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sagen:dsbb0469

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 Einmal hatte er sogar seinen ältesten Sohn als Gefangenen lange im Turm der Wartburg liegen, der ward aber heimlich befreit. Endlich verkaufte Albrecht ganz Thüringen für zwölftausend Mark Silber an [[vip:adolfvonnassau|Kaiser Adolf von Nassau]], dem widersetzten sich die jungen Markgrafen samt der ganzen Ritterschaft, darüber erwuchsen neue schwere Kämpfe, und des Kaisers Volk hausete gar schlimm und übel in Thüringen, davon noch ein altes Lied geht, wie eine ganze Schar dieses Heeres, das in Rastenberg ein Kloster zerstört und die Nonnen geschändet, dafür von den Thüringern und Hessen kapaunt worden.  Einmal hatte er sogar seinen ältesten Sohn als Gefangenen lange im Turm der Wartburg liegen, der ward aber heimlich befreit. Endlich verkaufte Albrecht ganz Thüringen für zwölftausend Mark Silber an [[vip:adolfvonnassau|Kaiser Adolf von Nassau]], dem widersetzten sich die jungen Markgrafen samt der ganzen Ritterschaft, darüber erwuchsen neue schwere Kämpfe, und des Kaisers Volk hausete gar schlimm und übel in Thüringen, davon noch ein altes Lied geht, wie eine ganze Schar dieses Heeres, das in Rastenberg ein Kloster zerstört und die Nonnen geschändet, dafür von den Thüringern und Hessen kapaunt worden. 
  
-Indessen starb Albrechts Kebse, [[vip:kunigunde_von_eisenberg|Kunne von Eisenberg]], und ihr Apitz folgte ihr noch im selben Jahre nach, da freite baldmöglichst seinen Söhnen zum Trotz Albrecht die reiche Witwe eines Grafen von Arnshauk, Adelheid, die nur eine einzige Tochter hatte, so [[vip:elisabethvonlobdeburg|Elisabeth]] hieß, diese blieb auf ihrer väterlichen Burg zurück, war vierzehn Jahre alt und ein gar tugendsames und holdseliges Jungfräulein. Die sahe Friedrich mit dem Wangenbiß und entbrannte in Minne gegen sie, und nach einer Zeit entführte er sie unversehens, brachte sie auf sein Schloß [[geo:gotha|Gotha]], den festen [[burg:Grimmenstein]], und schrieb an seine Stiefmutter und warb um Elisabeth, die ihm, da sie schon in seinen Händen war, nicht füglich versagt werden konnte, ward also seiner beiden Eltern Schwiegersohn. +Indessen starb Albrechts Kebse, [[vip:kunigundeeisenberg|Kunne von Eisenberg]], und ihr Apitz folgte ihr noch im selben Jahre nach, da freite baldmöglichst seinen Söhnen zum Trotz Albrecht die reiche Witwe eines Grafen von Arnshauk, Adelheid, die nur eine einzige Tochter hatte, so [[vip:elisabethvonlobdeburg|Elisabeth]] hieß, diese blieb auf ihrer väterlichen Burg zurück, war vierzehn Jahre alt und ein gar tugendsames und holdseliges Jungfräulein. Die sahe Friedrich mit dem Wangenbiß und entbrannte in Minne gegen sie, und nach einer Zeit entführte er sie unversehens, brachte sie auf sein Schloß [[geo:gotha|Gotha]], den festen [[burg:Grimmenstein]], und schrieb an seine Stiefmutter und warb um Elisabeth, die ihm, da sie schon in seinen Händen war, nicht füglich versagt werden konnte, ward also seiner beiden Eltern Schwiegersohn. 
  
 Das hinderte aber keineswegs, daß Streit und Krieg sich fortspannen, in welchem die Zwingburg Klemme, ein Bau [[vip:heinrichiiimeissen|Heinrichs des Erlauchten]] zu [[geo:Eisenach]], abgebrochen wurde und zwei schöne Türme der Frauenkirche ihrer Glocken beraubt und auch niedergerissen wurden. Bald darauf erhielt Landgraf Friedrich heimliche Sendung von der [[burg:wartburg|Wartburg]], nahm nur fünfzehn tapfere Mannen mit sich, bargen sich in der Nähe der Wartburg in einer seitab des Tales gelegenen waldigen von Felsen umgebenen Schlucht, die heute noch das Landgrafenloch heißt, klimmten dann empor, kamen zur Burg an der hintern Seite, wo jetzt der Turm steht, und da waren schon Mannen, die ihnen die Mauern ersteigen halfen. Da fing Friedrich seinen Vater ohne Schwertschlag und entsandte ihn nach [[geo:Erfurt]].  Das hinderte aber keineswegs, daß Streit und Krieg sich fortspannen, in welchem die Zwingburg Klemme, ein Bau [[vip:heinrichiiimeissen|Heinrichs des Erlauchten]] zu [[geo:Eisenach]], abgebrochen wurde und zwei schöne Türme der Frauenkirche ihrer Glocken beraubt und auch niedergerissen wurden. Bald darauf erhielt Landgraf Friedrich heimliche Sendung von der [[burg:wartburg|Wartburg]], nahm nur fünfzehn tapfere Mannen mit sich, bargen sich in der Nähe der Wartburg in einer seitab des Tales gelegenen waldigen von Felsen umgebenen Schlucht, die heute noch das Landgrafenloch heißt, klimmten dann empor, kamen zur Burg an der hintern Seite, wo jetzt der Turm steht, und da waren schon Mannen, die ihnen die Mauern ersteigen halfen. Da fing Friedrich seinen Vater ohne Schwertschlag und entsandte ihn nach [[geo:Erfurt]]. 
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 Danach hat Friedrich sich Hülfe gewonnen, die Wartburg stattlich gespeist, die Belagerung tapfer abgewehrt und alle Grafen und Herren Thüringens auf seine Seite gebracht. Darob ergrimmte [[vip:albrechtihrr|Kaiser Albrecht]] gar sehr und wollte das Thüringerland wiederum mit Heeresmacht überziehen und bezwingen, wie er zu gleicher Zeit die Schweiz bezwingen wollte. Da geschah es, daß all seinem Wollen ein Ziel gesetzt ward durch seines Neffen, [[vip:johannvonschwaben|Herzog Johanns von Schwaben]], meuchelmörderische Hand, und gewann das Land hernach durch selben Landgrafen Friedrichen mit dem Wangenbiß, den man auch den Freudigen nennt, guten Frieden. Danach hat Friedrich sich Hülfe gewonnen, die Wartburg stattlich gespeist, die Belagerung tapfer abgewehrt und alle Grafen und Herren Thüringens auf seine Seite gebracht. Darob ergrimmte [[vip:albrechtihrr|Kaiser Albrecht]] gar sehr und wollte das Thüringerland wiederum mit Heeresmacht überziehen und bezwingen, wie er zu gleicher Zeit die Schweiz bezwingen wollte. Da geschah es, daß all seinem Wollen ein Ziel gesetzt ward durch seines Neffen, [[vip:johannvonschwaben|Herzog Johanns von Schwaben]], meuchelmörderische Hand, und gewann das Land hernach durch selben Landgrafen Friedrichen mit dem Wangenbiß, den man auch den Freudigen nennt, guten Frieden.
  
-//Quellen:// +//Quelle: [[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930 S. 326-328//
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930 S. 326-328//+
  
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sagen/dsbb0469.1709154315.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)