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sagen:dsbb0991

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 ====== Riesen und wilde Frauen im Untersberge ====== ====== Riesen und wilde Frauen im Untersberge ======
  
-Leute aus dem Dorfe Feldkirchen ohnweit der Stadt [[geo:Salzburg]] erzählten für wahrhaft: Als wir noch junge Buben waren, haben wir mit eigenen Augen gesehen, daß einige alte [[wesen:riese|Riesen]] aus dem [[region:untersberg|Untersberge]] herausgingen, herunterkamen und sich auf die nächst dieses Berges stehende [[geo:grödig|Grödiger]] Pfarrkirche lehnten, mit unterschiedlichen Personen Gespräche hielten, doch niemand einiges Leid zufügten, sondern ihren Weg wieder in Frieden gingen. Die Grödiger Leute waren von den Riesen oft ermahnt, durch erbauliches Leben sich gegen verdientes Unglück zu sichern. Dieselben Leute zeigten zu der nämlichen Zeit an, daß zu Grödig vielmals etliche [[typ:wildefrau|Frauen von wilder Art]] aus dem Untersberg gekommen sind zu den Knaben und Mägdlein, welche zunächst dem Loch innerhalb Glanegg des Viehes hüteten, und ihnen Brot und Käse zu essen gegeben haben. Auch in das Kornschneiden gingen solche wilde Frauen nach Grödig. Sie kamen sehr früh des Morgens herab, und abends, da die andern Leute Feierabend genommen, gingen sie, ohne die Abendmahlzeit mitzuessen, wiederum in den Wunderberg hinein.+Leute aus dem Dorfe Feldkirchen ohnweit der Stadt [[geo:Salzburg]] erzählten für wahrhaft: Als wir noch junge Buben waren, haben wir mit eigenen Augen gesehen, daß einige alte [[wesen:riese|Riesen]] aus dem [[region:untersberg|Untersberge]] herausgingen, herunterkamen und sich auf die nächst dieses Berges stehende [[geo:grödig|Grödiger]] Pfarrkirche lehnten, mit unterschiedlichen Personen Gespräche hielten, doch niemand einiges Leid zufügten, sondern ihren Weg wieder in Frieden gingen. Die Grödiger Leute waren von den Riesen oft ermahnt, durch erbauliches Leben sich gegen verdientes Unglück zu sichern. Dieselben Leute zeigten zu der nämlichen Zeit an, daß zu Grödig vielmals etliche [[wesen:wildefrau|Frauen von wilder Art]] aus dem Untersberg gekommen sind zu den Knaben und Mägdlein, welche zunächst dem Loch innerhalb Glanegg des Viehes hüteten, und ihnen Brot und Käse zu essen gegeben haben. Auch in das Kornschneiden gingen solche wilde Frauen nach Grödig. Sie kamen sehr früh des Morgens herab, und abends, da die andern Leute Feierabend genommen, gingen sie, ohne die Abendmahlzeit mitzuessen, wiederum in den Wunderberg hinein.
  
 Eines Tages geschah es, daß ein Bauersmann bei Grödig auf dem Felde ackerte und sein kleines Söhnlein auf das Pferd gesetzt hatte. Da kamen die wilden Frauen aus dem Untersberge, hätten das Knäblein gern gehabt und wollten es mit Gewalt hinwegführen. Der Vater aber, dem die Geheimnisse und Begebenheiten dieses Berges schon bekannt waren, eilte den Frauen ohne Furcht zu und nahm ihnen den Knaben ab mit den Worten: Was erfrechet ihr euch, so oft herauszugehen und mir jetzt sogar meinen Buben hinwegzunehmen? Was wollt ihr mit ihm machen? – Die wilden Frauen sagten: Er wird bei uns bessere Pflege haben, und wird ihm bei uns besser gehen als zu Hause; der Knabe wäre uns sehr lieb, es wird ihm kein Leid widerfahren! – Allein der Vater ließ seinen Knaben nicht aus den Händen, und die wilden Frauen gingen bitterlich weinend von dannen. Eines Tages geschah es, daß ein Bauersmann bei Grödig auf dem Felde ackerte und sein kleines Söhnlein auf das Pferd gesetzt hatte. Da kamen die wilden Frauen aus dem Untersberge, hätten das Knäblein gern gehabt und wollten es mit Gewalt hinwegführen. Der Vater aber, dem die Geheimnisse und Begebenheiten dieses Berges schon bekannt waren, eilte den Frauen ohne Furcht zu und nahm ihnen den Knaben ab mit den Worten: Was erfrechet ihr euch, so oft herauszugehen und mir jetzt sogar meinen Buben hinwegzunehmen? Was wollt ihr mit ihm machen? – Die wilden Frauen sagten: Er wird bei uns bessere Pflege haben, und wird ihm bei uns besser gehen als zu Hause; der Knabe wäre uns sehr lieb, es wird ihm kein Leid widerfahren! – Allein der Vater ließ seinen Knaben nicht aus den Händen, und die wilden Frauen gingen bitterlich weinend von dannen.
sagen/dsbb0991.1707252136.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)