sagen:friedrich_wilhelm_iv._und_der_pahlsdorfer_schaefer
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:friedrich_wilhelm_iv._und_der_pahlsdorfer_schaefer [2020/01/10 22:23] – ewusch | sagen:friedrich_wilhelm_iv._und_der_pahlsdorfer_schaefer [2023/05/05 15:00] (aktuell) – gelöscht ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | ====== Friedrich Wilhelm IV. und der Pahlsdorfer Schäfer ====== | ||
| - | In Pahlsdorf lebte nach dem Franzosenkriege ein Schäfer. Der war ein sehr kluger | ||
| - | Mann und konnte alle Krankheiten heilen. Er hatte das von seinem Vater gelernt, der | ||
| - | war Scharfrichter. Aber er war sehr viele mal klüger und die Leute kamen von weit | ||
| - | her und er mußte sie gesund machen. Er brauchte sie nur anzusehen, dann wußte | ||
| - | er ihre Krankheit und sagte die Mittel dazu. Und die Leute brauchten gar nicht zu | ||
| - | kommen, wenn sie nur ein Stück schickten, was sie angehabt hatten. Selbst dann | ||
| - | konnte er ihnen schon helfen. Er war sehr wundertätig. | ||
| - | |||
| - | Einmal kam abends eine Kutsche angefahren und darin war ein kranker Mann. Der | ||
| - | wollte gleich zum Schäfer. Aber der ließ es nicht zu. Denn die Leute kamen immer | ||
| - | der Reihe nach und es waren noch ein paar arme Leute vorher dran. Endlich konnte | ||
| - | der vornehme Mann auch in die Stube gehen. Der alte Schäfer sah den Mann an | ||
| - | und ehe der gesagt hatte, was ihm fehlte, sagte der Schäfer: „Er hat die | ||
| - | Wassersucht. Er muß nicht so sehr saufen, sonst steigt ihm das Wasser ins Gehirn | ||
| - | und er wird verrückt.“ | ||
| - | |||
| - | Da verfärbte sich der reiche Mann und erschrak sich und ging | ||
| - | davon. Aber als er in der Kutsche wieder nach dem Sonnewalder Schloß fuhr, | ||
| - | schickte er dem Schäfer eine Handvoll Goldstücke in die Stube. Der nahm sie und | ||
| - | sagte: „Die sind für die Armen. Ich muß die Wahrheit sagen, auch wenn es dem | ||
| - | König nicht gefällt.“ | ||
| - | |||
| - | Und wie es der Pahlsdorfer Schäfer gesagt hatte, so kam es auch. Und als es dem | ||
| - | König ganz schlimm erging, holte man den Schäfer nach [[geo: | ||
| - | nicht mehr helfen, weil [[vip: | ||
| - | hatte. | ||
| - | |||
| - | //Quelle: E.H.Wusch: Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Niederlausitz// | ||
| - | {{tag> | ||
sagen/friedrich_wilhelm_iv._und_der_pahlsdorfer_schaefer.1578691436.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
