sagen:die_teufelsschmiede_bei_friedersdorf_an_der_spree
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| - | ====== Die Teufelsschmiede bei Friedersdorf an der Spree ====== | ||
| - | Geht man von [[geo: | ||
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| - | Lebte in langer Vorzeit in [[geo: | ||
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| - | Hatte einst bei ihm ein stattlicher [[typ: | ||
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| - | Er begann nun auch sein Werk; allein sonderbar; dem erfahrenen Mann, dem so manche Arbeit gelungen war, und der so manchem mannlichen Ritter mit Schild, Helm, Arm- und Beinschienen redlich versorgt hatte, verunglückte Alles; denn bald verloschen ihm die Kohlen, oder sie flammten in so unbändiger Gluth, daß Eisen und Stahl untauglich wurde, bald zerschellte ein [[typ: | ||
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| - | Er versuchte Alles, was ihm seine Erfahrung an die Hand gab, wendete Alles an, was er auf seinen Wanderungen durch [[land: | ||
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| - | Am Abende des dritten Tages, wo er nochmals alle Künste erschöpft und sich von der Unmöglichkeit Etwas zu leisten, überzeugt hatte, warf er sich – bangend vor den Dingen, die da kommen sollten – auf’s Lager. Allein da dem Sorgenvollen gemeiniglich der Schlummer flieht; so geschah’ es auch ihm und ruhelos zählte er die vom glänzenden Mondlicht erleuchteten runden Fensterscheiben in seiner niedern Behausung. Da klopft’ es in der [[typ: | ||
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| - | Dieser gab sich für einen aus fernen Landen kommenden und nach [[geo: | ||
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| - | Etwas wunderbar kam nun wohl freilich der Fremde dem ehrlichen Schmid vor, und hätte er die eigenen Augen oder Nasen von Paßexpedienten ((Paßexpedient: | ||
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| - | „Je!– sprach der Unbekannte – das ist ja Spaß; es passiren Einem manchmal dergleichen Abenteuer, und wer weiß, guter Meister! wer euch, als geschicktem Mann, – die gemeiniglich die meisten Neider und Feinde haben, – irgend einen hämischen [[typ: | ||
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| - | Der Morgen begann – schon glühten die Kohlen, Stahl, Eisen und anderer Nothbedarf war bei der Hand, aber noch schnarchte der Fremde gleich einer Sägemühle, | ||
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| - | Doch, wie riß Meister Ehrlich die Augen auf, denn dergleichen hatte er auf allen seinen Wanderungen nie erblickt. Mit welcher geschicklichen Behendigkeit wendete der Zugewanderte sein Eisen, wie flog sein Hammer, mit welcher Zuversicht und Gewandtheit faßte er die Zange. Alles verrieth den Meister und sein Wirth keuchte und schwitzte schon bei den Handleistungen. Am Abende war die Rüstung fix und fertig, so schön, so herrlich, wie man sie gewiß in keiner Rüstkammer der alten oder neuen Welt erblickt hat. „Nun kann sie der gestrenge Ritter abholen lassen, wenn ihm beliebt!“ sagte der Fremde, indem er den [[typ: | ||
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| - | Am andern Tage erschien der ebenbürtige Ritter, entzückt über die Arbeit und zahlte nach Herzenslust das Dreifache von dem Geforderten. ((Vorlage: Gefoderten)) | ||
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| - | Früh des dritten Tages, als sich der Fremde zur Abreise anschickte, forschte der Meister nach dessen Lohn, mit der Versicherung, | ||
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| - | „Ist nicht Ursach’, ist nicht Ursach’! lieber Meister – arbeite nicht um schnöden Lohn, freut mich meinem Nebenmenschen förderlich und dienstlich zu seyn, behaltet das Eure, ich bedarf nichts! Doch – fuhr er nach einer Pause fort – eine Kleinigkeit, | ||
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| - | „Ist es nicht gegen mein Gewissen und Pflicht, herzlich gern!“ erwiderte der [[typ: | ||
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| - | „So seht denn – fuhr Jener grinsend fort – reitet – wie ihr wißt – hienieden Jeder sein Steckenpferd, | ||
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| - | „Nun, so unbedeutend dieses Verlangen ist – entgegnete treuherzig der [[typ: | ||
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| - | Da durchbebte den biedern Schmied die Erinnerung an Hölle und Seligkeit und schnell fuhr ihm ein Gedanke durch den Kopf. Er legte nämlich sämmtliches vom Ritter erhaltenes Geld auf den Tisch und rief aufgeregt: „Hier, nehmt Alles im Namen des allmächtigen Gottes! Ich unterzeichne nicht!“ | ||
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| - | Bei dem Namen Gottes erbebte der Fremde, verwandelte sich augenblicks in einen großen [[typ: | ||
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| - | Nun wußte der ehrliche [[typ: | ||
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| - | Allein einige Tage nachher sah’ er auf dem ihm gegenüber liegenden Berge sich ein Haus erheben, welches Meister Urian ((Meister Urian: der Teufel; auch bekannt als Herr Urian aus Goethes Faust: Walpurgisnacht, | ||
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| - | Endlich – es war am [[zeit: | ||
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| - | Fortwährend öffentlich und ungestört an Sonn- und Werkeltagen trieb nun Satanas sein böses Werk, dem guten [[typ: | ||
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| - | Am [[zeit: | ||
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| - | Fleißig fing nachher wiederum der Schmied zu arbeiten an, was er begann, gerieth wohl und Segen verbreitete sich über sein Haus. | ||
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| - | //Quelle: Heinrich Gottlob Gräve: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz. Reichel, Bautzen 1839, Seite 61; [[https:// | ||
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