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-====== Der Dürst ======+====== Die Herdmanndli ziehen weg ======
  
-Um den moorigen See auf dem Pilatus und im ganzen Berggehege tobt der Dürst, das ist der Wilde Nachtjäger, wie in Thüringenim Voigtland und am Harzder hat zur Gesellschaft auch ein gespenstig Weibwie der Hackelberg die Tutoselder wilde Jäger Thüringens die Frau Holleund der Voigtlands die Frau Berchta, die heißen sie drunten im Entlibuchhart an des Bergstocks Westwand: das Posterli, und in Luzern kennen sie die Sträggele, die, wie die Hollefrau und die wilde Berchta den faulen Mägden die Rocken wirrt. Mit gar wildem Saus und Braus führt der Dürst über die Almen daherreißt und rüttelt an den Sennhüttenbricht mächtige Baumstämmewirft Felsen in die Gründeund führt wohl auch Kühe mit sich hoch in die Luft, die nimmer wieder herunter kommen oder halbtodt und ausgemolken etwa erst am dritten TagWenn ein Hirte das gewahr wurdekonnt' er noch Einhalt thun durch den Alpsegenwenn er den zeitig durch einen Milchtrichter riefdaß der Dürst ihn noch hören konnteso sank die entführte Kuh ganz sanft wieder auf die Matte nieder.+Es ist schon viel gesagt, wie gut gegen die guten Menschen die [[wesen:zwerg|Berglütlenen]] des [[region:bergpilatus|Pilatus]] waren; kleinezwei Fuß hohe Männlein mit grünen oder grauen Röckchenmit Füßen, die man nicht sahlangem Silberbart bis zur Erde herunter, die hüteten das edle Gestein im Bergewaren den Menschen hülfreich, kamen wohl auch und begehrten Speise, liebten insonderheit das Schweinefleisch, und wer ihnen gabhatte es gut und erfreute sich ihrer Gunst. Wenn ihnen die Sennerinnen etwas Milch bei Seite stelltenso molken und fütterten sie, und waren ganz heimisch bei den Mägden; sie konnten auch wahrsagen aus Karten und Händen, und waren geschickt zu allen Dingenaber erzürnen durfte man sie nicht. Wem sie im Sommer beim Heuen halfender konnte zufrieden seinsie mehreten das Heu wunderbar. Manchmal sahen sie auch dem Heuen zu und halfen nichtEinstmals verdroß das einem Heuerder machte mit noch einem Kameradenbevor die Arbeit anging, ein Feuer auf den Felssteindarauf die Herdmanndli zu sitzen und zuzusehn pflegtenund kehrten dann geschwind Asche und Kohlen vom heißen Steine weg. Als die Manndli kamen und den Stein betraten, verbrannten sie sich ihre Füße. Da schrien sie überlaut. O böse Welt! O böse Welt! – und kamen nimmermehr wieder.
  
-Auf der Bründler Alp über Eigenthal kann man wohl noch heute den Alpsegen im Abendruf der Sennhirten vernehmen, der lautet gar wunderbar durch die Feierstille der Natur, wie Orgeltöne und Glockenklang, und wiederhallt aus allen klüften die Flichbanden nieder, wie Geistermusik. Das ist der Ruf und der Segen: Ho – ho – ho – öh – ho! – ho – hi – ho – ho! Ho lebe! ho lobe! – Nehmet alle Tritt in Gottes Namen, in unsrer lieben Frauen Namen! Lobi Jesus, Jesus, Jesus Christ! Ave Maria! Ave Maria! Ave Maria! Ach lieber Herr Jesus Christ, behüt gott aller Leib, Seel, Ehr' und Gutwas in die Alp gehören thutDas walt' Gott und unsre herzliebe Frau, das walt' Gott und der heilige Sankt WendelDas walt' Gott und der heilige Sankt AntoniDas walt' Gott und der heilige Sankt Loy– (Aloysius.+So auch kamen Bergmanndli vom Pilatus ins Haslithal von der Flüh herunter, den Heuern zuzuschauen; die waren gewohnt sich auf die Aeste und Zweige eines schattigen Ahornbaumes zu setzen. Das merkten Schälke und sägten die Aeste knapp durchdaß die armen Manndli herunterfielenDa erhuben sie ein jämmerlich Geschrei und riefen: 
 + 
 +O wie ist der Himmel so hoch!\\ 
 +O wie ist die Untreu so groß!\\ 
 +Heute hier und nimmermehr!\\ 
 +Und nachher hat sich im Haslithal niemals wieder eins sehen lassen.\\
  
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