sagen:fridigern
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.
| Beide Seiten der vorigen RevisionVorhergehende ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorhergehende Überarbeitung | ||
| sagen:fridigern [2019/12/28 16:18] – ewusch | sagen:fridigern [2023/10/10 14:59] (aktuell) – gelöscht ewusch | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | ====== Fridigern ====== | ||
| - | |||
| - | Fridigerns Thaten priesen die Gothen in Liedern. Von ihm ist folgende Sage aufbehalten worden. Als die Westgothen noch keinen festen Wohnsitz hatten, brach Hungersnoth über sie ein. Fridigern, Alatheus und Safrach ihre Vorsteher und Anführer, von dieser Plage bedrängt, wandten sich an die Anführer des römischen Heers, Lupicinus und Maximus, und handelten um Lebensmittel. | ||
| - | |||
| - | Die Römer aus schändlichem Geiz feilschten ihnen Schaf- und Ochsenfleisch, | ||
| - | |||
| - | Dieser kam arglos mit kleinem Gefolge; als er inwendig speiste, drang das Geschrei von Sterbenden zu seinem Ohr. In einer andern Abtheilung der Wohnung, wo Alatheus und Safrach speisten, waren Römer über sie gefallen und wollten sie morden. Da erkannte Fridigern sogleich den Verrath, zog das Schwert mitten am Gastmahl, und verwegen und schnell eilte er seinen Gesellen zur Hülfe. | ||
| - | |||
| - | Glücklich rettete er noch ihr Leben, und nun rief er alle Gothen zur Vernichtung der Römer auf, denen es erwünscht war, lieber in der Schlacht als vor Hunger zu fallen. Dieser Tag machte dem Hunger der Gothen und der ruhigen Herrschaft der Römer ein Ende, und die Gothen walteten in dem Lande, das sie besetzt hatten, nicht wie Ankömmlinge und Fremde, sondern wie Herren und Herrscher. | ||
| - | |||
| - | //Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen, Band 2, S. 9-10, 1818// | ||
| - | |||
| - | {{tag> | ||
sagen/fridigern.1577546281.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
