sagen:dsbb0179
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| + | ====== Die Unterirdischen ====== | ||
| + | Das Volk der Unterirdischen und der Glaube an dasselbe ist im deutschen Norden und weiter nordwärts verbreiteter als irgendwo; es wohnt unter der Erde, häufig in den alten Grabhügeln und Hünenbetten; | ||
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| + | Zahllos sind die Orte, welche das Volk in Schleswig, Holstein, Lauenburg, in Jütland und auf den Inseln nennt und kennt, wo Unterirdische sich aufhalten sollen, und noch viel zahlloser die mannigfaltigen Sagen von denselben. Die Önnerkänkissen auf Amrum haben ihr Wesen hauptsächlich im Fögedshoog bei den Dänen, da laufen sie auf dem Wasser Merum Schlittschuhe. Ein Mann ließ sich einfallen, ihnen nachzugraben, | ||
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| + | Die Unterirdischen sollen auch an Gott glauben, aber vom Christentum wissen sie nichts, daher gehen sie auch nicht zur Seligkeit ein. | ||
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| + | Viele sonderliche Kunst wird den Unterirdischen zugeschrieben, | ||
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| + | Wie in Deutschland vom Zwergenvolk die Sagen gehen, daß es Kessel und sonstige Geräte leihe, besonders zu seinen Hochzeiten und Festen – so findet im Norden der umgekehrte Brauch statt, die Bauern leihen dergleichen bei den Unterirdischen und geben es nach gemachtem Gebrauch mit Speiseresten zurück. | ||
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| + | Was sich die Leute zu Zittau in der Lausitz von den in dortiger Gegend hausenden Bergzwergen erzählen, daß sie unsichtbar an Hochzeiten der Menschen teilnehmen, zwischen den Leuten sitzen und mit ihnen essen, das wird auch im Pinnebergischen erzählt und im nördlichen Schleswig. Wer den Unterirdischen etwas, das ihnen gehört, wegnimmt, erzürnt und vertreibt sie. Lärmenden Instrumentenschall können die Unterirdischen nicht vertragen, am wenigsten aber den Klang der Glocken, der hat sie fast überall hinweggetrieben, | ||
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| + | Die Unterirdischen holen auch oft irdische Wehfrauen hinab zu ihren Wöchnerinnen, | ||
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| + | Unter dem Landvolke, so weit es noch an die Unterirdischen glaubt, herrscht mehr Furcht und Abneigung gegen sie als Neigung und Liebe; sie nennen sie Untüeg, Unzeug (Gezügk sagen die Thüringer). | ||
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| + | Vom Verkehr der Menschen mit den Unterirdischen, | ||
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| + | Auch die Wechselbälge sind der Unnereerdschen unliebliche Früchte. Letztere stehlen neugeborene Menschenkinder vor der Taufe und legen ihre verschrumpfelten Hutzelmännchen in die Wiegen. Mancher geht umher, und wenn er in den Spiegel guckt, weiß er nicht, ob er nicht vielleicht auch ausgetauscht worden. | ||
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