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sagen:dsbb0006

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 Der Landvogt Grißler, der zu Uri saß, hub an auf einen Bühel über Altdorf eine neue Burg zu bauen, die sollte genannt werden „Zwing Uri unter die Stegen," um so recht das Landvolk zu quälen und zu reizen, und weil der Grißler wußte, daß er allem Volke verhaßt war, und muthmaßete, es möge sich schon etwas Heimliches gegen ihn angesponnen haben, so ließ er mitten auf einem freien Platze, wo Jedermann vorüberwandelte, eine hohe Stange aufrichten, mit einem Hute darauf, und befehlen, daß Jedermann, wer es immer sei, dem Hute Reverenz erzeigen solle mit Bücken und Hutabnehmen, als ob es der Vogt selbst sei, und ließ heimlich spüren und aufpassen, wer das etwa nicht thäte und den Gruß weigerte. Darauf ritt er gen Schwyz und kam über Stein, da wohnte ein gar frommer Mann, der hieß Werner von Stauffacher, der hatte noch nicht lange zuvor ein neues Haus an seines alten Statt gebaut. Da nun der Vogt vorüber ritt, fragt er: wem gehört dieses Haus. Der Stauffacher wollte recht höflich sein, sagte nicht, daß es sein gehöre, sondern antwortete: meines Kaisers und Euer, Herr Landvogt, ich trag's von Euch zu Lehen! Beliebt Euch einzutreten? – Aber der Landvogt fuhr dem Stauffacher scheltend an: Ich bin hier an des Kaisers Statt! Hast du um Erlaubniß gefragt zu diesem Bau? Nein! Und baut ihr Bauern nicht Häuser als wenn Herren darinnen wohnen sollten? Das will ich euch wohl wehren! – Sprachs und ritt trutziglich weiter. Dem Stauffacher schmerzte die Rede sehr, aber sein kluges Weib tröstete ihn, und sagte ihm, er solle sich doch umthun bei andern Freunden, ob es überall im Lande so gethan sei, und mit ihnen Raths pflegen, daß es anders werde. Da ging Werner von Stauffacher gen Uri zu einem Freund, der hieß Walther Fürst, und bei dem fand er Arnold im Welchthal, der sich noch flüchtig hielt, und da rathschlagten die Drei miteinander und wurden eins, daß sie noch andere treue und vertraute Männer aufsuchen und mit ihnen einen Bund gegen die Druck der Vögte schließen sollten. Das gelang trefflich und ward ein großer heimlicher Bund, zu dem traten auch viele von ritterlichem Geschlecht, denn die Vögte waren auch ihnen aufsässig, nannten sie Bauernadel und adelige Kuhmelker. Darauf erkieseten die Männer des Bundes zwölf aus ihrer Mitte als ihren Vorstand, die kamen zusammen und tagten in ihren Sachen auf einer Matte, die man nennt im Gryttli an dem Vierwaldstädter-See, wie es nun werden sollte. Da riethen die von Unterwalden, man solle noch verziehen und zuwarten, weil es schwer wäre, in aller Schnelle die festen Plätze wie Sarnen und Roßberg zu gewinnen, und wolle man sie belagern, so gewinne der Kaiser Zeit, ein Heer zu senden, das sie allzumal aufreiben werde. Man solle lieber die Schlösser mit List gewinnen, Niemand tödten, der sich nicht bewaffnet widersetze, allen Uebrigen freien Abzug gewähren und dann die Festen bis auf den Boden schleifen. Als die Männer so tagten, und den großen Bund beschwuren, da entsprangen der Matte heilige Quellen. Der Landvogt Grißler, der zu Uri saß, hub an auf einen Bühel über Altdorf eine neue Burg zu bauen, die sollte genannt werden „Zwing Uri unter die Stegen," um so recht das Landvolk zu quälen und zu reizen, und weil der Grißler wußte, daß er allem Volke verhaßt war, und muthmaßete, es möge sich schon etwas Heimliches gegen ihn angesponnen haben, so ließ er mitten auf einem freien Platze, wo Jedermann vorüberwandelte, eine hohe Stange aufrichten, mit einem Hute darauf, und befehlen, daß Jedermann, wer es immer sei, dem Hute Reverenz erzeigen solle mit Bücken und Hutabnehmen, als ob es der Vogt selbst sei, und ließ heimlich spüren und aufpassen, wer das etwa nicht thäte und den Gruß weigerte. Darauf ritt er gen Schwyz und kam über Stein, da wohnte ein gar frommer Mann, der hieß Werner von Stauffacher, der hatte noch nicht lange zuvor ein neues Haus an seines alten Statt gebaut. Da nun der Vogt vorüber ritt, fragt er: wem gehört dieses Haus. Der Stauffacher wollte recht höflich sein, sagte nicht, daß es sein gehöre, sondern antwortete: meines Kaisers und Euer, Herr Landvogt, ich trag's von Euch zu Lehen! Beliebt Euch einzutreten? – Aber der Landvogt fuhr dem Stauffacher scheltend an: Ich bin hier an des Kaisers Statt! Hast du um Erlaubniß gefragt zu diesem Bau? Nein! Und baut ihr Bauern nicht Häuser als wenn Herren darinnen wohnen sollten? Das will ich euch wohl wehren! – Sprachs und ritt trutziglich weiter. Dem Stauffacher schmerzte die Rede sehr, aber sein kluges Weib tröstete ihn, und sagte ihm, er solle sich doch umthun bei andern Freunden, ob es überall im Lande so gethan sei, und mit ihnen Raths pflegen, daß es anders werde. Da ging Werner von Stauffacher gen Uri zu einem Freund, der hieß Walther Fürst, und bei dem fand er Arnold im Welchthal, der sich noch flüchtig hielt, und da rathschlagten die Drei miteinander und wurden eins, daß sie noch andere treue und vertraute Männer aufsuchen und mit ihnen einen Bund gegen die Druck der Vögte schließen sollten. Das gelang trefflich und ward ein großer heimlicher Bund, zu dem traten auch viele von ritterlichem Geschlecht, denn die Vögte waren auch ihnen aufsässig, nannten sie Bauernadel und adelige Kuhmelker. Darauf erkieseten die Männer des Bundes zwölf aus ihrer Mitte als ihren Vorstand, die kamen zusammen und tagten in ihren Sachen auf einer Matte, die man nennt im Gryttli an dem Vierwaldstädter-See, wie es nun werden sollte. Da riethen die von Unterwalden, man solle noch verziehen und zuwarten, weil es schwer wäre, in aller Schnelle die festen Plätze wie Sarnen und Roßberg zu gewinnen, und wolle man sie belagern, so gewinne der Kaiser Zeit, ein Heer zu senden, das sie allzumal aufreiben werde. Man solle lieber die Schlösser mit List gewinnen, Niemand tödten, der sich nicht bewaffnet widersetze, allen Uebrigen freien Abzug gewähren und dann die Festen bis auf den Boden schleifen. Als die Männer so tagten, und den großen Bund beschwuren, da entsprangen der Matte heilige Quellen.
  
-Mittlerweile geschah es, daß ein Mann aus Uri, [[wesen:wilhelmtell|Wilhelm Tell]] geheißen, etlichemale achtlos an Grißlers Hut vorübergeht, und ihm keine Reverenz macht. Kaum ward das angezeigt, so beschickte ihn der Vogt, Tell aber sprach: ich bin ein Bursmann und vermeint nit, daß soviel an dem Hut lieg, hab' auch nit sonder Acht darauf gehabt. – Da ergrimmte sich der Vogt, schickte nach des Tellen allerliebstem Kind und sagte: du bist ja ein Schütz, und trägst Geschoß und Gewaffen mit dir rum, jetzt schieße diesem deinem Kind einen Apfel vom Kopf. – Dem Tell erschrak das Herz, und er sprach: ich schieße nicht, nehmt mein Leben. – Du schießest Tell! schrie der Landvogt, oder ich lasse dein Kind vor deinen Augen, und dich hinterdrein niederstoßen. Da betete der Tell innerlich zu Gott, daß er seine Hand führe und des liebsten Kindes Haupt schirme. Und der Knabe stand still und ruhig und zuckte nicht, umd Tell schoß und traf den Apfel. Da jauchzte das Volk laut auf und umjubelte den Tell, den meisterlichen Schützen, das verdroß erst recht den Grißler, und er schrie den Tell an, der noch einen Pfeil im Koller hatte: du hast noch einen Pfeil, Tell, sag an was hätt'st du/ gethan, wenn du dein Kind getroffen? – Tell antwortete: das ist so Schützenbrauch, Herr. – Nein das ist eine Ausrede, Tell! antwortete der Landvogt. Sag es frei, ich sichere dich deines Lebens. – Wenn Ihr denn es wissen müßt, sprach Tell, und meines Lebens mich versichert, so höret denn, traf ich mein Kind, so hätte dieser Pfeil Euer wahrlich nicht fehlen sollen. – Ha, du Schalk und Erzbösewicht! schrie der Landvogt: das Leben hab' ich dir versichert, aber nicht die Freiheit. Ich will dich an einen Ort bringen, wo weder Sonne noch Mond dich bescheinen soll! – hieß alsobald seinen Knechten, den Tell zu binden und ihn in sein Schiff bringen, darin er über den Urner- und den Vierwaldstädter-See fahren wollte, und von Weggis nach Küßnacht reiten. +Mittlerweile geschah es, daß ein Mann aus Uri, [[vip:wilhelmtell|Wilhelm Tell]] geheißen, etlichemale achtlos an Grißlers Hut vorübergeht, und ihm keine Reverenz macht. Kaum ward das angezeigt, so beschickte ihn der Vogt, Tell aber sprach: ich bin ein Bursmann und vermeint nit, daß soviel an dem Hut lieg, hab' auch nit sonder Acht darauf gehabt. – Da ergrimmte sich der Vogt, schickte nach des Tellen allerliebstem Kind und sagte: du bist ja ein Schütz, und trägst Geschoß und Gewaffen mit dir rum, jetzt schieße diesem deinem Kind einen Apfel vom Kopf. – Dem Tell erschrak das Herz, und er sprach: ich schieße nicht, nehmt mein Leben. – Du schießest Tell! schrie der Landvogt, oder ich lasse dein Kind vor deinen Augen, und dich hinterdrein niederstoßen. Da betete der Tell innerlich zu Gott, daß er seine Hand führe und des liebsten Kindes Haupt schirme. Und der Knabe stand still und ruhig und zuckte nicht, umd Tell schoß und traf den Apfel. Da jauchzte das Volk laut auf und umjubelte den Tell, den meisterlichen Schützen, das verdroß erst recht den Grißler, und er schrie den Tell an, der noch einen Pfeil im Koller hatte: du hast noch einen Pfeil, Tell, sag an was hätt'st du/ gethan, wenn du dein Kind getroffen? – Tell antwortete: das ist so Schützenbrauch, Herr. – Nein das ist eine Ausrede, Tell! antwortete der Landvogt. Sag es frei, ich sichere dich deines Lebens. – Wenn Ihr denn es wissen müßt, sprach Tell, und meines Lebens mich versichert, so höret denn, traf ich mein Kind, so hätte dieser Pfeil Euer wahrlich nicht fehlen sollen. – Ha, du Schalk und Erzbösewicht! schrie der Landvogt: das Leben hab' ich dir versichert, aber nicht die Freiheit. Ich will dich an einen Ort bringen, wo weder Sonne noch Mond dich bescheinen soll! – hieß alsobald seinen Knechten, den Tell zu binden und ihn in sein Schiff bringen, darin er über den Urner- und den Vierwaldstädter-See fahren wollte, und von Weggis nach Küßnacht reiten. 
  
 Da schuf Gott der Herr einen Sturmwind und ein schrecklich Ungewitter, daß das Wasser ins Schiff schlug, da sagten die Schiffleute dem Landvogt, daß der Tell der beste Schiffslenker sei, der allein könne sie noch aus der Todtesgefahr retten. Darauf ließ der Landvogt den Tell losbinden, der ruderte flugs mit starken Armen und brachte das Schifflein nach dem rechten Ufer, wo das Schwyzer Gelände sich hinabsenkt, da war ein Vorsprung mit einer Felsenplatte, auf diese sprang plötzlich der Tell mit seinem Geschoß und Pfeil, das er rasch ergriff, stieß mit Gewalt das Schifflein von sich und ließ es durch die Wellen treiben. Des erschraken der Landvogt und seine Letue mächtig, Tell aber entfloh eilend auf Pfaden, die ihm wohlbekannt waren. Als die im Schiff bei Laupen kamen, legte sich der Sturm, Grißler ließ aber dennoch bei Brunnen anlegen, denn er fürchtete sich nun vor dem Ungestüm der See'n. Tell wandelte auf Bergpfaden hoch über den Seethälern und sah wohin der Landvogt zog, und da fand sich zwischen dem Urt und Küßnacht eine hohle Gasse, dort harrte Tell des Vogts, und wie der durch die hohle Gasse daher geritten kam, schoß ihn der Tell mit dem aufgesparten Pfeil vom Rosse herunter, wie ein Jäger eine wilde Katze vom Baume schießt. Nach solcher That wich der Tell ungesehen von hinnen, kam im Dunkel der Nacht im Lande Schwyz in des Stauffachers Haus zu Steinen, eilte dann durchs Gebirg zu Walther Fürsten in Uri, und sagte allen an, was und wie es sich zugetragen, und daß es jetzt an der Zeit sei, lozuschlagen und das fremde Joch abzuschütteln. Nun war es nicht mehr weit hin bis zum neuen Jahr, denn als der Bund im Gryttli tagte, war schon Wintermond, und da ward zuerst Roßberg mit List eingenommen von den Unterwaldnern, und darauf Sarnen ohne Schwertschlag, und mußten alle Leute der Vögte Urphede geloben, und schwören, nimmermehr wieder in das Schweizerland zu kommen, und wurden über die Grenze vergeleitet; das noch nicht fertig ausgebaute Schloß Zwing Uri wurde wie die genannten Schlösser der Erde gleich gemacht, und Werner Stauffacher brach Schloß Louvers, das in den See hineingebaut stand. Da schuf Gott der Herr einen Sturmwind und ein schrecklich Ungewitter, daß das Wasser ins Schiff schlug, da sagten die Schiffleute dem Landvogt, daß der Tell der beste Schiffslenker sei, der allein könne sie noch aus der Todtesgefahr retten. Darauf ließ der Landvogt den Tell losbinden, der ruderte flugs mit starken Armen und brachte das Schifflein nach dem rechten Ufer, wo das Schwyzer Gelände sich hinabsenkt, da war ein Vorsprung mit einer Felsenplatte, auf diese sprang plötzlich der Tell mit seinem Geschoß und Pfeil, das er rasch ergriff, stieß mit Gewalt das Schifflein von sich und ließ es durch die Wellen treiben. Des erschraken der Landvogt und seine Letue mächtig, Tell aber entfloh eilend auf Pfaden, die ihm wohlbekannt waren. Als die im Schiff bei Laupen kamen, legte sich der Sturm, Grißler ließ aber dennoch bei Brunnen anlegen, denn er fürchtete sich nun vor dem Ungestüm der See'n. Tell wandelte auf Bergpfaden hoch über den Seethälern und sah wohin der Landvogt zog, und da fand sich zwischen dem Urt und Küßnacht eine hohle Gasse, dort harrte Tell des Vogts, und wie der durch die hohle Gasse daher geritten kam, schoß ihn der Tell mit dem aufgesparten Pfeil vom Rosse herunter, wie ein Jäger eine wilde Katze vom Baume schießt. Nach solcher That wich der Tell ungesehen von hinnen, kam im Dunkel der Nacht im Lande Schwyz in des Stauffachers Haus zu Steinen, eilte dann durchs Gebirg zu Walther Fürsten in Uri, und sagte allen an, was und wie es sich zugetragen, und daß es jetzt an der Zeit sei, lozuschlagen und das fremde Joch abzuschütteln. Nun war es nicht mehr weit hin bis zum neuen Jahr, denn als der Bund im Gryttli tagte, war schon Wintermond, und da ward zuerst Roßberg mit List eingenommen von den Unterwaldnern, und darauf Sarnen ohne Schwertschlag, und mußten alle Leute der Vögte Urphede geloben, und schwören, nimmermehr wieder in das Schweizerland zu kommen, und wurden über die Grenze vergeleitet; das noch nicht fertig ausgebaute Schloß Zwing Uri wurde wie die genannten Schlösser der Erde gleich gemacht, und Werner Stauffacher brach Schloß Louvers, das in den See hineingebaut stand.
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 Da nun Kaiser Albrecht von allen diesen Dingen die Kunde vernahm, gerieth er in großen Zorn, nahm gleich ein Kriegsheer, die Schweizer zu züchtigen. Aber auf diesem Zuge, da er durch den Aargau ritt, und gen Brugg wollte, wurde er von seinem eigenen Neffen, [[vip:johannvonschwaben|Johann von Schwaben]], ohnweit Königsfelden meuchlings erschlagen. Darum behielten die Schweizer Frieden und ihre Freiheit bis auf den heutigen Tag.  Da nun Kaiser Albrecht von allen diesen Dingen die Kunde vernahm, gerieth er in großen Zorn, nahm gleich ein Kriegsheer, die Schweizer zu züchtigen. Aber auf diesem Zuge, da er durch den Aargau ritt, und gen Brugg wollte, wurde er von seinem eigenen Neffen, [[vip:johannvonschwaben|Johann von Schwaben]], ohnweit Königsfelden meuchlings erschlagen. Darum behielten die Schweizer Frieden und ihre Freiheit bis auf den heutigen Tag. 
  
-Das ist die Sage von der Schweizer Bündniß und der That des Tell, welche letztere, nur wie eine einzelne Alpenrose, in den Kranz der Geschichte sich einflocht. Es ist bekannt, daß die Sage am glückhaften Pfeilschuß auch in Dänemark sich findet und nicht unmöglich ist, daß die frühern Einwanderer aus dem Norden sie schon mitgebracht, und sie sich dann verjüngt hat. Ja die drei ersten Gründer des Bundes der Schwyzer, Unterwaldner und derer von Uri, – denen sich dann Zürch, Luzern, Zug, Klarus, Freiburg und Solothurn anschlossen, denen endlich Schaffhausen und Appenzell folgten, – galten und gelten dem Landvolke als drei Telle, die in einer Felskluft verzaubert schlafen, wie [[vip:friedrichbarbarossa|Kaiser Friedrich]] in [[region:kyffhäuser|Kiffhäuser]] und [[vip:karldergrosse|Kaiser Karl]] im [[region:untersberg|Untersberge]]. Sollte das Schweizer Vaterland in Noth kommen, so werden die drei Telle aus ihrer Gruft hervorgehn und es aufs Neue befreien. Den Weg zu ihrer Höhle weiß keiner, nur zufällig kam einst ein Hirte, der einer verlaufenen Ziege suchend nachging, an eine Höhle, die fand er die drei Männer, und der eine Tell richtete sich vom Schlummer auf, und fragte: Welch' Zeit ist's auf der Welt? – Nachmittag! antwortete der Hirte. So ist's noch nicht an der Zeit! – sprach der Tell, und legte sich wieder zum Schlummer hin. Keiner hat nachher die [[typ:höhle|Höhle]] wieder gefunden. +Das ist die Sage von der Schweizer Bündniß und der That des Tell, welche letztere, nur wie eine einzelne Alpenrose, in den Kranz der Geschichte sich einflocht. Es ist bekannt, daß die Sage am glückhaften Pfeilschuß auch in Dänemark sich findet und nicht unmöglich ist, daß die frühern Einwanderer aus dem Norden sie schon mitgebracht, und sie sich dann verjüngt hat. Ja die drei ersten Gründer des Bundes der Schwyzer, Unterwaldner und derer von Uri, – denen sich dann Zürch, Luzern, Zug, Klarus, Freiburg und Solothurn anschlossen, denen endlich Schaffhausen und Appenzell folgten, – galten und gelten dem Landvolke als drei Telle, die in einer Felskluft verzaubert schlafen, wie [[vip:friedrichbarbarossa|Kaiser Friedrich]] in [[region:kyffhäuser|Kiffhäuser]] und [[vip:karldergrosse|Kaiser Karl]] im [[region:untersberg|Untersberge]]. Sollte das Schweizer Vaterland in Noth kommen, so werden die drei Telle aus ihrer Gruft hervorgehn und es aufs Neue befreien. Den Weg zu ihrer Höhle weiß keiner, nur zufällig kam einst ein Hirte, der einer verlaufenen Ziege suchend nachging, an eine Höhle, die fand er die drei Männer, und der eine Tell richtete sich vom Schlummer auf, und fragte: Welch' Zeit ist's auf der Welt? – Nachmittag! antwortete der Hirte. So ist's noch nicht an der Zeit! – sprach der Tell, und legte sich wieder zum Schlummer hin. Keiner hat nachher die Höhle wieder gefunden. 
  
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