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sagen:ehw117

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 ====== Das Grab der Zigeunerkönigin in Frankendorf ====== ====== Das Grab der Zigeunerkönigin in Frankendorf ======
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 +    R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933
  
 Auf dem Kirchhofe von [[geo:frankendorf|Frankendorf]] befindet sich das Grab einer Zigeunerkönigin. Als noch die Zigeuner mehr im Lande umherreisten und sich über ganz Deutschland verbreitet hatten, da wählten die einzelnen Stämme aus ihrer Mitte einen König, der von der alten Königsfamilie, die in Ägypten über die Zigeuner geherrscht hatten, abstammen mußte. Wenn er sich verheiratete und Kinder bekam, mußte aus diesen der neue König immer wieder gewählt werden. Auf dem Kirchhofe von [[geo:frankendorf|Frankendorf]] befindet sich das Grab einer Zigeunerkönigin. Als noch die Zigeuner mehr im Lande umherreisten und sich über ganz Deutschland verbreitet hatten, da wählten die einzelnen Stämme aus ihrer Mitte einen König, der von der alten Königsfamilie, die in Ägypten über die Zigeuner geherrscht hatten, abstammen mußte. Wenn er sich verheiratete und Kinder bekam, mußte aus diesen der neue König immer wieder gewählt werden.
  
-Nach dem russischen Kriege hatten die [[volk:zigeuner|Zigeuner]] keinen König, sondern wählten sich eine Königin. Sie war sehr schön, sah aber immer sehr blaß aus, beinahe wie Schneewittchen. Die Zigeuner nannten sie die [[typ:Rose]] im Winter. Sie starb ganz jung und die Zigeunerstämme schickten zu ihrem [[typ:Begräbnis]] eine Menge Abgesandte. Als man sie auf dem Kirchhofe in Frankendorf in der Nacht um 12 Uhr begraben hatte in einer gemauerten [[typ:Gruft]], stellte man ein silbernes springendes Pferd auf den [[typ:Sarg]], streute Blumen darauf und verschloß die Gruft mit Brettern, die man darüber legte.+Nach dem russischen Kriege hatten die [[volk:Zigeuner]] keinen König, sondern wählten sich eine Königin. Sie war sehr schön, sah aber immer sehr blaß aus, beinahe wie Schneewittchen. Die Zigeuner nannten sie die Rose im Winter. Sie starb ganz jung und die Zigeunerstämme schickten zu ihrem Begräbnis eine Menge Abgesandte. Als man sie auf dem Kirchhofe in Frankendorf in der Nacht um 12 Uhr begraben hatte in einer gemauerten Gruft, stellte man ein silbernes springendes Pferd auf den Sarg, streute Blumen darauf und verschloß die Gruft mit Brettern, die man darüber legte.
  
-Alle Jahre am Todestage kamen [[volk:Zigeuner]] und opferten im Grabe Wein, Reis und Honig. Später wurde eine Blechkuppel über dem Gewölbe befestigt, weil die Bretter morsch geworden waren. Die Kuppel ist heute noch zu sehen. Wenn jetzt Zigeuner hinkommen, gehen sie immer nachts an das [[typ:Grab]].+Alle Jahre am Todestage kamen Zigeuner und opferten im Grabe Wein, Reis und Honig. Später wurde eine Blechkuppel über dem Gewölbe befestigt, weil die Bretter morsch geworden waren. Die Kuppel ist heute noch zu sehen. Wenn jetzt Zigeuner hinkommen, gehen sie immer nachts an das Grab.
  
-//Quelle: [[autor:wusch|E.H.Wusch]]: [[buch:sagenmeinerheimatniederlausitz|Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Niederlausitz]]//+//Quelle: [[autor:wusch|E.H.Wusch]]: [[buch:sagenmeinerheimatniederlausitz|Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz]]//
  
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sagen/ehw117.1683405298.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)