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sagen:ehw020

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 ====== Die wilde Jagd in Sallgast ====== ====== Die wilde Jagd in Sallgast ======
  
-In früheren Jahren wurde viel von der [[typ:wildejagd|wilden Jagd]] im Dorfe erzähltDiese Jagd bestand aus einem Wagen mit zwei Pferden und einem KutscherPferde und Kutscher waren aber [[typ:ohnekopf|ohne Kopf]]. +    RScharnweber & OJungrichter: Sagen, Anekdoten und Schnurren aus dem Kreise Luckau, Berlin 1933
  
-Die wilde Jagd erschien immer dann auf dem Schlosshof, wenn der Ritter im [[typ:Sterben]] lagWer vor ihr stand, musste eine Stunde stehen bleiben, ohne sich zu rührenDieses Gefährt aber ging nicht eher weg, bis der Schlossherr tot war. Wer es anrief, den verfolgte es von dieser Stunde an.+In früheren Jahren wurde viel von der [[wesen:wildejagd|wilden Jagd]] im Dorfe erzähltDiese Jagd bestand aus einem Wagen mit zwei Pferden und einem KutscherPferde und Kutscher waren aber ohne Kopf
  
-Ein Mann ging eines Abends aus dem [[typ:wirtshaus|Gasthof]] zur Linde nach Hause. Da hörte er hinter sich Wagengerassel und Peitschengeknall. Er rief: “Halt wo willst Du hin?“ Von dieser Stunde verfolgte ihn das Gefährt wohin er auch gehen mochte. In der Nacht, wenn er schlief, kam es zum [[typ:Schornstein]] herein und in der Stube drehte sich alles herumSein großer [[typ:Hund]] wachte ständig an seinem Bett. Aber wenn die wilde Jagd kamverkroch er sich winselnd unter dem selbenSeine Frau blieb nicht mehr bei ihmsondern ging zu ihren Eltern zurückAls der Mann [[typ:sterben|starb]]hörte man die wilde Jagd über den Dorfplatz ziehen. Die Leute aber im Dorfe riefen aus: “Jetzt zieht die wilde Jagd von ihm fort.+Die wilde Jagd erschien immer dann auf dem Schlosshof, wenn der Ritter im Sterben lagWer vor ihr stand, musste eine Stunde stehen bleibenohne sich zu rührenDieses Gefährt aber ging nicht eher wegbis der Schlossherr tot warWer es anrief, den verfolgte es von dieser Stunde an.
  
-Eines Abends ging ein Mann in die Schustergasse (jetzt Bahnhofstraße) spazieren. Auf einmal hörte er ein Brausen. Es war die [[typ:wildejagd|wilde Jagd]]. Er schrie demselben zu: “Hier her, hier her“. Die wilde Jagd folgte seinem Rufe und ging nicht mehr von seiner Seite. Eines Tages machte er eine Schüssel Kartoffelsalat. Den aß es ihm weg. Dann trank es ihm eine Flasche [[typ:Wein]] aus. Er dachte, jetzt würde sie nicht+Ein Mann ging eines Abends aus dem Gasthof zur Linde nach Hause. Da hörte er hinter sich Wagengerassel und Peitschengeknall. Er rief: “Halt wo willst Du hin?“ Von dieser Stunde verfolgte ihn das Gefährt wohin er auch gehen mochte. In der Nacht, wenn er schlief, kam es zum Schornstein herein und in der Stube drehte sich alles herum. Sein großer Hund wachte ständig an seinem Bett. Aber wenn die wilde Jagd kam, verkroch er sich winselnd unter dem selben. Seine Frau blieb nicht mehr bei ihm, sondern ging zu ihren Eltern zurück. Als der Mann starb, hörte man die wilde Jagd über den Dorfplatz ziehen. Die Leute aber im Dorfe riefen aus: “Jetzt zieht die wilde Jagd von ihm fort.“ 
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 +Eines Abends ging ein Mann in die Schustergasse (jetzt Bahnhofstraße) spazieren. Auf einmal hörte er ein Brausen. Es war die wilde Jagd. Er schrie demselben zu: “Hier her, hier her“. Die wilde Jagd folgte seinem Rufe und ging nicht mehr von seiner Seite. Eines Tages machte er eine Schüssel Kartoffelsalat. Den aß es ihm weg. Dann trank es ihm eine Flasche Wein aus. Er dachte, jetzt würde sie nicht
 wieder kommen. Aber alles Bitten oder Schelten half ihm nichts.  wieder kommen. Aber alles Bitten oder Schelten half ihm nichts. 
  
 Da erzählte er sein Leid eines Tages seinem Freunde. Dieser sagte zu ihm, wenn sie wieder käme, solle er sagen: “Alle guten Geister loben Gott, den Herrn“. Als die wilde Jagd wieder erschien, gebrauchte er diese Worte. Von dem Tage an kam es nicht wieder. Da erzählte er sein Leid eines Tages seinem Freunde. Dieser sagte zu ihm, wenn sie wieder käme, solle er sagen: “Alle guten Geister loben Gott, den Herrn“. Als die wilde Jagd wieder erschien, gebrauchte er diese Worte. Von dem Tage an kam es nicht wieder.
  
-//Quelle: [[autor:wusch|E.H.Wusch]]: [[buch:sagenmeinerheimatniederlausitz|Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Niederlausitz]]//+//Quelle: [[autor:wusch|E.H.Wusch]]: [[buch:sagenmeinerheimatniederlausitz|Sagen meiner Heimat, eine Sammlung mündlich übertragener Sagen der Lausitz]]//
  
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sagen/ehw020.1683407422.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)