sagen:dsbb0124
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| - | Neun Jahre und viele Monden darüber stritt und siegte Kaiser Karl im [[land: | + | Neun Jahre und viele Monden darüber stritt und siegte Kaiser Karl im [[land: |
| - | Lange weigerte sich die Frau, weil ihr noch kein Wahrzeichen gesendet war, aber endlich da die Herren und Räthe allzumal heftig in sie drangen, ließ sie es zu, daß ihre Vermählung mit einem reichen König anberaumt wurde, und kam die Zeit heran, daß nur noch drei Tage waren vor der [[typ:Hochzeit]], welche festlich begangen werden sollte. Da sendete Gott der Herr einen seiner Boten ins Lager nach dem Ungarland, der sagte Kaiser Karl an, was sich daheim begebe, und sprach zu ihm: rüste dich und reie heim, binnen dreien Tagen ist Hochzeit. - Wie soll ich reiten, fragte Karolus: in dreien Tagen hundert Tagereisen weit und darüber? – Reite und Gott wird mit dir sein! sprach der himmlische Bote, und da gewann der Kaiser ein gutes Roß, damit ritt er an einem Tag aus Bulgarien bis gen Rab, und am andern Tag von Rab bis gen [[geo: | + | Lange weigerte sich die Frau, weil ihr noch kein Wahrzeichen gesendet war, aber endlich da die Herren und Räthe allzumal heftig in sie drangen, ließ sie es zu, daß ihre Vermählung mit einem reichen König anberaumt wurde, und kam die Zeit heran, daß nur noch drei Tage waren vor der Hochzeit, welche festlich begangen werden sollte. Da sendete Gott der Herr einen seiner Boten ins Lager nach dem Ungarland, der sagte Kaiser Karl an, was sich daheim begebe, und sprach zu ihm: rüste dich und reie heim, binnen dreien Tagen ist Hochzeit. - Wie soll ich reiten, fragte Karolus: in dreien Tagen hundert Tagereisen weit und darüber? – Reite und Gott wird mit dir sein! sprach der himmlische Bote, und da gewann der Kaiser ein gutes Roß, damit ritt er an einem Tag aus Bulgarien bis gen Rab, und am andern Tag von Rab bis gen [[geo: |
| - | Da ging Kaiser Karl bei guter Zeit, da es noch Nacht war, in den Dom, setzte sich auf seinen elfenbeinernen Stuhl, und legte sein großes | + | Da ging Kaiser Karl bei guter Zeit, da es noch Nacht war, in den Dom, setzte sich auf seinen elfenbeinernen Stuhl, und legte sein großes Schwert quer über seine Kniee, saß allda ganz ruhig wie ein Steinbild und ruhete von seinem weiten Ritt. Da kam zuerst der Meßner in den Dom, der trug die Bücher vor und beschickte die Altäre, und steckte Kerzen auf, und mit einem male sah er auf dem Königsstuhle einen greisen Mann sitzen, in ernster Stille und mit blankem Schwert, da kam ihm ein Grauen an und ging und sagte es den Domherren an. Die wollten solche Mär nicht glauben, denn auf dem Stuhle durfte Niemand sitzen, er wäre denn König, kamen daher mit Licht und der kühnste unter ihnen nahte dem Stuhle unerschrocken. Aber als er den Mann darauf sitzen sah so still und wie steinern, entfiel der Leuchter seiner Hand, und er zitterte und entwich aus der Kircheund sagte dem Bischof von dem Ereigniß. Der Bischof nahm sogleich zwei Kerzenträger der Kirche, ließ die vorangehen mit brennenden Kerzen und folgte ihnen hin zum Kaiserstuhle. Da sah er den Greisen sitzen und hub bänglich an zu sprechen: sag' an wer bist du Mann, und durch wessen Gewalt unterfängst du dich, diesen Stuhl zu behaupten? Weißt du nicht, daß dieß der Sessel ist unsers Herrn und Kaisers? – |
| Darauf erwiederte der Kaiser: wie du sagst, so ist es, da ich noch König Karl hieß, war ich euch allen wohl bekannt, da durfte keiner diesen Stuhl mir wehren! – Und erhob sich und stand vor dem Bischof in seiner stattlichen Größe, eines Kopfes höher als der größte Mann, und der Bischof rief frohlockend aus: seid Gott willkommen mein königlicher Herr! Segen sei mit eurer Wiederkunft. – Da läuteten von selbst alle Glocken, deß erschraken die Hochzeitgäste, | Darauf erwiederte der Kaiser: wie du sagst, so ist es, da ich noch König Karl hieß, war ich euch allen wohl bekannt, da durfte keiner diesen Stuhl mir wehren! – Und erhob sich und stand vor dem Bischof in seiner stattlichen Größe, eines Kopfes höher als der größte Mann, und der Bischof rief frohlockend aus: seid Gott willkommen mein königlicher Herr! Segen sei mit eurer Wiederkunft. – Da läuteten von selbst alle Glocken, deß erschraken die Hochzeitgäste, | ||
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