sagen:dsbb0642
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| ====== Rübezahls Neckereien ====== | ====== Rübezahls Neckereien ====== | ||
| - | Mancher hat des Berggeistes Neckereien erfahren und erdulden müssen, die oft von Tückereien nicht wohl zu unterscheiden sind. Ein Wurzelgräber im Gebirge sollte für einen Podagristen Wurzeln suchen, die gut gegen das Zipperlein, konnte aber selbige Wurzeln nicht finden. Ein anderer Wurzelgräber, | + | Mancher hat des [[wesen: |
| - | Zu einem Schneider in Liebethal kam der Gebirgsherr in Gestalt eines Landjunkers und bestellte ein feines Tuchkleid, zu dem er das Tuch mitbrachte. Der Schneider schnitt das Tuch sehr reichlich zu, aber mit dem, was er seiner Hölle zudachte, nicht zufrieden, vertauschte er sogar das Tuch und machte von einer geringeren Sorte den Rock des Junkers und sandte ihn an den angegebenen Ort. Als aber nun der Schneider das unterschlagene gute Tuch hervorholte, | + | Zu einem Schneider in [[geo: |
| - | Ein Tuchhändler verkaufte dem Berggeist, den er für einen dummen Krautjunker hielt, ganz schlechtes Tuch für gutes um die hohe Summe von fünfzig Dukaten. Als er daheim den Beutel zog und das Gold in den Kasten legen wollte, hüpften fünfzig lebendige Mäuse aus dem Beutel heraus, verteilten sich im Hause und zernagten dem Betrüger für mehr als fünfzig Dukaten gutes Tuch. Drei andere Tuchhändler, | + | Ein Tuchhändler verkaufte dem [[wesen:Berggeist]], den er für einen dummen Krautjunker hielt, ganz schlechtes Tuch für gutes um die hohe Summe von fünfzig Dukaten. Als er daheim den Beutel zog und das Gold in den Kasten legen wollte, hüpften fünfzig lebendige Mäuse aus dem Beutel heraus, verteilten sich im Hause und zernagten dem Betrüger für mehr als fünfzig Dukaten gutes Tuch. Drei andere Tuchhändler, |
| Ein gieriger Steinsucher fand in einer Kluft einen Goldklumpen, | Ein gieriger Steinsucher fand in einer Kluft einen Goldklumpen, | ||
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| Als Schuhmacher zog der launige Gebirgsherr auf nahe Märkte, schlug Buden auf, verkaufte prächtiges Schuhwerk um Spottgeld, besonders für Frauen – ach es ging sich so wunderschön in diesen sanften, weichen anschmiegsamen grünen Schuhen – nur schade, daß sie nach kurzer Weile wie Butter an der Sonne zergingen und das Tuch und Leder dazu auf den Bergwiesen gesammelt war und die Kühe die Fabrikanten sotanen Leders waren. Oder der Berggeist hielt als Schlafmützenmacher feil, machte herrliche Geschäfte, aber hinterdrein waren die Mützen von jenem unnennbaren weißen Stoff, der sonst in den Apotheken unter dem Namen weißer Enzian gehalten und geführt wurde, aber nichts weniger war als die Wurzel der unter diesem Namen offiziellen Pflanze. | Als Schuhmacher zog der launige Gebirgsherr auf nahe Märkte, schlug Buden auf, verkaufte prächtiges Schuhwerk um Spottgeld, besonders für Frauen – ach es ging sich so wunderschön in diesen sanften, weichen anschmiegsamen grünen Schuhen – nur schade, daß sie nach kurzer Weile wie Butter an der Sonne zergingen und das Tuch und Leder dazu auf den Bergwiesen gesammelt war und die Kühe die Fabrikanten sotanen Leders waren. Oder der Berggeist hielt als Schlafmützenmacher feil, machte herrliche Geschäfte, aber hinterdrein waren die Mützen von jenem unnennbaren weißen Stoff, der sonst in den Apotheken unter dem Namen weißer Enzian gehalten und geführt wurde, aber nichts weniger war als die Wurzel der unter diesem Namen offiziellen Pflanze. | ||
| - | Einst schlug der neckische Geist zu Warmbrunn eine Bude als Haarkräusler und Perückenmacher auf; wer ihm abkaufte, war betrogen und fand am andern Morgen auf seinem Perückenstock eine Igelhaut, ein Elsternest, eine Atzel von der Haut des Esels samt anhängendem Schwanze an Zopfes Statt, oder von sonstigem Geniste. | + | Einst schlug der neckische Geist zu [[geo: |
| Einer eiteln und gefallsüchtigen alten Modenärrin hing der Geist eine Büchse Schminke auf, der die Purpurflechte die Farbe und der Veilchenstein vom Gebirgshochrücken den Duft verlieh – aber als die gute Frau sich damit schminkte, wurde ihre Haut braunschwarz gebeizt, wie vom Höllenstein, | Einer eiteln und gefallsüchtigen alten Modenärrin hing der Geist eine Büchse Schminke auf, der die Purpurflechte die Farbe und der Veilchenstein vom Gebirgshochrücken den Duft verlieh – aber als die gute Frau sich damit schminkte, wurde ihre Haut braunschwarz gebeizt, wie vom Höllenstein, | ||
| - | Zu einem Bürger in Hirschberg kam der Geist als Holzspalter und bot seine Dienste an; für seine Mühe bedingte er sich eine Trage Holz. Der Bürger wies ihm vier Klaftern Holz zum Spalten an und fragte, da der Mann keine Axt trug: Aber hast du denn keine Axt? – Ach ja, ich habe eine, antwortet der Geist, zieht sein linkes Bein aus dem Leibe und fängt an auf so entsetzliche Art Holz zu spalten, daß dem Bürger Hören und Sehen vergeht und er dem Holzspalter zuruft, er solle sich gleich vom Hofe packen. – Nein, Gesell! rief der Geist, erst muß ich mir meinen Lohn verdienen!, fährt fort zu hacken und zu spalten, bis alles Holz klein gemacht ist, dann macht er sich etwas groß, so groß, daß er die vier Klaftern auf einmal auf seinen Rücken laden und davontragen kann, und geht damit lachend von dannen. | + | Zu einem Bürger in [[geo: |
| - | Zu einem Bauer in Krummhübel, | + | Zu einem Bauer in [[geo:Krummhübel]], welcher schlachten wollte, kam der Berggeist als Schlächter und erbot sich zu schlachten. Der Bauer fragte, welchen Lohn er verlange. – Ach, mir ist's nicht um Lohn, antwortet der schalkhafte Geist. Laßt mich nur so viel Wurst essen, daß ich satt werde! – Das war der Bauer gern zufrieden, denn er dachte, es steht geschrieben: |
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