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-====== Die wandelnde Nonne ======+====== Sankt Arnulfs Ring ======
  
-Nahe bei Niederlahnstein, am rechten Rheinuferstand einst ein Frauenkloster, Machern, darinnen ging es nichts weniger als gottwohlgefällig zu. Es gab Besuche von Mönchen aus Nachbarklösterngab wüste Gelage, Geschrei, auch nächtliche Reigen, und spät des Nachts fuhren die Mönche auf raschen Rollwagen durch den Hohlwegeinen Bach entlang, nach Herchheim und Niederlahnstein zu. Nur eine einzige Nonne war fromm und tugendhaft, sie betete viel und las die heiligen Geschichtenwährend ihre Schwestern sich im vollen Sinnentaumel aller Weltlust hingaben. Da kam einst ein frommer Klausner namens Michael, der in einem stillen Tale bei Marienburg haustein einer Sturmnacht an das Klostertor, als gerade im Kloster der Konvent die Lahnsteiner Kirmes feiertewobei es hoch herging und nicht an geliebten Gästen fehlteund begehrte Einlaßallein die weltlichen Sünderinnen fürchteten einen geistlichen Zeugen und ließen ihn nicht ein, sie ließen ihn obdachlos und ungelabt draußen bleiben. Da verwünschte der fromme Mann im zornigen Eifer das ganze Kloster und die Nonnen zu Nachteulen und Nachtgespenstern und alle die buhlenden Mönche zu Teufelslarvenund am Morgen – war das Kloster verschwundenund öde war die Stättewo es gestandenSeitdem vernimmt man alljährlich zur Zeit des Lahnsteiner Kirmesfestes hinten in der Talschlucht, wo das Kloster stand, Gekreisch und Geheul und wilden Spuk, den Schall von Buhlliedern und wieder dazwischen fromme Weisen – und gewahrt auch wohl grausige Mönchsgespenster auf Rollwagen mit feuersprühenden Rädern durch das Tal dahinfahrenDie einzige fromme Nonne aber wandelt in heiligen Nächten und auch zu jener Kirmeszeit ernst und mild an einen verwitterten Bildstockder am Bächlein steht, das aus dem Tale kommt, ab und auf und scheint in einem Buche zu lesen. Niemand tut sie etwas zuleide, grüßt auch wohl, doch ist ihr Anblick vielen schon schreckend gewesen. +Von besonders hohem Alter ist auch zu Trier die Moselbrücke, ein dauerbares Gebäu von Steinen ungeheurer und ungewöhnlicher Größe, auf jeden Fall ein Bauwerk aus Römerzeiten; der Kaiser Nero soll schon über diese Brücke gezogen seinum alles Land bis Köln zu erobernWo sich die Bogen der Brücke miteinander schließenstehen Säulenwelche über die Brustwehr der Brücke emporragendarauf sollen heidnische Götterbilder gestanden haben. Einst fühlte der heilige Arnulf sein Gewissen belastet, und da er von ohngefähr über die Moselbrücke gingsah er in des Wassers Tiefe niederzog einen kostbaren Ring vom Finger und warf ihn voll Vertrauen auf Gottes Allmacht und Barmherzigkeit hinab in die Moselindem er rief: Wenn ich hoffen darfdaß meine Sünden mir verziehen werdenso werde ich diesen Ring wiederbekommenEs vergingen wenige Jahre und der heilige Arnulf wurde unterdes Bischof zu MetzDa lieferte eines Tages ein Fischer in die bischöfliche Küche einen großen Fisch, und da der Koch diesen zubereitete für die Tafel seines Herrnfand er voller Verwunderung im Eingeweide des Fisches einen schönen Ring und brachte den Ring zum Bischof. Da sahe dieserdaß es sein Ring warden der Fischihn wohl für eine Speise haltendbeim Fallen hinabgeschlungen und einige Jahre bei sich behalten – und pries Gott in Demut für dieses Gnadenzeichen und tat sich aller sündigen Gedanken ab, um dieser Gnade sich wert zu erzeigen.
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-Das Kloster Machern aber, das hier der Einsiedel Michael mit seiner Verwünschung dem Boden enthob, wurde an der Mosel nahe bei Zeltingen wiedergefunden und dort mit frommen Insassen bevölkert. Vom Klausner Michael aber geht die Sagedaß er beim Nahen des Todes Gott angefleht, seinen Leichnam nicht unbegraben zu lassen, und sieheals er Todes verblichda läuteten die Glocken der alten Johanniskirche bei Niederlahnstein von selbstvon Engelhänden gezogen; da kamen Menschen herbeierhuben des Klausners Hülle und bestatteten sie in des Johanniskirchhofs geweihete Erde.+
  
 //Quellen:// //Quellen://
-  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, S. 84// +  * //[[autor:bechstein|Ludwig Bechstein]]: [[buch:deutsches_sagenbuch_ludwig_bechstein|Deutsches Sagenbuch]]. Meersburg und Leipzig 1930, Seite 77// 
-  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004535499|www.zeno.org]]//+  * //[[http://www.zeno.org/nid/20004535405|www.zeno.org]]//
  
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch Niederlahnstein kloster nonne rhein mönch einsiedler machern v1}}+{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch trier mosel brücke nero ring arnulf bischof metz fischer v1}}
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