sagen:dsbb0054
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| - | Dieser wachte und sah aus seinem Gemach hinab in den Schloßhof, und erkannte mit Schmerz die eigene Tochter – doch er schwieg. Der junge Kanzler aber gelobte sich nach der ertragenen Angst, des Kaisers Hof zu verlassen, kniete nieder vor seinem Herrn und bat ihn zu entlassen. Da der Kaiser nach der Ursache solcher Bitte fragte, so wandte Eginhart Mißmuth vor, sein Dienst werde ihm nicht gehörig vergolten, und was er sonst für Ausreden brauchte. Der Kaiser versprach dem Jüngling baldigen Bescheid, setzte aber ein Gericht an, zu dem er seine weisesten Räthe und Richter berief, und trug ihnen vor, was sich begeben habe und was er mit Augen gesehen; heischte nun, da er in eigner Sache nicht Richter sein wollte, ihren Rath und ihr Urtheil. Da stimmten die Räthe und [[typ:Richter]] fast allzumal für Milde und Verzeihen, und der große König, ob er auch im Herzen zürnte, mußte ihnen zuletzt beistimmen. | + | Dieser wachte und sah aus seinem Gemach hinab in den Schloßhof, und erkannte mit Schmerz die eigene Tochter – doch er schwieg. Der junge Kanzler aber gelobte sich nach der ertragenen Angst, des Kaisers Hof zu verlassen, kniete nieder vor seinem Herrn und bat ihn zu entlassen. Da der Kaiser nach der Ursache solcher Bitte fragte, so wandte Eginhart Mißmuth vor, sein Dienst werde ihm nicht gehörig vergolten, und was er sonst für Ausreden brauchte. Der Kaiser versprach dem Jüngling baldigen Bescheid, setzte aber ein Gericht an, zu dem er seine weisesten Räthe und Richter berief, und trug ihnen vor, was sich begeben habe und was er mit Augen gesehen; heischte nun, da er in eigner Sache nicht Richter sein wollte, ihren Rath und ihr Urtheil. Da stimmten die Räthe und Richter fast allzumal für Milde und Verzeihen, und der große König, ob er auch im Herzen zürnte, mußte ihnen zuletzt beistimmen. |
| Darauf ließ er seinen Schreiber vorfordern und sprach zu ihm: schon lange hätte ich deine Dienste besser vergolten, hättest du mir früher dein Mißvergnügen entdeckt, nun will ich dir meine Tochter Imma zur ehelichen Frau geben, welche dich hochgegürtet so williglich durch den Schnee getragen hat. Und sandte nach der Tochter, und Imma kam mit hohem Erröthen, und ward ihrem Herzgeliebten alsobald angetraut. Der Kaiser begabte seine Kinder reich mit Ortschaften, | Darauf ließ er seinen Schreiber vorfordern und sprach zu ihm: schon lange hätte ich deine Dienste besser vergolten, hättest du mir früher dein Mißvergnügen entdeckt, nun will ich dir meine Tochter Imma zur ehelichen Frau geben, welche dich hochgegürtet so williglich durch den Schnee getragen hat. Und sandte nach der Tochter, und Imma kam mit hohem Erröthen, und ward ihrem Herzgeliebten alsobald angetraut. Der Kaiser begabte seine Kinder reich mit Ortschaften, | ||
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| Beide lebten fortan geistlich, nur noch als Bruder und Schwester verbunden; Eginhart ließ sich die Priesterweihen ertheilen und erbaute eine Kirche mit Klosterzellen zu Obermühlheim, | Beide lebten fortan geistlich, nur noch als Bruder und Schwester verbunden; Eginhart ließ sich die Priesterweihen ertheilen und erbaute eine Kirche mit Klosterzellen zu Obermühlheim, | ||
| - | Andere sagen, Karl der Große habe die Liebenden von seinen Augen verbannt und verstoßen, und sie haben lange dort um Seligenstadt in einer Waldeinöde beisammen gewohnt, bis der Kaiser auf seiner | + | Andere sagen, Karl der Große habe die Liebenden von seinen Augen verbannt und verstoßen, und sie haben lange dort um Seligenstadt in einer Waldeinöde beisammen gewohnt, bis der Kaiser auf seiner Jagd sie einst unvermuthet wiedergefunden, |
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