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sagen:dsbb0416

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-====== Der Nonnengeist zu Gehofen ======+====== Die Geister auf Arnstein ======
  
-Zu [[geo:Gehofen]], zwischen [[geo:Querfurt]] und Heldrungen, lebte Frau Philippine Agnes [[familie:voneberstein|von Eberstein]], eine achtbare EdelfrauDieser erschien im Jahr 1683 ein [[typ:Gespenst]] in Gestalt einer [[typ:Nonne]] und flüsterte ihr zuabends sechs Uhr solle sie auf den Hof gehen und allda einen großen [[typ:Schatz]] heben, der sei ihr beschert und keiner andern. Dieser Geist war von kleiner Gestaltweiß gekleidetauf dem Schleier über der Stirne mit einem roten Kreuz gezeichnet, trug in der Hand einen [[typ:Rosenkranz]] und hatte nach damals üblicher Tracht ein weißes Vorstecktüchlein vor dem Munde. Da der Gemahl der Frau von Eberstein schwer erkrankt daniederlag und dieselbe abgemattet war von Nachtwachenauch merklich furchtsam und bange warso gab sie dem Ansinnen des Nonnengeistes keine Folge, hatte aber deshalb viel von demselben zu leiden. Das Nonnengespenst griff die Edelfrau tätlich andrückte und zwickte sie und verursachte ihr körperliche Schmerzen, unter beständigem Andringen, den Schatz zu heben. Der [[typ:Geist]] war ebenso redselig als zudringlich. – Ich war eine des Geschlechtes von Trebra, flüsterte er der Frau von Eberstein erzählend zu, und wohnte hier auf dem Gut, das früher unserer Familie gehört hatIm [[zeit:30jährigerkrieg|Dreißigjährigen Kriege]] vergrub ich den Schatz – hebe ihn – hebe ihn! – Nimm deinen Beichtiger dazu, deine Hausgenossen – es soll dir kein Leid widerfahren – ich schütze dich, ich führe den [[typ:schwarzerhund|schwarzen Hund]] hinweg, der den Schatz bewacht – hebe ihn, und nie siehst du mich wieder. Wirf eine [[typ:Schürze]] oder ein Fazinettlein darauf, wenn du den Schatz siehst! Hebe ihn – es sind auch drei [[typ:ring|Ringe]] dabei, die werden deinem Geschlecht stets Glück bringen. Hebst du den Schatzso soll nach vier Jahren deine Tochter auch einen heben! – Und so ging es in einem fort; die Edelfrau litt schrecklich unter diesen fortwährenden Peinigungen. Sie sah den Geist, als sie einmal über den Hof ging, mit flehentlichen Gebärden nahe der [[typ:Kapelle]] stehen und auf den Ort des Schatzes deuten – ja sie sah den Schatz offen und fühlte, wie der Geist, als sie sich zum Weggehen wandte, sie am Rocke festhieltDa wurde die so sehr geängstigte Frau von Eberstein ganz schwermütig und gemütskrank, sah aber immer den Geist, und andere sahen ihn nichtund niemand glaubte ihr, nur ihr kleines Töchterlein, das noch nicht reden konnte, deutete mit seinen Fingerchen nach der Stelle, wo der Geist stand. Dessen [[typ:qual|Quälereien]] trieben die Edelfrau fast zur Verzweiflung und währten schon in den vierten MonatBei einer Ausfahrt zu Schlitten stand der Geist an der [[typ:Brücke]] – da feuerte die Frau zwei scharfgeladene [[typ:pistole|Pistolen]] nach ihm ab, aber die Folge war nur um so größere körperliche Peinigung. Auf Mund und Wangen und auf die Brust schlug der Geist die Leidendewarf sie im Bette empor, hielt den Mund ihr zu, legte sich auf sie wie ein [[typ:Alp]]. Endlich ließ er ab, mit einem Male, und die Edelfrau ließ in öffentlicher Kirchenversammlung dem Herrn für ihre [[typ:Erlösung]] danken. Der Schatz blieb ungehoben.+Nahe beim Dorfe [[geo:Harkerode]] überm Tale des Flüßchens Eine ruhen die Trümmer der [[familie:vonmansfeld|mansfeldischen]] Burg ArnsteinAuf dieser Burg saß auch ein Graf Hoyer zur Zeit [[vip:karlv|Kaiser Karl V.]], und war dieses Kaisers Feldmarschallein Schrecken der Feindewie sein ruhmreicher Ahnherrjener [[vip:hoyerivonmansfeld|Hoyer]]der in der Schlacht am Welfesholze fiel. Er war aber gar hartgrausam und tyrannischließ viele Gefangene in seinem Burgverlies auf Arnstein verschmachten, und auch sein Gemahl war von gleicher Strenge und HerzenshärteDafür sind sie beide schon beim Leben oft verwünscht worden, und nach ihrem Absterben gedieh die Verwünschung dahindaß sie beide in einem Winkel hoch oben in der Burgmauer einander gegenübersitzen und wimmern und stöhnen müssenDie Gräfin spinnt und spinnt und muß ohn' Ende spinnen bis zum Jüngsten Tage. 
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 +Am Fuße des Burgberges geht ein spukender Mönch um, der alle sieben Jahre einmal herauf auf die Burg kommt und sie durchpoltertSonntagskindern zeigt er sich bisweilen sichtbarlichandern nie; es ist aber kein Gewinn und keine Freudesotanen Mönch zu sehendenn sein Anblick erregt ein unaussprechliches Grauen.
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 288-289// +  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 287//
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004538706|zeno.org]]//+
  
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sagen/dsbb0416.1701338333.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)