sagen:eulenspiegel21
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| + | ====== Eulenspiegel wird aus dem Fürstentum Lüneburg verwiesen ====== | ||
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| + | Als nun der Herzog mit seiner Reiterei näher kam, sagte einer von derselben: »Seht, gnädiger Herr, Eulenspiegel liegt in seines Pferdes Bauch.« | ||
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| + | Da sprach der Herzog zu Eulenspiegel: | ||
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| + | Eulenspiegel antwortete: »Gnädigster Fürst und Herr! Ich hoffe, Ihr werdet mir doch mein Leben nicht nehmen lassen. Ihr habt doch ein Gesetz gegeben, dass ein jeder in seinen vier Pfählen Sicherheit haben sollte. Nun bin ich nicht in Eurem Land, sondern in meinem Pferd, welches doch mein Eigentum ist. Also hoffe ich, Ihr werdet Euer gnädiges Wort halten, und mir Sicherheit gewähren.« | ||
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| + | Der Herzog lachte und sagte: »Es gehe dieses Mal noch so hin, aber lass dich in der Folge in meinem Land nicht mehr sehen.« | ||
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| + | Eulenspiegel antwortete: »Wie Eure fürstlichen Gnaden befehlen.« | ||
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| + | Der Herzog ritt mit den Worten weiter: »Bleibe in deinen vier Pfählen, nur lass dich nicht sehen.« | ||
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| + | Wie der Herzog weggeritten war, so sprang Eulenspiegel geschwind aus seines toten Pferdes Bauch und sprach: »Habe Dank, du liebes Pferd, dass du mir den erzürnten Herzog besänftigt und dadurch mein Leben gerettet hast. Es ist besser, dass dich die Raben fressen, als dass sie mich gefressen hätten, denn an dir ist mehr Fleisch.« Nun reiste er zu Fuß weiter. | ||
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| + | Nachdem sich Eulenspiegel wieder einige Tage umhergetrieben hatte, kam er bei Celle in ein Dorf und wollte da warten, bis der Herzog durchgeritten käme, denn er dachte ihn durch seine Possen sich wieder gewogen zu machen. Indem er nun hier wartete, fuhr ein Bauer auf seinen Acker. Eulenspiegel, | ||
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| + | Der Bauer antwortete: »Er ist mein, ich habe ihn geerbt.« | ||
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| + | Eulenspiegel fragte, wie viel er ihm geben solle für einen Karren voll Erde von diesem Acker. Der Bauer forderte einen Schilling. Diesen gab ihm Eulenspiegel, | ||
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| + | Als er nun hier hielt, kam der Herzog geritten, bemerkte ihn und sprach: »Eulenspiegel, | ||
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| + | Eulenspiegel antwortete: | ||
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| + | Der Herzog lachte abermals über diese dumme Ausrede, sagte aber zu ihm: »Eile weg mit deinem erkauften Erbland, sonst lasse ich dich mit Pferd und Karren aufhängen.« | ||
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| + | Wie Eulenspiegel das hörte, kroch er geschwind aus seinem Land heraus, fuhr den Karren vor die Allerbrücke, | ||
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