sagen:dutschmann
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| - | ====== Dutschmann ====== | ||
| - | Auf dem zu [[geo: | ||
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| - | Sey einst gewesen ein wendischer Fürst, wild und unbändig, dabei ein kühner, verwegner Reiter 1), welcher sich anheischig gemacht, mit seinem Pferde über den Wasserkasten zu setzen, auch selbiges ausgeführt habe, – nach einer andern Erzählung aber, habe er sich mit dem Pferde überschlagen und sey in dem gefüllten Wasserkasten ertrunken. – Zur Erinnerung sey dieses Standbild errichtet worden. | ||
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| - | Sollte eine Wahrheit dieser Sage zum Grunde liegen, so kann dieses Mannes Name (über die sogenannten wendischen Könige und Fürsten wurde bekanntlich kein Staatskalender gehalten und die von ihnen bekannten Namen wurden wahrscheinlich germanisirt) unmöglich Dutschmann (als welcher ächt teutsch und von dem gemeinen Worte: Dutsche, Tunke herkommt, also ein Mann, der Flüssigkeiten liebt,) gewesen seyn. | ||
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| - | Uebrigens war zu jener Zeit die Skulptur bei den Wenden nicht auf der Höhe, daß sie so ein Produkt hätte hervorbringen können und ihre Feinde, die Teutschen, möchten es wohl nicht gemeiselt haben. Das Standbild ist unstreitig neuern Ursprungs, vielleicht irgend eine Kopie nach einer Herrmanns-Säule, | ||
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| - | Geschichtlich merkwürdiger war der vor diesem Troge, gegen Osten zum Reichenthore hin, ehemals befindliche, | ||
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| - | 1) Wenn gleich das Zeitwort verloren gegangen und man sich dafür des teutschen mit wendischer Endung bedient, so ist doch noch das Hauptwort Drab, Reiter, bekannt. | ||
| - | 2) S. den Aufsatz darüber von mir im 8ten Bande der Erinnerungsblätter, | ||
| - | 3) S. die merkwürdigsten Schicksale der Oberlausitz etc. von August Böhland. Budissin 1831. 8. S. 82. | ||
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| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz. Reichel, Bautzen 1839, Seite 110; [[https:// | ||
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sagen/dutschmann.1598970664.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
