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sagen:dsbb0582

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 ====== Die Gräfin von Orlamünde ====== ====== Die Gräfin von Orlamünde ======
  
-Es war ein Graf zu [[geo:Orlamünde]], Otto((Otto III. von Weimar-Orlamünde, nach anderer Zählweise auch Otto IV. (* 1244; † Juni 1285) war ein Graf aus dem Geschlecht Weimar-Orlamünde.//Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_III._(Weimar-Orlam%C3%BCnde)|Wikipedia]]//)), der starb und hinterließ seine Gemahlin Agnes, die ihm zwei Kinder geboren, als eine noch sehr junge [[typ:Witwe]]; sie war eine geborene Herzogin von Meran, und so war ihr als [[typ:Erbe]] neben der Grafschaft Orlamünde in [[land:Thüringen]] auch die Plassenburg und deren Gebiet in [[region:Franken]] zugefallen, und sie wohnte bisweilen dort. Da geschah es, daß sie eine heftige [[typ:Liebe]] gewann zu Albrecht dem Schönen, Markgrafen von Brandenburg und Burggrafen zu Nürnberg((Albrecht der Schöne (* 1319; † 4. April 1361) war ein Burggraf von Nürnberg. //Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_der_Sch%C3%B6ne|Wikipedia]]//)), und heimlich forschen ließ, ob dieser wohl geneigt sei, sich mit ihr zu verbinden. Es war aber schon zwischen dem Markgrafen und der Gräfin Sophia von Henneberg eine Verbindung im Gange, welche des Markgrafen Eltern lebhaft wünschten, und Albrecht ließ die Äußerung fallen, als ihm unter der Hand von der Neigung der Gräfin von Orlamünde Kenntnis zuging: Wenn vier Augen nicht wären. Dieses hörte die Gräfin und deutete es auf ihre zwei schuldlosen Kindlein, das eine, ein Söhnlein, von drei, das zweite, ein Töchterlein, von zwei Jahren, und ward von unsinniger Liebe zu dem Markgrafen also verblendet, daß sie den schwarzen Entschluß in ihrer Seele faßte, die Kindlein aus dem Wege zu räumen. Darauf gewann sie mit Gaben einen Dienstmann, Haider, die Kindlein umzubringen, und als dieser zur Tat schritt, soll der kleine Graf gefleht haben:+Es war ein Graf zu [[geo:Orlamünde]], Otto((Anmerkung Sagenwiki: Otto III. von Weimar-Orlamünde, nach anderer Zählweise auch Otto IV. (* 1244; † Juni 1285) war ein Graf aus dem Geschlecht Weimar-Orlamünde.//Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_III._(Weimar-Orlam%C3%BCnde)|Wikipedia]]//)), der starb und hinterließ seine Gemahlin Agnes, die ihm zwei Kinder geboren, als eine noch sehr junge Witwe; sie war eine geborene Herzogin von Meran, und so war ihr als Erbe neben der Grafschaft Orlamünde in [[land:Thüringen]] auch die Plassenburg und deren Gebiet in [[region:Franken]] zugefallen, und sie wohnte bisweilen dort. Da geschah es, daß sie eine heftige Liebe gewann zu Albrecht dem Schönen, Markgrafen von Brandenburg und Burggrafen zu Nürnberg((Anmerkung Sagenwiki: Albrecht der Schöne (* 1319; † 4. April 1361) war ein Burggraf von Nürnberg. //Quelle: [[https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_der_Sch%C3%B6ne|Wikipedia]]//)), und heimlich forschen ließ, ob dieser wohl geneigt sei, sich mit ihr zu verbinden. Es war aber schon zwischen dem Markgrafen und der Gräfin Sophia [[familie:vonhenneberg|von Henneberg]] eine Verbindung im Gange, welche des Markgrafen Eltern lebhaft wünschten, und Albrecht ließ die Äußerung fallen, als ihm unter der Hand von der Neigung der Gräfin von Orlamünde Kenntnis zuging: Wenn vier Augen nicht wären. Dieses hörte die Gräfin und deutete es auf ihre zwei schuldlosen Kindlein, das eine, ein Söhnlein, von drei, das zweite, ein Töchterlein, von zwei Jahren, und ward von unsinniger Liebe zu dem Markgrafen also verblendet, daß sie den schwarzen Entschluß in ihrer Seele faßte, die Kindlein aus dem Wege zu räumen. Darauf gewann sie mit Gaben einen Dienstmann, Haider, die Kindlein umzubringen, und als dieser zur Tat schritt, soll der kleine Graf gefleht haben:
  
 Lieber Haider, laß mich leben,\\ Lieber Haider, laß mich leben,\\
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 Ich will dir alle meine Docken geben! –\\ Ich will dir alle meine Docken geben! –\\
  
-aber der [[typ:Mörder]] ließ sich nicht erflehen und vollbrachte die Untat, hat aber nachher auf der Folter bekannt, daß sie ihm schrecklich gereuet habe, wenn er der Worte der unschuldigen Kinder, insonderheit des Mägdleins, gedacht. Da nun die Gräfin ihren Zweck dennoch nicht erreichte, fiel sie in Reue und Verzweiflung, übte schwere Buße und fand auch nach ihrem Tode keine Ruhe, sondern wandelt als die bekannte weiße Frau auf dem Schlosse Plassenburg umher. Sie rutschte auf ihren Knieen bis zum [[kirche:himmelskron|Kloster Himmelskron]] und liegt alldort begraben.+aber der Mörder ließ sich nicht erflehen und vollbrachte die Untat, hat aber nachher auf der Folter bekannt, daß sie ihm schrecklich gereuet habe, wenn er der Worte der unschuldigen Kinder, insonderheit des Mägdleins, gedacht. Da nun die Gräfin ihren Zweck dennoch nicht erreichte, fiel sie in Reue und Verzweiflung, übte schwere Buße und fand auch nach ihrem Tode keine Ruhe, sondern wandelt als die bekannte [[wesen:weissefrau|weiße Frau]] auf dem Schlosse Plassenburg umher. Sie rutschte auf ihren Knieen bis zum [[kirche:himmelskron|Kloster Himmelskron]] und liegt alldort begraben.
  
 //Quellen:// //Quellen://
   * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 394-395//   * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 394-395//
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004540336|zeno.org]]// 
  
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch}}+{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch v2a}}
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