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sagen:dsbb0879

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 ====== Kinder-Wallfahrt ====== ====== Kinder-Wallfahrt ======
  
-Im Jahre 1448 hat es sich zugetragen, daß zu Schwäbisch-Hall am Donnerstage nach Pfingsten plötzlich eine Sucht die Knaben überkam, nach Sankt Michael in der Normandie zu wallfahren, und gingen ihrer über zweihundert an der Zahl wider den Willen ihrer Aeltern auf einmal von dannen, denn sie wurden von dieser Sucht ganz schnell und plötzlich erregt, und ließen sich nicht einmal von ihren eignen Müttern halten, auch erfolgte bei einigen, welche mit Gewalt zurückgehalten wurden, alsbald der Tod. „War wohl,“ wie ein alter Chronikenschreiber sagt: „eine seltsame und wunderliche Begeisterung.“ Da sich die Knaben nicht halten ließen, so gab ihnen der für das Wohl der Stadtkinder besorgte Rath zum Geleit einen Schulmeister und einen Esel mit, damit ihnen nichts Böses zustoße.((Senatus tamen eis asinum et Pädagogum attribuit, ne quid mali accideret. Crusii Annales.))+Im Jahre 1448 hat es sich zugetragen, daß zu [[geo:schwäbischhall|Schwäbisch-Hall]] am Donnerstage nach [[zeit:Pfingsten]] plötzlich eine Sucht die Knaben überkam, nach Sankt Michael in der Normandie zu wallfahren, und gingen ihrer über zweihundert an der Zahl wider den Willen ihrer Aeltern auf einmal von dannen, denn sie wurden von dieser Sucht ganz schnell und plötzlich erregt, und ließen sich nicht einmal von ihren eignen Müttern halten, auch erfolgte bei einigen, welche mit Gewalt zurückgehalten wurden, alsbald der Tod. „War wohl,“ wie ein alter Chronikenschreiber sagt: „eine seltsame und wunderliche Begeisterung.“ Da sich die Knaben nicht halten ließen, so gab ihnen der für das Wohl der Stadtkinder besorgte Rath zum Geleit einen Schulmeister und einen Esel mit, damit ihnen nichts Böses zustoße.((Senatus tamen eis asinum et Pädagogum attribuit, ne quid mali accideret. Crusii Annales.))
  
 In so guter Gesellschaft mag wohl die weite Reise und Betfahrt glücklich von Statten gegangen sein. In so guter Gesellschaft mag wohl die weite Reise und Betfahrt glücklich von Statten gegangen sein.
 Nach der Hand erfolgte eine große Pest, und war es vielleicht Gottes Hand, welche den Knaben winkte, dieser zu entgehen. Wunders genug war es, daß diese Knaben so weit außer Landes begehrten und zogen, da es doch im Schwaben- wie im nachbarlichen Franken- und Bayerlande der berühmtesten Wallfahrtsorte eine übergroße Menge gab. Nach der Hand erfolgte eine große Pest, und war es vielleicht Gottes Hand, welche den Knaben winkte, dieser zu entgehen. Wunders genug war es, daß diese Knaben so weit außer Landes begehrten und zogen, da es doch im Schwaben- wie im nachbarlichen Franken- und Bayerlande der berühmtesten Wallfahrtsorte eine übergroße Menge gab.
  
-//Quellen:// +//Quelle: [[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930//
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930// +
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004534565|www.zeno.org]]//+
  
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch 1448 Schwäbisch-Hall wallfahrt pfingsten pest v1}}+{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch 1448 SchwäbischHall wallfahrt pfingsten pest v2}}
  
sagen/dsbb0879.1709487425.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)