sagen:ehw042
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| ====== Der Hecht im Poleyer Oberteich bei Sallgast ====== | ====== Der Hecht im Poleyer Oberteich bei Sallgast ====== | ||
| - | Der Mühlenpächter Jentsch war wie seine Vorfahren ein großer Fischfreund. Deshalb züchtete er im sogenannten Samenteich unzählige kleine [[typ:karpfen|Karpfen]]. Später brachte er sie in die Mühlenteiche | + | R. Scharnweber & O. Jungrichter: Sagen, Anekdoten |
| - | Aber die Fische wollten im Oberteiche nicht gedeihen. Es wurden zusehends weniger. Bis man endlich den Fischräuber in einem riesigen | + | Der Mühlenpächter Jentsch war wie seine Vorfahren ein großer Fischfreund. Deshalb züchtete er im sogenannten Samenteich unzählige kleine Karpfen. Später brachte er sie in die Mühlenteiche und besonders nach dem Oberteich, der weiter westwärts im Walde lag nach [[geo: |
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| + | Aber die Fische wollten im Oberteiche nicht gedeihen. Es wurden zusehends weniger. Bis man endlich den Fischräuber in einem riesigen Hecht entdeckte. Der Hecht verschonte weder Fisch noch Frosch noch sonstige Lebewesen. | ||
| Der Teich lag bald wie ausgestorben da. Von der Schloßfamilie bis zum jüngsten Hütejungen wagte es niemand mehr, darin zu baden. Die Müllergesellen waren eifrig bemüht, mit Netzen den Teich zu durchstreifen. Aber alle Mühe war vergeblich. Das Netz zerriß der Hecht als ob es Spinngewebe wäre. Da versuchte Jentsch den Teich trocken zu legen, in dem er den Damm durchstach und die Gräben nach der Mühle sorgfältig | Der Teich lag bald wie ausgestorben da. Von der Schloßfamilie bis zum jüngsten Hütejungen wagte es niemand mehr, darin zu baden. Die Müllergesellen waren eifrig bemüht, mit Netzen den Teich zu durchstreifen. Aber alle Mühe war vergeblich. Das Netz zerriß der Hecht als ob es Spinngewebe wäre. Da versuchte Jentsch den Teich trocken zu legen, in dem er den Damm durchstach und die Gräben nach der Mühle sorgfältig | ||
| - | reinigte. Aber die [[typ: | + | reinigte. Aber die [[wesen: |
| Ein zufällig zugereister Müllergeselle, | Ein zufällig zugereister Müllergeselle, | ||
| - | Aber oh weh! Der Geselle hatte mit der rechten Hand den Angelhaken tief in den Rachen des Fisches hinein gebohrt. Die Müllerburschen aber zogen mit Leibeskräften den Hecht aufs Trockene. Mit wuchtigen Hammerschlägen betäubte und tötete der [[typ: | + | Aber oh weh! Der Geselle hatte mit der rechten Hand den Angelhaken tief in den Rachen des Fisches hinein gebohrt. Die Müllerburschen aber zogen mit Leibeskräften den Hecht aufs Trockene. Mit wuchtigen Hammerschlägen betäubte und tötete der Gutsschmied den langersehnten Fischräuber. Vom großen Jubel der Zuschauer begleitet, wurde er auf einem Wagen in die Mühle gebracht. Dort gab es noch wochenlang frisches und gesalzenes Hechtfleisch zu essen. |
| - | Wenn die Bauern der Umgegend ihr Getreide in die [[typ: | + | Wenn die Bauern der Umgegend ihr Getreide in die Mühle brachten, trieb sie die Neugierde in die Gesindestube: |
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