sagen:dsbb0145
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| + | ====== Soviel Kinder als Tage im Jahre ====== | ||
| + | Eine Stunde von Graven-Haage liegt ein Dorf, das heißt Losduinen, da hat ehemals ein Kloster gestanden; die Sage geht alldort, daß dieses Kloster wegen ruchlosen Lebens seiner Bewohner in einer Nacht versunken sei, und daß an einer gewissen Stelle, die aber nicht jeder findet, ein Sausen und Brausen in der Tiefe gehört werden könne. Nur die Kirche blieb erhalten, sie liegt außerhalb des Dorfes, östlich, und es werden in derselben zwei kupferne Taufbecken gezeigt, an die sich folgende Geschichts-Sage anknüpft: | ||
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| + | Graf Floris IV. von Holland hatte von seiner Gemahlin Mechtild eine Tochter, des Namens Margaretha, und vermählte diese mit Hermann I. Grafen von Henneberg, den die Alten als einen freudigen und mannhaften Helden priesen. Margaretha gebar ihrem Gemahl einen Sohn, Poppo, und eine Tochter Jutta, welche letztere sich noch bei der Mutter Leben, mit dem Markgrafen Otto dem Langen zu Brandenburg, | ||
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| + | Und am selben Tage fühlte die Gräfin sich gesegneten Leibes, und nahm von Stund an zu und wurde so stark und so schwer, daß kein Mensch alle sein Lebtage dergleichen gesehen hatte. Nun hatte ihr Vater ein Haus in Losduinen, da blieb sie wohnen, denn sie vermochte nicht nach ihrer neuen Heimath in das Land Henneberg zu reisen, und am Charfreitag, | ||
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| + | Die taufte am andern Tage der Bischof Otto von Utrecht, ein Ohm der Frau, in den zwei Becken (nicht in einem, wie Viele sagten und schrieben) die noch heute in Losduinen zu sehen sind, und nannte die Knäblein Johannes und die Mägdlein Elisabeth, sie starben aber alle bald darauf an ihrem Tauftage, am Vorabend des heiligen Osterfestes und die Mutter desgleichen, | ||
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| + | Zum Andenken an jene Wundergeburt wurde an das Ufer der Maas eine Burg gebaut, welche so viele Fenster zählte, als das Jahr Tage hat, und es steht auch noch am Eingange des Dorfes Losduinen, wenn man vom Haag herkommt, fast vereinzelt ein großes Haus, das trägt über der Thüre die Inschrift: IN DEN HENNENBERG. – Den beiden Taufbecken legt das Volk eine wunderbare Kraft noch heute bei, und hält sie in hohen Ehren. Unfruchtbare Frauen werfen stillschweigend nach und nach eine Handvoll Sand an die Becken, damit entlocken sie der Mutter Natur den erwünschten Segen. | ||
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| + | Zu Delft in der schönen Hippolytikirche ist auf einer Tafel diese Geschichte geschildert, | ||
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