sagen:eulenspiegel05
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| + | ====== Die Mutter macht ihrem Sohn Till den Vorschlag, ein Handwerk zu lernen. Aus Not betrügt er einen Bäcker um einen Sack mit Brot ====== | ||
| + | Als nun die Mutter über ihren Sohn eine innerliche Freude hatte, dass er so ordentlich würde, dachte sie, jetzt sei es Zeit, ihn nach mütterlicher Weise zu ermahnen, dass er nun ein Handwerk lernen müsse, damit er ihr einige Unterstützung in ihrem Alter verschaffen könne. Eulenspiegel gab darauf keine Antwort. Die Mutter ließ aber nicht nach, ihn zur Erlernung eines Handwerks anzuhalten. | ||
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| + | Endlich sagte er: »Liebe Mutter! Wie man’s treibt, so geht’s. Wozu sich einer begibt, davon hat er sein Lebtage Brot.« | ||
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| + | Da sagte die Mutter: »Das dünkt mich selber. Ich habe nun wegen deiner Faulheit seit vier Wochen kein Brot im Hause gehabt, und leide um deinetwillen in meinem Alter Mangel.« | ||
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| + | »Nun«, sagte die Mutter, »so iss dich doch einmal satt!« | ||
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| + | Eulenspiegel sprach: »Ja, jetzt habe ich nichts.« | ||
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| + | Da Eulenspiegel nun Hunger hatte und nichts zu essen, ging er traurig hinaus, und sprach zu sich selber: »Ach, lieber Himmel! Hilf, dass ich meinen und meiner Mutter Hunger stillen kann. Wo werde ich aber Brot bekommen, dass wir nicht vor Hunger sterben?« | ||
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| + | Von diesem Gedanken durchdrungen, | ||
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| + | Eulenspiegel ließ sich das Brot in seinen Sack zählen, worin er aber ein verborgenes Loch hatte. | ||
| + | Nun schickte der Bäcker seinen Jungen mit, das Geld dafür in Empfang zu nehmen. Als nun Eulenspiegel um die Straßenecke war, ließ er ein Brot aus dem verborgenen Loch in den Kot fallen. | ||
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| + | »Ach«, sagte er zu dem Bäckerjungen, | ||
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| + | Eulenspiegel kam indessen vergnügt nach Hause, brachte seiner Mutter das Brot und sprach: »Nimm hin und iss, weil du was hast, und faste, wenn du nichts hast.« | ||
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