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sagen:dsbb0011

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-====== Die Herdmanndli ziehen weg ======+====== Die Bergmanndli schützen Heerden und Fische ======
  
-Es ist schon viel gesagt, wie gut gegen die guten Menschen die Berglütlenen (= Bergzwergedie Kleinensk) des Pilatus waren; kleine, zwei Fuß hohe Männlein mit grünen oder grauen Röckchen, mit Füßen, die man nicht sah, langem Silberbart bis zur Erde herunter, die hüteten das edle Gestein im Bergewaren den Menschen hülfreichkamen wohl auch und begehrten Speise, liebten insonderheit das Schweinefleisch, und wer ihnen gabhatte es gut und erfreute sich ihrer Gunst. Wenn ihnen die Sennerinnen etwas Milch bei Seite stelltenso molken und fütterten sie, und waren ganz heimisch bei den Mägden; sie konnten auch wahrsagen aus Karten und Händenund waren geschickt zu allen Dingen, aber erzürnen durfte man sie nichtWem sie im Sommer beim Heuen halfen, der konnte zufrieden seinsie mehreten das Heu wunderbar. Manchmal sahen sie auch dem Heuen zu und halfen nicht. Einstmals verdroß das einem Heuerder machte mit noch einem Kameradenbevor die Arbeit anging, ein Feuer auf den Felssteindarauf die Herdmanndli zu sitzen und zuzusehn pflegtenund kehrten dann geschwind Asche und Kohlen vom heißen Steine weg. Als die Manndli kamen und den Stein betraten, verbrannten sie sich ihre Füße. Da schrien sie überlaut. O böse Welt! O böse Welt! – und kamen nimmermehr wieder. +Die [[wesen:zwerg|Bergzwerge]] schätzen und lieben die Gemsensie wollen nicht, daß die Jäger sie tödtenund manchem Alpenjäger ist es deshalb schon gar schlecht ergangen. Guten Jägerndenen sie wohl wollten, haben sie wohl auch das eine und das andre Stück z'weg gestelltder durft' aber denn bei Leib und Leben nit mehr schießenals mit den Bergmanndli veraccordirt war, sonst schmissen sie ihn die Felsen hinunter und bließen ihm das Lebenslicht aus elendiglich. Da war einmal ein Gemsjäger, der verstieg sich hoch in die Felsenauf einmal stand ein eisgraues Bergmanndli vor ihm da, und sprach ihn zornig an: was verfolgst du meine Heerde? – Der Jäger war ganz erschrocken und sprach: hab' ich doch nit gewußtdaß die Gemsen dein sind. – 
-So auch kamen Bergmanndli vom Pilatus ins Haslithal von der Flüh herunterden Heuern zuzuschauen; die waren gewohnt sich auf die Aeste und Zweige eines schattigen Ahornbaumes zu setzen. Das merkten Schälke und sägten die Aeste knapp durch, daß die armen Manndli herunterfielenDa erhuben sie ein jämmerlich Geschrei und riefen:+Sprach der [[wesen:Berggeist]]: du sollst jede Woche vor deiner Hütte ein Gratthier finden, aber du hütest dich und schießest mir kein andres– So geschah's, der Jäger fand alle Wochen den frischen Braten, der macht' ihm aber gar keine Freud', er konnte die Jagdluft nicht bezwingenstieg wieder hinauf zu Berg und Holzward auch bald eines Gemsen-Leitbocks ansichtig, auf den legte er rasch anzielte und schoß – aber wie er losdrücktehob sich hinter ihm der Berggeist aus dem Boden, und zog ihm die Haxen unterm Leib weg, daß er niederstürzte, und in den Abgrund hinunter schmetterte.
  
-wie ist der Himmel so hoch!\\ +In [[geo:Malters]] saß ein Untervogt, der hieß Hans Bucher, der wollt auch gern einmal ein Herdmanndli sehen; war gar ein eifriger Fischer und Jäger, aber sonst ein frommer Mann, stieg eines Tages hinauf am [[region:bergpilatus|Pilatus]], folgte dem Rümligbach und wollte gern Forellen fangen, da sprang ihm jählings ein [[wesen:Herdmanndli]] hinterwärts auf den Rücken und drückte ihn mit solcher Gewalt mit dem Gesicht in den Bach nieder, daß er schier vermeinte, er müsse versaufen. Dabei sagte das Herdmanndli zürnend: ich will dir wohl lehren, meine Thierlein fangen und jagen. – Als der Untervogt nach Hause kam, war er halb todt und sah im Gesicht aus, wie der Tod von Ypern; war auch auf der einen Seite erlahmt, und kam nimmermehr auf den Berg zu jagen oder zu fischen. 
-wie ist die Untreu so groß!\\ + 
-Heute hier und nimmermehr!\\ +In [[geo:kantonobwalden|Obwalden]] war ein alter Landammann, der hieß Heinrich Immlin, der hat selbst erzählt, wie er einmal zum Pilatus hinangestiegen auf die Gemsjagd, da begegnete ihm ein Zwergmanndli, und heischte, er solle flugs umkehren. Nun ist der Landammann ein starker stattlicher Mann gewesen, der spottete des Zwergs und sagte: He, du wirst wohl große Macht haben, mir was zu wehren– Kaum gesagt, so sprang ihn der Zwerg an, drückt' ihn an einen Felsen, schwer wie ein Pferd, daß ihm schier die Seele ausfuhr, und die Sinne ihm vergingen. Lag da eine halbe Stunde für todt, bis die Seinen ihn fanden, erquickten und heimführten.
-Und nachher hat sich im Haslithal niemals wieder eins sehen lassen.\\+
  
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-{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch v1}}+{{tag>sagen bechstein deutschessagenbuch bergPilatus malters kantonobwalden berggeist gemse warnung sturz jäger zwerg malters Herdmanndli aufhucker v2}}
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