sagen:die_wasserjungfer
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| - | Zu der Zeit, wie noch alles hier Urwald war, kam ein [[typ: | + | Zu der Zeit, wie noch alles hier Urwald war, kam ein Rittersmann nach dem [[region: |
| - | Da sitzt er denn und wartet, im Schlosse bleibt alles still. Endlich reißt ihm der Geduldsfaden, | + | Da sitzt er denn und wartet, im Schlosse bleibt alles still. Endlich reißt ihm der Geduldsfaden, |
| - | Sie führt den Rittersmann in ein schönes Zimmer und sagt, er möge es sich wohlgefallen lassen. Sie wolle erst hingehen und ein ordentliches Abendbrot zurecht machen; denn er würde sich wohl nach etwas Warmen sehnen, sie habe auch großen Appetit; da sie keine [[typ: | + | Sie führt den Rittersmann in ein schönes Zimmer und sagt, er möge es sich wohlgefallen lassen. Sie wolle erst hingehen und ein ordentliches Abendbrot zurecht machen; denn er würde sich wohl nach etwas Warmen sehnen, sie habe auch großen Appetit; da sie keine Dienerschaft hätte, so müsse sie alles allein thun. Damit geht sie zur Thür hinaus, bleibt eine kurze Zeit aus, dann kommt sie wieder mit schönem Braten, Kuchen und vielen Leckerbissen. Sie deckt selbst den Tisch, dann nöthigt sie ihren Gast, ordentlich zuzuholen und der läßt sich's auch nicht zweimal sagen. |
| Nachdem sie gegessen haben, sitzen sie noch beisammen und plaudern mit einander. Da bedauert der Rittersmann das freundliche Mädchen, daß es hier so allein wohne; da müsse ihm die Zeit doch recht lange dauern. O nein, sagt es, lang dauere ihm die Zeit nicht, doch wünsche es sich wohl manchmal ein wenig Gesellschaft zu haben; da das aber nicht wäre, so füge es sich darin. Darauf antwortet der Rittersmann, | Nachdem sie gegessen haben, sitzen sie noch beisammen und plaudern mit einander. Da bedauert der Rittersmann das freundliche Mädchen, daß es hier so allein wohne; da müsse ihm die Zeit doch recht lange dauern. O nein, sagt es, lang dauere ihm die Zeit nicht, doch wünsche es sich wohl manchmal ein wenig Gesellschaft zu haben; da das aber nicht wäre, so füge es sich darin. Darauf antwortet der Rittersmann, | ||
| - | Lange Zeit haben sie recht zufrieden mit einander gelebt, niedliche Kinder gezeugt und nichts hat ihrem Glücke gefehlt. Da kommt einst ein fremder | + | Lange Zeit haben sie recht zufrieden mit einander gelebt, niedliche Kinder gezeugt und nichts hat ihrem Glücke gefehlt. Da kommt einst ein fremder Ritter als Gast, es ist gerade Freitag gewesen, der erkundigt sich bald nach seiner Ankunft nach der Hausfrau, weil die nicht zum Vorschein kommt. Dem antwortet der Hausherr, Freitags ließe sich seine Frau nicht sehen und er habe sie auch bis dahin noch nicht gesucht, wie er versprochen habe. Darauf sagt der fremde Ritter, das wäre aber auch eine rechte Hausfrau, die ihren Mann nicht einmal wissen ließe, wo sie zu finden wäre; das wäre höchst häcklich. |
| - | Die Rede schnuppt dem Hausherrn so in die Nase, daß er gleich hingeht und seine Frau aufsucht. Nach vielem Suchen geräth er auch in den [[typ:Keller]], findet da eine Thür, macht sie auf und sieh, da ist ein kleiner | + | Die Rede schnuppt dem Hausherrn so in die Nase, daß er gleich hingeht und seine Frau aufsucht. Nach vielem Suchen geräth er auch in den Keller, findet da eine Thür, macht sie auf und sieh, da ist ein kleiner Teich, darin schwimmt seine Frau halb Fisch halb Mensch. Als sie ihren Mann sieht, wirft sie ihm einen traurigen und ernsten Blick zu, und verschwunden ist sie. Als der Mann ganz bestürzt wieder herauf kommt und die Erscheinung dem fremden Ritter sagen will, da ist auch der verschwunden. Nun merkt der arme Mann, daß er mit sammt seiner Frau von dem Fremden scheußlich beschuppt und in's Unglück gestürzt ist. Darnach grämt er sich so sehr über seine gute Frau, daß er bald darauf stirbt. Auch die niedlichen Kinder sterben eins nach dem andern und das Schloß ist verfallen. Ja man weiß nicht einmal, wo es gestanden hat. Nur die Geschichte davon ist geblieben. |
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sagen/die_wasserjungfer.1666866054.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)
