sagen:eulenspiegel45
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| + | ====== Eulenspiegel erschreckt einen großprahlerischen Wirt in Eisleben mit einem toten Wolf ====== | ||
| + | Nach der vorigen Begebenheit kam Eulenspiegel nach Eisleben und hielt sich daselbst eine Zeit lang auf. Als er daselbst herbergte, kamen drei reisende Kaufleute aus Niedersachsen, | ||
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| + | Der prahlerische Wirt sagte: »Wenn mir auch zwei Wölfe begegneten, so wollte ich sie allein verjagen.« | ||
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| + | Eulenspiegel, | ||
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| + | Dann gab er ihnen an, wie er es machen wolle, bat sich aber dafür eine kleine Belohnung aus. Den Kaufleuten gefiel der Vorschlag und gaben Eulenspiegel Geld im Voraus. Nun fragte Eulenspiegel, | ||
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| + | »Gut«, sagte Eulenspiegel, | ||
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| + | Am anderen Morgen bezahlten die Kaufleute für sich und auch für Eulenspiegel die Zeche und reisten weiter. | ||
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| + | Der spöttische Wirt rief ihnen noch im Weggehen nach: »Gebt Acht, dass euch kein Wolf erhascht!« | ||
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| + | Die Reisenden antworteten: | ||
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| + | Eulenspiegel reiste auch ab, und zwar zum Harzgebirge, | ||
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| + | Eulenspiegel sagte heimlich zu den Kaufleuten, dass er in der folgenden Nacht den Spaß machen wolle. Der großprahlerische Wirt hatte die Kaufleute des Abends aufs Neue zum Besten wegen ihrer Furcht vor den Wölfen. Als sie gegessen hatten, gingen sie sowie der Wirt und alle seine Leute zu Bett. Wie nun alles im Haus ruhig war, nahm Eulenspiegel seinen Wolf, schlich sich in die Küche und stellte hier denselben hin, welcher, da er steif gefroren war, recht gut stand, steckte ihm auch zwei Kinderschuhe in das Maul und schlich sich wieder in seine Schlafkammer. Einige Minuten später riefen die Kaufleute dem Wirt zu, dass er ihnen doch Bier zum Trinken geben möge, denn sie hätten noch großen Durst. Der Wirt rief seine Magd, um das Bier zu holen. Diese, als sie in der Küche ein Licht angezündet hatte, und den Wolf erblickte, fing ein lautes Geschrei an, lief mit dem Licht davon und ließ sich nicht sehen. Nun wurde der Hausknecht gerufen, um zu sehen, was vorgefallen wäre. Wie dieser auch Licht in der Küche angezündet hatte und den Wolf da stehen sah, lief er gleichfalls mit großem Geschrei davon und ließ das Licht in der Küche stehen. Als der Wirt das Geschrei seines Hausknechtes hörte, stand er geschwind auf, um nachzusehen, | ||
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| + | Eulenspiegel sprach zum Wirt: »Herr Wirt, Ihr hattet vor vierzehn Tagen ein so großes Wort, dass Ihr Euch nicht vor zwei lebendigen Wölfen fürchtet, und nun habt Ihr Euch vor einem toten Wolfe so sehr erschrocken? | ||
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| + | Der Wirt schämte sich seiner Spottreden und bat die Kaufleute um Verzeihung. | ||
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| + | Da mit diesem Spaß fast die ganze Nacht verstrichen war und der Tag schon anbrach, so aßen die Kaufleute ihre Biersuppe, bezahlten alles und reisten weiter. Eulenspiegel begleitete sie bis nach Aschersleben, | ||
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