Und das ist also seit sechshundert Jahren. Damals, vor so langer Zeit, stand das Schloß noch in seinem Glanze, zwei Brüder von Falkenberg wohnten darin, die hießen Waleram und Reginald, und sie liebten beide die schöne Tochter eines Grafen von Cleve, Alix. Waleram war der Glückliche, den die Jungfrau erkor, und feierte mit ihr glänzende Hochzeit. Dem verschmähten Reginald aber wandte der Rachegeist das Herz im Busen, und er ging hin und ermordete die Liebenden in ihrem Brautbette. Im Todeskampf griff Waleram in des Bruders Mordwaffe, schlug ihm die blutende Hand ins Gesicht und sank dann tot zurück. Der Mörder schnitt vom Haupte der von ihm erdolchten Braut eine Locke, war auch nirgends zu finden, als man die Toten fand und bejammerte und den Mörder ahnte.
  
 Es lebte dazumal nicht allzu weit vom Schlosse Falkenberg ein frommer Einsiedler, dessen Klause neben einer kleinen Kapelle stand. Bei dem klopfte es an um Mitternacht und begehrte Einlaß im Namen des Himmels. Reginald war's, den die Reue marterte und auf dessen Gesicht die Spur einer blutigen Hand unaustilgbar sichtbar war, ein Wahrzeichen, das kein Wasser abwusch. Reginald beichtete dem Einsiedler seine schwere Schuld, und der hieß ihn mit ihm gehen, führte ihn in die Kapelle, kniete mit ihm am Altare und betete mit ihm die ganze Nacht. Es lebte dazumal nicht allzu weit vom Schlosse Falkenberg ein frommer Einsiedler, dessen Klause neben einer kleinen Kapelle stand. Bei dem klopfte es an um Mitternacht und begehrte Einlaß im Namen des Himmels. Reginald war's, den die Reue marterte und auf dessen Gesicht die Spur einer blutigen Hand unaustilgbar sichtbar war, ein Wahrzeichen, das kein Wasser abwusch. Reginald beichtete dem Einsiedler seine schwere Schuld, und der hieß ihn mit ihm gehen, führte ihn in die Kapelle, kniete mit ihm am Altare und betete mit ihm die ganze Nacht.
Zeile 18: Zeile 18:
  
 ---- ----
-{{tag>sagen gau bechstein voncleve hochzeit mord dolch locke einsiedler klause kapelle gebet reue pilger seele würfel schiff nordsee v1}}+{{tag>sagen gau bechstein v2a}}
sagen/gau042.1711030849.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)