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sagen:dsbb0814

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-====== Casteller Sage ======+====== Eule legt Dukaten ======
  
-Auf der alten Burg [[geo:Castell]] in [[region:Franken]], dem Stammhaus eines noch blühenden Reichsgrafengeschlechtes, haben die Geister keine Bewohner geduldetDie Herrschaft hat sich's vieles Geld kosten lassen und hat Leute droben schlafen lassenaber niemand hat vermocht, es auszuhalten, und so ist die alte Stammburg verlassen worden und verfallen. +Zu Prichsenstadt in Franken hat vordessen ein Mann gewohnt, der hatte in seiner Oberstube, wie allgemein die Rede ging, eine Ohreule, die legte ihm alle Tage, wie ein Huhn sein Ei legt, einen [[lex:dukat|Dukaten]]. Das war hübsch von der Euleaber umsonst geschieht dergleichen Wunder nichtund mochte wohl ein Aber mit selbem Nachtvogel haben. Der Mann hatte nun Geldes vollauf, denn die fleißige Eule hatte jahrelang gelegt und starb nichtund der Mann hatte endlich Gründezu wünschen, die Eule los zu sein, denn es war die Zeit bald um. Und da dachte er, du willst die Eule wegschenken, und als einstmals eine Frau zu ihm kam, die einen Tragkorb auf dem Rücken hatte, so setzte er ihr die Eule heimlich in den KorbAber siehe daplötzlich sank die Frau in die Kniee und schrie: Ach was Schweres liegt denn in meinem Korbe? und riß den Korb von der Schulter und schaute in die tückischen feurigen Augen des Ungetüms und schrie: Jesus, Maria, Joseph! – Da fauchte die Eule, gleich einer Katze, und flog aus dem Korbe, und die Frau raffte ihren Korb an sich und entwichNachher hat der Mann die Eule behalten müssen und konnte sie nimmermehr loswerdennicht verschenkennicht verkaufen, nicht töten, und als eines Morgens die Türe seines Schlafgemachs lange verschlossen blieb und er nicht zum Vorschein kamso ward die Türe erbrochenund da lag er tot auf seinem Lagerund die Eule saß auf seinem blutigen Kopfe und hatte ihm die Augen ausgehacktals welches gar schrecklich anzusehen war, und war so groß wie der größte Steinadler und flog durch die geöffnete Türe alsbald fauchend von dannenFür solche Eule lobt sich doch wohl mancher die Dukatenmännchen, die sie zu [[geo:Nürnberg]] und Sonneberg machendie fügen keinem ein Leid zu und bringen auch die Seele in keine Gefahrdafür legen sie auch keine Dukaten, sondern tun nur so.
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-In dieser Burg Castell ist ein Brunnendes Tiefe reicht von der Bergeshöhe bis zum Grunde und hat Zusammenhang mit dem GründlerslochEine Entewelche in den Casteller Schloßbrunnen gelassen wardkam im Gründlersloch wieder zum Vorschein, eine halbe Stunde weit von dem Schlosse. Dieses Loch duldet keine Leichnameobschon sich viele darin ersäuft habenes läßt auch keinen Stein in sich niedersinkensondern wirft ihn ausDabei ist's unergründlich. +
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-Bei Gereuth oder [[geo:greuthcastell|Greuth]], ganz nahe bei Castell, ruht im Schoß der Erde ein versunkenes Dorf. Auch dessen Glocke, wie die so vieler andernwühlten Schweine aus.+
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 532// +  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 532-533// 
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004542649|zeno.org]]//+  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004542657|zeno.org]]//
  
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch castell greuthcastell geist burggeist vertreiben brunnen ente versunken glocke schwein}}+{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch Prichsenstadt eule ei dukat korb nürnberg sonneberg v1}}
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