sagen:dsbb0119
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| + | ====== Kaiser Karls Apfelschnitze ====== | ||
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| + | Einmal standen seine drei Söhne neben seinem Stuhl, da wollte er sie bewähren, wie gehorsam sie seien, und rief dem Ältesten, der hieß Karl, wie er selber, und sprach: Komm zu mir und tue deinen Mund auf und empfahe einen Apfelschnitz von mir. Karl aber sprach: Herr Vater, es wäre eine Schande, sollt' ich von Euch einen Apfelschnitz empfahen; ich kann wohl selbst einen Apfel schälen und auch essen. | ||
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| + | Da rief der Vater den andern Sohn, der hieß Pipin, und sprach: Komm, empfahe du den Apfelschnitz von mir in deinen Mund. | ||
| + | Pipin sprach: Vater, was Ihr befehlt, dem bin ich gehorsam, und ging hin und kniete nieder und empfing den Apfelschnitz in seinen Mund, und der Vater sprach dazu: Ich mache dich zum König über Gallia und Italien. | ||
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| + | Und rief darauf den dritten Sohn, der hieß [[vip: | ||
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| + | Da kam Karl nun auch und sprach: Sieh, Vater, ich tue meinen Mund auch auf, gebt mir auch einen Apfelschnitz. Aber der König antwortete ihm: Mein Sohn, du bist zu spät gekommen. Ich gebe dir weder Apfelschnitz, | ||
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| + | Darnach ist in diesen Landen ein Sprüchwort aufgekommen: | ||
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| + | //Quelle: Ludwig Bechstein: Deutsches Sagenbuch. Meersburg und Leipzig 1930, S. 98-99// | ||
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sagen/dsbb0119.1683126359.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
